Auch wenn es nicht so aussieht: Naldo (rechts) erlebte gestern Abend eine angenehme Rückkehr ins Weserstadion. Der Wolfsburger gewann gegen Nils Petersen dieses Kopfballduell und gegen Werder mit 3:1. ·
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Auch wenn es nicht so aussieht: Naldo (rechts) erlebte gestern Abend eine angenehme Rückkehr ins Weserstadion. Der Wolfsburger gewann gegen Nils Petersen dieses Kopfballduell und gegen Werder mit 3:1. ·

1:3 – zwei Gegentore in den ersten zehn Minuten gegen Wolfsburg

Werders fataler Schnarch-Start

Bremen - Sie wollten einen „auspacken“. So hatte es Werders Innenverteidiger Assani Lukimya nach dem 1:3 in Freiburg und vor dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg angekündigt. Doch stattdessen mussten die Bremer wieder einen einstecken.

Nach einer katastrophalen Anfangsphase mit zwei Gegentoren in den ersten zehn Minuten verloren sie gestern Abend erneut mit 1:3 (1:2) – der nächste herbe Rückschlag im Abstiegskampf für den Tabellen-13..

Nun muss Werder zittern, dass heute Abend die direkten Konkurrenten nicht zu nah heranrauschen, beziehungsweise davonziehen. 1899 Hoffenheim empfängt Hannover 96, der Hamburger SV den SC Freiburg und der 1. FC Nürnberg den VfB Stuttgart.

Auf das Freiburg-Desaster hatte Werder-Coach Robin Dutt, der trotz der gerissenen Serie wieder seinen Werder-Schal  trug, mit drei personellen Änderungen reagiert – teils ungewollt, teils gewollt. Kapitän Clemens Fritz kehrte als Rechtsverteidiger für den verletzten Aleksandar Ignjovski (Bauchmuskelzerrung) in die Startformation zurück. Den gelb-gesperrten Sechser Philipp Bargfrede ersetzte Felix Kroos. Und für Cedric Makiadi, der gerade erst in die Startelf zurückgekehrt war und nun schon wieder raus musste, begann Nils Petersen neben Franco Di Santo im Sturm.

Die Bremer sahen entschlossen aus, als sie den Rasen des mit 37 270 Zuschauern nicht ausverkauften Weserstadions betraten – doch dann das: 103 Sekunden waren gespielt, da lag der Ball schon im Werder-Netz. Nach einer Ecke von Ricardo Rodriguez schlich sich Junior Malanda im Rücken seines Teamkollegen Naldo frei und köpfte völlig unbedrängt aufs Tor. Sebastian Prödl fälschte unglücklich mit der Schulter ab – 0:1, keine Chance für Keeper Raphael Wolf. Werder war schwer geschockt, konnte sich überhaupt nicht befreien und kassierte gleich das 0:2. Ivica Olic auf Christian Träsch, der auf Maximilian Arnold – und Ivan Perisic traf mit links ins kurze Eck (10.). Das sah furchtbar einfach aus, weil alle Bremer zu weit weg von ihren Gegnern standen und sie in keinster Weise störten. Richtig übles Abwehrverhalten der Hausherren, die dann aber urplötzlich zurückfanden in die Partie.

