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Max Kruse am Freitagmittag in der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Hannover 96.

Für Max Kruse gibt es keine Alibis mehr

„Wir müssen alle um die Bundesliga kämpfen“

Bremen - Es gab da dieses Spiel in der Vorsaison, 22. April, Ingolstadt gegen Werder – und am Ende war es sein Spiel.

Beim 4:2-Erfolg der Bremer hatte Max Kruse alle vier Treffer der Gäste erzielt. Es war eine Gala, eine echte One-Man-Show und der vorläufige Höhepunkt von Kruses bärenstarker Rückrunde, an deren Ende er 15 Saisontore und sieben Vorlagen aufweisen sollte. Heute ist es nur noch eine schöne Erinnerung, gefühlt eine Ewigkeit her. Die aktuelle Lage macht deutlich weniger Spaß.

Appell an die Bremer Fans

Werder hat zwar wieder vier Tore erzielt, dafür aber die ersten elf Spieltage der Saison benötigt. Und Kruse? Der wartet noch auf sein erstes Erfolgserlebnis. Natürlich weiß der Stürmer, dass sein Team vor allem auf ihn angewiesen ist, wenn es vorne wieder besser laufen soll. Während der Pressekonferenz vor dem wichtigen Heimspiel gegen Hannover 96 hat er erklärt, warum er das nicht als Last empfindet. Zudem sendete Kruse einen Appell an die Bremer Fans.

„Ich erwarte, dass die Fans am Sonntag wieder geschlossen hinter uns stehen“, sagte Kruse, „wir müssen alle dafür kämpfen, dass wir weiter in der Bundesliga spielen dürfen“. 

Vier Partien hatte der 29-Jährige zwischen September und Oktober wegen eines Schlüsselbeinbruchs verpasst, jetzt „fühle ich mich wieder auf einem guten Niveau“, betonte er: „Es wäre ein Alibi, wenn ich sagen würde, dass ich noch nicht bei 100 Prozent bin.“ Alibi – diesen Begriff aus dem Strafrecht benutzte Kruse etwas später noch ein weiteres Mal, als es um seinen neuen Chef Florian Kohfeldt ging. „Es ist immer einfach zu sagen, dass ein Trainerwechsel neuen Schwung gibt. Für mich ist das ein Alibi. Wir können ja nicht alle drei Wochen den Trainer wechseln“, sagte Kruse, der damit sich und seine Kollegen in die Pflicht nehmen wollte: „Wir Spieler sind jetzt gefordert.“ 

Traum von der WM noch da

Dass die Erwartungen an seine eigene Person besonders hoch sind – für Kruse kein Problem: „Wenn man hart arbeitet, kommt der Rest irgendwann von alleine wieder.“ Kohfeldt unterstrich während der Pressekonferenz, dass es „mir ein gutes Gefühl gibt, einen Spieler wie Max in der Mannschaft zu haben“. Auf und neben dem Platz würde der Angreifer seine Rolle sehr professionell ausfüllen. Kruse selbst will das nun wieder durch Zählbares zum Ausdruck bringen. Am liebsten direkt gegen Hannover – und gegen einen guten Freund.

chon seit Jahren ist der Ex-Bremer und 96-Stürmer Martin Harnik ein dicker Kumpel Kruses. „Da ist eine große Freundschaft gewachsen“, sagte der Werder-Profi, der mit Harnik schon beim SC Vier- und Marschlande in der Jugend zusammengespielt hatte. Später wechselten sie gemeinsam zum SV Werder. „Wir haben fast täglich Kontakt. Es ist eine besondere Konstellation, weil wir uns schon so ewig kennen – schon vor dem Profifußball“, hatte Harnik unlängst gegenüber der „Bild“-Zeitung gesagt. 

Klar ist allerdings, dass die Freundschaft am Sonntag ruht: „Es geht nur darum, dass wir das Spiel gewinnen“, sagte Kruse, der übrigens auch ein großes persönliches Ziel noch nicht abgeschrieben hat: die WM 2018. „Natürlich ist die Hoffnung da. Wer einmal einen Fuß in der Tür hatte, der wäre auch gerne wieder dabei“, sagte Kruse, richtete den Blick dann aber wieder auf das Hier und Jetzt: „Ich denke, dass ich gut daran tue, erstmal im Verein meine Leistungen zu bringen.“ Werder würde es freuen.

Max Kruse: Seine Karriere in Bildern

Max Kruse
Max Kruse spielt zum zweiten Mal für die Bremer. In der Jugend kickte der Angreifer für den SC Vier- und Marschlande, 2006 wechselte er in die U19 des SV Werder. © Gumz
Max Kruse
Sein Bundesliga-Debüt bei den Werder-Profis gab Kruse unter Trainer Thomas Schaaf am 29. September 2007 gegen Arminia Bielefeld. © imago
Max Kruse
Werder feierte einen 8:1-Kantersieg, Kruse konnte Sturmkollege Markus Rosenberg ein Tor auflegen. Hier jubeln beide nach dem Treffer. © imago
Max Kruse
Der Durchbruch gelang dem Angreifer in Bremen aber nicht. Kruse wechselte 2009 von der Weser nach Hamburg zum FC St. Pauli. © nordphoto
Max Kruse
Bei den „Kiezkickern“ hielt es den gebürtigen Hamburger drei Jahre, dann folgte der Wechsel zum SC Freiburg. © nordphoto
Max Kruse
Die Freiburger reichten Kruse nach einer Saison weiter an Borussia Mönchengladbach. Dort spielte der Stürmer bis 2015... © nordphoto
Max Kruse
...ehe sich der VfL Wolfsburg die Dienste des Offensivmannes sicherte. © nordphoto
Max Kruse
Im August 2016 dann die Rückkehr. Kruse unterschrieb beim SV Werder. © nordphoto
Max Kruse
Nach einer langen Verletzung aus der peinlichen 1:2-Pokalpleite gegen Drittligist SF Lotte startete Kruse in Bremen richtig durch. © nordphoto
Max Kruse
Allein in der Rückrunde erzielte der Stürmer 13 Tore. © nordphoto
Max Kruse
Beim 4:2-Sieg gegen den FC Ingolstadt am 30. Spieltag gelang dem begehrten Torjäger sogar ein Viererpack - sorgte im Alleingang für drei Punkte. © nordphoto
Max Kruse
Zu Beginn der Saison 2017/18 lief es aber noch nicht so rund - und Kruse brach sich am vierten Spieltag sein Schlüsselbein. Nur fünf Wochen später stand er aber schon wieder auf dem Platz. © nordphoto
Max Kruse
Im vierten Spiel nach seiner Verletzung war er dann wieder komplett zurück: Kruse gelang ein lupenreiner Hattrick beim 4:0-Sieg über Hannover 96 am zwölften Spieltag. © nordphoto
Max Kruse ist nun nicht mehr nur Torjäger sondern agiert in der Saison 2017/18 viel zwischen den Abwehrlinien als Ballverteiler.
Max Kruse ist nun nicht mehr nur Torjäger sondern agiert in der Saison 2017/18 viel zwischen den Abwehrlinien als Ballverteiler. © gumzmedia

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