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Ex-Manager Klaus Allofs (re.) im Bild mit Manfred Müller (ehemaliger Geschäftsführer Marketing) und Willi Lemke (Ex-Mitglied des Aufsichtsrats).

Werders Ex-Manager im Gespräch

Klaus Allofs mit einer Prise Heimweh

Bremen - Auf das Event-Outfit hatte Klaus Allofs dann doch verzichtet. Statt eines der Motto-T-Shirts für die Europapokalsieger von 1992 überzustreifen, kam er im gewohnten Look.

Seine Wahl: Hemd und Sakko, nicht „Moinaco“ oder „We won se cup“ auf der Brust. Während Marco Bode, der aktuelle Aufsichtsratschef des SV Werder, eines dieser Shirts ganz selbstverständlich trug, hätte Ex-Manager Allofs darin möglicherweise komisch gewirkt.

Aber das, erklärte der Architekt vergangener goldener Werder-Zeiten, sei gar nicht der Grund gewesen, weshalb er beim „Tag der Fans“ in Sachen Kleidung als einer der wenigen Helden von '92 eher reserviert auftrat. „Im Kurzarmshirt wäre mir zu kalt gewesen“, meinte Allofs. Er, der den SV Werder 2012 Knall auf Fall Richtung VfL Wolfsburg verlassen hatte, konnte auch nicht sicher sein, wie warm der Empfang für ihn sein würde. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Triumphs im Europapokal der Pokalsieger war Allofs das erste Mal bei einem dieser „Wir-lassen-uns-mal-feiern“-Termine dabei.

Triumphzug durchs Bremer Viertel

Und um es kurz zu machen: Es gab bei der Vorstellung der Spieler von 1992 keine Pfiffe gegen Allofs, aber auch keinen brandenden Applaus. Normal weg eben. Für Allofs war es okay – wie auch das ganze Wochenende mit Teamabend am Freitag („Sich im Parkhotel zu treffen, war wie in den alten Zeiten“), mit Triumphzug durchs Bremer Viertel am Samstag sowie anschließender Feierstunde auf dem „Tag der Fans“ inklusive Enthüllung der mit speziellem 92er-Motiv gestalteten Wand im Stadionaufgang zur Ostkurve. Allofs sowie 17 andere Spieler des damaligen Kaders – lediglich Thomas Schaaf (Hochzeit der Tochter), Uli Borowka und Stefan Kohn fehlten – genossen die Momente.

Obwohl Allofs von sich selbst sagt, kein sonderlich sentimentaler Mensch zu sein („Nein, das bin ich wirklich nicht“) wirkte er doch zumindest andeutungsweise wehmütig. Als er bei der Ankunft mit seiner Frau durch Bremen fuhr, „kam schon ein bisschen Heimweh auf“, gestand der 60-Jährige: „Wir haben hier gerne gelebt, einen großen Teil unseres Lebens hier verbracht.“

Und Werder? „Ich fühle mich natürlich zugehörig zur Geschichte des Vereins“, sagte Allofs und bekräftigte, dass der Wechsel nach Wolfsburg, wo er vor acht Monaten entlassen wurde, daran nichts geändert hat: „In meinem Beruf gehören Veränderungen dazu. Das bedeutet aber nie eine Abkehr von einem Club. Und ich denke, ich habe meine Werder-Treue mit zwölfeinhalb Jahren als Manager und drei Jahren als Spieler ausreichend bewiesen.“

Klaus Allofs' Erfolge

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