Niederlage gegen Wolfsburg: Die Einzelkritik

Niederlage gegen Wolfsburg: Die Einzelkritik

Raphael Wolf: Seine Vorderleute ließen ihn schon früh im Stich. Keine Chance bei den ersten beiden Gegentoren. Seine Paraden hielten Werder im Spiel – vor allem bei der Chance von Olic (80.). Bitter nur, dass Sekunden später ein Arnold-Geschoss einschlug. Haltbar? Eher nicht. Note 2,5 © nordphoto
Clemens Fritz: Nach über 100 Tagen zurück in der Startformation – und dabei mit einer soliden Leistung auf der rechten Abwehrseite. Nach vorne hätte es aber wesentlich mehr sein müssen. Note 4 © nordphoto
Sebastian Prödl: Spektakulärer Start für den Österreicher. Erst fälschte er einen Malanda-Kopfball unglücklich zum 0:1 ab (2.). Dann schlief er wie viele Kollegen beim 0:2 (10.). Aber mit Köpfchen brachte er Werder schnell zurück ins Spiel (17.). Es war sein erstes Saisontor. Danach richtig stark. Note 3 © nordphoto
Assani Lukimya: Er hatte das 2:2 auf dem Fuß – sogar zwei Mal. Dabei zeigte sich, warum Lukimya Verteidiger und nicht Stürmer ist. Hinten war es okay – außer vor dem 0:2, als er Torschütze Perisic gewähren ließ. Note 4 © nordphoto
Luca Caldirola: Na, na, na – seine Schwalbe brachte Werder den Freistoß zum Anschlusstreffer. Große Probleme auf der linken Abwehrseite, wie zum Beispiel vor dem 0:2. Note 4,5 © nordphoto
Felix Kroos (bis 45.): Sein Comeback in der Startelf verlief unauffällig, bis sich der Sechser bei einem eigenen Foulspiel am Knie verletzte. Nach Behandlungspause noch einmal auf dem Platz, doch dann humpelte Kroos runter. Note 4 © nordphoto
Zlatko Junuzovic: Wieder extrem viel unterwegs und bissig, aber es fehlten beim Österreicher im rechten Mittelfeld einfach Effektivität und Kreativität. Auch deshalb kam bei Werder kaum Spielfluss auf. Note 4 © nordphoto
Ludovic Obraniak (bis 46.): Seine Freistoß-Hereingabe führte zum 1:2 – viel mehr gab es von ihm im linken Mittelfeld aber nicht zu sehen. Note 4,5 © nordphoto
Aaron Hunt: Wo war der Spielmacher? Schon weg? Nein, Hunt versuchte, sich an einem schlechten Tag ins Spiel zu beißen, doch es glückte ihm nicht. Note 5 © nordphoto
Nils Petersen (bis 90.): Er läuft viel, aber es läuft nicht. Schlimm, wie er bei seiner Riesenchance (32.) den Ball nicht traf. Ärgerlich, dass er die Kugel auch in der 55. Minute im Strafraum nicht kontrollieren konnte. Und unglücklich, dass sein Kopfball an die Latte klatschte (63.). Note 5 © nordphoto
Franco Di Santo: Kein Torschuss! Viele Fehlpässe! Ganz selten bereitete der Argentinier den Wolfsburgern Probleme. Note 5,5 © nordphoto
Cedric Makiadi (ab 45.): Es geht doch. Wesentlich besser als in Freiburg. Kein Fehlpass! Brachte etwas Struktur ins Spiel. Nur seine Zweikampfschwäche ist ihm noch treu geblieben. Note 3,5 © nordphoto
Eljero Elia (ab 46.): Mit viel Elan und Mut sofort gut im Spiel. Das Niveau konnte er allerdings nicht ganz halten. Note 3,5 © nordphoto
Levent Aycicek (ab 90.): Brauchte nur wenige Sekunden für einen Torschuss, der am Außennetz landete. Note - © nordphoto

Freistoßflanke von Ludovic Obraniak, Prödl setzte sich im Kopfball energisch gegen den zu zögerlichen VfL-Torwart Diego Benaglio durch – nur noch 1:2 nach der ersten gefährlichen Offensivaktion (16.). Den Freistoß, der zum Tor führte, hätte es aber nicht geben dürfte. Luca Caldirola hatte ihn im Zweikampf mit Träsch durch einen plumpen Faller geschunden – eigentlich nicht die Bremer Art, wie die Verantwortlichen gerne betonen.

Werder Bremen - VfL Wolfsburg

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Werder Bremen - VfL Wolfsburg © nordphoto
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Nach der zweiten Niederlage in Folge steckt Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga wieder tief im Abstiegskampf © nordphoto
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Nach der zweiten Niederlage in Folge steckt Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga wieder tief im Abstiegskampf © nordphoto
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Der Anschlusstreffer weckte die Bremer auf jeden Fall auf. Sie waren engagierter, mutiger und nah dran am 2:2. Benaglio wollte Di Santo austricksen, verzettelte sich und brachte seinen Verteidiger Timm Klose in Not. Nach dessen Zweikampf mit Zlatko Junuzovic fiel der Bremer und forderte lautstark Elfmeter (29.). Der insgesamt unsicher wirkende Schiedsrichter Daniel Siebert (Berlin) pfiff ihn nicht – vertretbar.

Nun war mächtig Feuer drin, es ging rauf und runter. Und für Kroos sogar ganz runter vom Platz. Bei einem Foul an Rodriguez hatte er sich am Knie verletzt und humpelte. Für ihn kam Makiadi.

Zur zweiten Hälfte brachte Dutt dann auch noch Eljero Elia für Obraniak. VfL-Coach Dieter Hecking musste den angeschlagenen Benaglio (dicker Mittelfinger) aus- und dafür Ersatzkeeper Max Grün einwechseln. Brenzlig wurde es zunächst aber auf der Gegenseite. Wolf ließ den Ball nach einem Träsch-Hammer abprallen, beim Nachschuss von Daniel Caligiuri rettete Prödl in höchster Not (51.).

Der nächste Hochkaräter gehörte dem SV Werder, doch Nils Petersen köpfte nach Junuzovic-Ecke aus kurzer Distanz an die Latte (63.). Dann wieder Wolfsburg: Caligiuri hatte die Riesenchance aufs 3:1, schloss aber viel zu lässig ab (66.). Und Luiz Gustavo zielte knapp vorbei (74.). Wolf parierte dann glänzend gegen Olic (80.), war Sekunden später allerdings geschlagen. Arnold knallte den Ball mit links in den linken Winkel – das war die Entscheidung und Werders Genickbruch. · mr

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