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Frank Baumann freut sich über den Derbysieg gegen den Hamburger SV.

Stimmen zum Spiel

Baumann: „Derbysieg noch schöner“

Bremen - Werder hat mit dem Sieg gegen den Hamburger SV den Klassenerhalt fast sicher und darf sich nach oben orientieren. Die Bremer sind zufrieden, bleiben aber zurückhaltend. Die Stimmen zum Spiel.

Max Kruse (Werder-Spieler): „Wir haben jetzt zwei Tage frei, aber das haben wir uns nach den Leistungen der letzten Wochen auch verdient. Wir haben die letzten acht Spiele nicht verloren. Dieses Selbstvertrauen hat man heute einfach gemerkt. Wir hätten schon in der ersten Halbzeit 3:0 führen können oder 3:1. Wir hatten überragende Möglichkeiten, haben das fußballerisch sehr gut gemacht.“

... über die Bedeutung des Sieges: „Das heißt, dass wir uns jetzt zwei Tage freuen können und uns dann akribisch auf Ingolstadt vorbereiten. Ich glaube, wenn wir in Ingolstadt gewinnen, haben wir den Klassenerhalt sicher.“

Frank Baumann (Werder-Sportchef): „Jeder Sieg ist schön, ein Derbysieg ist aber noch etwas schöner. Wir haben den HSV fast die komplette zweite Halbzeit vom Tor weggehalten, haben kaum Torschüsse zugelassen. Deswegen war ich mir sehr sicher, dass wir den Vorsprung auch über die Zeit bekommen.“

... über die Bedeutung des Sieges: „Wir blicken weder nach oben noch nach unten, sondern auf uns. Wir sind weder theoretisch gerettet noch haben wir die 40-Punkte-Marke erreicht. Die wollen wir in Ingolstadt vollenden - mindestens. Dann schauen wir weiter.“

... über die Farbbeutel-Würfe gegen den HSV-Bus: „Grundsätzlich habe ich kein Verständnis für so etwas. Gerade wenn man so eine Woche erlebt mit den Vorkommnissen in Dortmund, kann ich es noch weniger verstehen. Ich hätte mir etwas mehr Zurückhaltung gewünscht.“

Alexander Nouri (Werder-Trainer): „Das war eine überzeugende Leistung meiner Mannschaft. Unter dem Strich haben wir dieses Spiel völlig verdient gewonnen. Wichtig war, dass wir nach dem Rückstand nicht die Geduld verloren haben. Unsere Blickrichtung ändert sich nicht, wir fokussieren uns nur auf den nächsten Gegner, und der heißt Ingolstadt.“

Zlatko Junuzovic (Werder-Spieler): „Wir wollen uns gerne nach oben orientieren, wissen aber auch, wie schnell es wieder nach hinten losgehen kann.“

Markus Gisdol (HSV-Trainer): „Um einen Punkt aus Bremen mitnehmen zu können, hätten wir einen Tick cleverer sein müssen. Diesmal haben wir eine durchschnittliche Leistung abgeliefert, die am Ende nicht zum Sieg gereicht hat. Vielleicht hatten wir in der Summe doch zu viele Ausfälle von wichtigen Spielern.“

Dennis Diekmeier (HSV-Spieler): „Wir waren heute keine Mannschaft auf dem Platz. Bremen war einen Tick aggressiver und in den Zweikämpfen einfach schneller.“

Aaron Hunt (HSV-Spieler): „Wir haben kein gutes Spiel gemacht. Ich habe mich gefreut, mal wieder hier zu spielen, wäre aber lieber als Sieger nach Hause gefahren.“

... über die Pfiffe gegen seine Person: „Das ist mir relativ egal. Ich bin 30 Jahre alt, das wirft mich nicht aus der Bahn.“

Christian Mathenia (HSV-Torwart) über Farbbeutel-Würfe gegen den Mannschaftsbus: „Das war schon eine komische Situation. Aber mich persönlich hat das eher gepusht.“

