Zlatko Junuzovic
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Frustriert nach dem Abpfiff, aber in Dortmund will Zlatko Junuzovic weiter um die Europa League kämpfen: „Solange die Chance noch da ist, ist auch die Hoffnung da.“

Baumann erklärt Europa zum Ziel der nächsten Saison

Werders Europa-Traum: Dann eben nächstes Mal...

Bremen - Am letzten Spieltag der Saison kann der SV Werder noch die Europa League erreichen - wenn die direkten Konkurrenten Punkte liegen lassen. Falls das nicht gelingen solte, dann eben nächstes Jahr.

Es gehörte schon einiges an Mut dazu, an diesem Tag das Ziel noch im Blick zu behalten. Doch obwohl Werder Bremen bei der 3:5-Heimniederlage gegen 1899 Hoffenheim so deutlich wie lange nicht mehr die Grenzen aufgezeigt bekommen hatte, wollte noch niemand aus der grün-weißen Fraktion einen Haken hinter die Saison machen.

Werder hofft noch auf ein Wunder am letzten Spieltag

Nicht, bevor nicht auch das letzte Spiel gespielt und Werder am Samstag bei Borussia Dortmund um die letzte Chance auf ein Ticket für die Europa League gekämpft hat. „Wir werden dort versuchen, das Unmögliche zu schaffen“, sagte Sportchef Frank Baumann vor dem Saisonausklang und richtete den Blick nach einer denkwürdigen Heimpleite schon auf die neue Saison. In der heißt das Ziel, „vielleicht auch mal wirklich den internationalen Wettbewerb angreifen zu können“.

Im Interview mit Radio Bremen hatte Baumann diesen Ausritt in die Zukunft unternommen. Übersetzt heißt das: Wenn es nicht jetzt schon für Europa langt, dann wird eben in der kommenden Saison ein neuer, ernsthafter Angriff gestartet. Und so muss es wohl auch sein. Denn in dieser kurz vor dem Abschluss stehenden Spielzeit sind die Bremer Chancen auf Platz sechs oder sieben nur noch gering. Rechnerisch ist zwar noch alles möglich, aber die Kombination aus der Qualität des BVB und der eigenen Form gibt nicht viel Anlass zur Hoffnung auf die große Überraschung am Saisonende.

Schadensbegrenzung nach 0:5-Rückstand

Werder war der TSG 1899 Hoffenheim – Dortmunds großem Konkurrenten im Kampf um den direkten Einzug in die Champions-League-Gruppenphase – dermaßen deutlich unterlegen gewesen, dass sich automatisch die Frage stellte, ob die eigenen europäischen Ambitionen nicht doch etwas verfrüht formuliert worden waren – von Medien, von Fans, von Spielern und letztlich auch den Funktionären. 0:5 hatte es nach Toren von Adam Szalai (7.), Andrej Kramaric (11.), Steven Zuber (40.) sowie erneut Kramaric (49.) und Ermin Bicakcic (51.) gestanden, und Baumann gestand, geschockt gewesen zu sein: „Es war nach relativ langer Zeit wieder ein richtig schlechtes Spiel. So ein Ergebnis zu Hause kommt nicht alle Tage vor.“

Werder vergeigt letztes Saison-Heimspiel

Werder gegen Hoffenheim
Was für ein großartiger Empfang,... © nordphoto
Werder gegen Hoffenheim
...den die Werder-Fans ihrer Mannschaft vor dem letzten Heimspiel der Saison gegen Hoffenheim geboten haben. © nordphoto
Werder gegen Hoffenheim
Kurz vor dem Anpfiff wurde Clemens Fritz, der seine Karriere nach der Saison beenden wird, verabschiedet und zum Ehrenspielführer des SV Werder gekürt. © nordphoto
Werder gegen Hoffenheim
Die Bremer Fans hatten sich für ihren Kapitän eine besondere Choreo einfallen lassen.  © nordphoto
Werder gegen Hoffenheim
Außerdem wurden Florian Grillitsch und Santiago Garcia verabschiedet. © nordphoto
Werder gegen Hoffenheim
Der Spielverlauf ist schnell erklärt. Werders Abwehr war offen wie ein Scheunentor. Nach sieben Minuten lag Bremen schon 0:1 hinten. Adam Szalai schoss die TSG in Front. © nordphoto
Werder gegen Hoffenheim
Nur wenige Augenblicke später erhöhte Andrej Kramaric auf 0:2 (11.), der die Kugel nach Vorarbeit von Szalai ins kurze Eck haute. © nordphoto
Werder gegen Hoffenheim
Bis zur 29. Minute hatte es gedauert, ehe Werder das erste Mal gefährlich wurde. Serge Gnabry verzog jedoch knapp recht am Tor vorbei. © nordphoto
Werder gegen Hoffenheim
Auf der Gegenseite hingegen klingelte es dann schon wieder. Steven Zuber hatte auf der rechten Bremer Abwehrseite alle Zeit der Welt, weil Robert Bauer nur halbherzig verteidigte, und erzielte das 0:3 (40.) © nordphoto
Werder gegen Hoffenheim
Schlag auf Schlag ging es weiter. Wieder war es Kramaric, der ins Tor von Werder-Keeper Wiedwald traf - 0:4 (49.). © nordphoto
Werder gegen Hoffenheim
Der nächste Treffer sollte nicht lange auf sich warten lassen. Ermin Bicakcic köpfte eine Eckflanke drei Minuten später zum 0:5 (52.) © nordphoto
Werder gegen Hoffenheim
Und noch immer hatte das Spiel noch was zu bieten. Werder startete zumindest eine kleine Aufholjagd. Theodor Gebre Selassie traf in der 59. Minute zum1:5. © nordphoto
Werder gegen Hoffenheim
Der inzwischen ins Spiel gekommene Philipp Bargfrede erzielte dann das 2:5 (86.). Es war sein fünfter Treffer für die Bremer. Kurios dabei: Vier davon erzielte er gegen Lieblingsgegner Hoffenheim. © nordphoto
Werder gegen Hoffenheim
Kurz vor Abpfiff verkürzte Bauer noch auf 3:5. Es war der Schlusspunkt eines gewaltigen Tor-Spektakels. Werders Traum von Europa rückt durch die Pleite jedoch in die Ferne und ist nicht mehr aus eigener Kraft zu erreichen. © nordphoto

Immerhin betrieb Werder noch Schadensbegrenzung, hübschte das hässliche Resultat durch Treffer von Theodor Gebre Selassie (59.), Philipp Bargfrede (86.) und Robert Bauer (90.) noch auf. Für Hoffenheim können diese Gegentreffer im Fernduell mit Borussia Dortmund am Ende entscheidend sein, für Werder waren sie der Anlass, an einen Sieg beim BVB zu glauben. „So wie in den letzten 35 Minuten gegen Hoffenheim, so müssen wir auch in Dortmund auftreten. Frech, mutig, gefährlich“, forderte Kapitän Zlatko Junuzovic und ließ keinen Gedanken an Resignation zu: „Solange die Chance noch da ist, ist auch die Hoffnung da.“

Sollte es – wonach es derzeit aussieht – nicht klappen, wären die Bremer für Enttäuschung nicht zu haben. Das stellte Verteidiger Robert Bauer deutlich heraus. „Wir haben immer gesagt, dass die Europa League das i-Tüpfelchen auf die Saison wäre und wir uns da keinen Druck machen. Wenn jetzt einer kommt und sagt: ,Zwei Spiele verloren, alles scheiße!’ Nein, so ist es nicht.“

Werders Weg in die Europa League.

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