dco/han/sid

Einzelkritik: Kruses Konter eine Augenweide

Felix Wiedwald
Felix Wiedwald: Irgendwie wirkte der Keeper etwas nervös, bis er ausgerechnet den Ex-Bremer Hunt im eigenen Fünfmeterraum (!) ganz cool austrickste und die brenzlige Situation klärte. Davor und danach mit starken Paraden, erst gegen Kostic (16.), dann gegen Ostrzolek (56.). Note 2 © nordphoto
Milos Veljkovic
Milos Veljkovic: Schwierige Partie für den Verteidiger. Beim 0:1 ließ er Torschütze Gregoritsch laufen. Ohnehin fehlte dem Bremer manchmal etwas die Geschwindigkeit. Doch das machte er im Laufe der Partie mit viel Cleverness wett, am Ende stark. Note 3 © nordphoto
Lamine Sane
Lamine Sane: Hatte nach seiner Verletzungspause etwas Anlaufprobleme, war dann aber ein guter Abwehrchef, der den Hamburger nach der Pause fast nichts mehr gestattete. Note 2,5 © nordphoto
Niklas Moisander
Niklas Moisander: Machte in der Mitte Platz für Rückkehrer Sane, sortierte aber auch von etwas weiter links aus das gute Bremer Defensivverhalten. Der coole Finne wusste wieder einmal ganz genau, wann er im Zweikampf ernst machen musste. Note 2 © nordphoto
Theodor Gebre Selassie
Theodor Gebre Selassie: Was für ein Kämpfer! Der Tscheche führte gleich 23 Duelle mit einem HSV-Profi – fast doppelt so viele wie jeder andere Spieler auf dem Platz. Mit 71,9 Prozent war die Erfolgsquote ordentlich für einen Außenverteidiger, der ungewohnt viel für die Offensive tat. Note 2 © nordphoto
Maximilian Eggestein
Maximilian Eggestein: Ihm fehlte zwar wie Veljkovic etwas das Tempo, trotzdem als Sechser wertvoll. Löste viele Probleme mit Geschick und Köpfchen. So oft war er wohl noch nie im Luftkampf und auch selten zuvor so erfolgreich. Das war bei den vielen langen HSV-Bällen wichtig. Note 3 © nordphoto
Santiago Garcia
Santiago Garcia (bis 73.): Spielte auf der linken Seite mit angezogener Handbremse, weil ihn Hunt so sehr beschäftigte. Doch ausgerechnet sein kluger, langer Ball auf Bartels leitete den Ausgleich ein. Das gab ihm Selbstvertrauen. Er wurde immer mutiger, bis ihn Diekmeier aus dem Spiel foulte. Erste Diagnose: Nacken gestaucht. Note 2,5 © nordphoto
Florian Grillitsch
Florian Grillitsch (bis 63.): Es hätte auch sein Derby werden können, doch der Österreicher vergab beste Chancen. Trotzdem ein ordentlicher Auftritt mit viel Herz und Übersicht. Note 3 © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Zlatko Junuzovic: 12,6 Kilometer – der Kapitän war mal wieder der lauffreudigste Spieler. Vor dem Gegentor blieb er allerdings stehen, was Hunt zur Flanke nutzte. Viele richtig gute Pässe. Ärgerlich, dass sein feiner Freistoß vom Innenpfosten zurück ins Feld sprang (22.). Wegen seiner fünften Gelben Karte im nächsten Spiel gesperrt. Note 2,5 © nordphoto
Fin Bartels
Fin Bartels: Perfekte Vorlage zum Ausgleich. Der Stürmer wuselte sich mal wieder mit ganz viel Einsatz durch die gegnerische Abwehr. Nur beim Abschluss fehlte ihm dann etwas die Kraft. Note 2,5 © nordphoto
Max Kruse
Max Kruse (bis 90.): Tor gemacht, Tor vorbereitet – wer denkt da noch an seine vergebene Riesenchance in der ersten Minute? Zumal es eine Augenweide war, ihm gerade bei den Kontern zuzuschauen. Traf mit dem Ball fast immer die richtige Entscheidung. Dadurch ließ er seine Kollegen ziemlich gut und den Gegner ziemlich schlecht aussehen. Note 1,5 © nordphoto
Florian Kainz
Florian Kainz (ab 63.): Dieser Joker sticht einfach. War sofort voll im Spiel und dann vor dem Tor eiskalt. Diesen Siegtreffer wird er nie vergessen – und damit macht er sich immer mehr zum Startelf-Kandidaten. Note - © nordphoto
Robert Bauer
Robert Bauer (ab 73.): Wurde nur zwei Wochen nach seinem Außenbandriss wieder gebraucht – und funktionierte sofort. Note - © nordphoto
Philipp Bargfrede
Philipp Bargfrede (ab 90.): Er ist wieder da – wenn auch nur mit einem Ballkontakt. Erster Einsatz in diesem Jahr nach diversen Verletzungsproblemen. Note - © nordphoto

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