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Josh Sargent ist bei Werder gut gestartet - findet auch Wynton Rufer: „Josh ist ein cooler Junge. Der macht seinen Weg.“

Ex-Werder-Profi glaubt an Durchbruch des US-Boys

Rufer: „Sargent ist cool, der macht seinen Weg“

Bremen - Freitagabend, Bremen, Parkhotel: Wynton Rufer, der Werder-Torjäger der frühen 90er-Jahre, ist zum Abendessen verabredet. Es ist der Abend, bevor sich die Meistermannschaft von 1993 auf dem „Tag der Fans“ feiern lassen wird. Rufer trifft sich aber nicht etwa mit den Freunden und Kollegen von damals zum Dinner, sondern mit Josh Sargent.

Das 18 Jahre alte Sturmtalent aus den USA kommt mit seiner Freundin. Ein Freund Rufers, der in Bremen lebt und dem jungen Fußballer hilft, sich im neuen Umfeld zurechtzufinden, ist auch dabei. Und noch jemand: Otto Rehhagel. Also saßen zwei große Figuren aus der Werder-Vergangenheit mit einem am Tisch, der die Zukunft des Clubs sein könnte. Doch vor Prognosen wie diesen warnt Rufer: „Das ist immer gefährlich.“

Rufer stellte Kontakt zwischen Werder und Sargent her

Der Neuseeländer hat großen Anteil daran, dass Josh Sargent Anfang des Jahres einen Vertrag bei Werder Bremen und nicht irgendwo anders unterschrieben hat. Er war dabei, als sich Sargent 2016 bei einem großen Sichtungsturnier in Florida internationalen Scouts präsentierte. Er stellte den Kontakt zu Werder her.

Er überzeugte schließlich auch Daddy Sargent, dass Werder die richtige Wahl ist für dessen Sohn. Rufer: „Da waren so viele Angebote von so vielen Vereinen, und du willst ihn überzeugen, bei Werder zu unterschreiben. Da habe ich dem Vater versprochen, dass ich jemanden besorge, der sich in Bremen um Josh und die 1.000 Dinge, die auf ihn zukommen, kümmern wird.“ Besagter Freund eben, ein Vertrauter Rufers aus einer Bremer Christengemeinde, der auch der Ex-Profi angehört.

Und jetzt ist Sargent schon seit einem halben Jahr in Bremen. 18 Jahre alt, rothaarig, unerfahren, aber sehr talentiert. In den Trainingslagern der Profis hinterließ der Torjäger einen erstaunlich guten Eindruck, in den ersten beiden Einsätzen für die in der Regionalliga beheimatete U23 erzielten er zwei Tore. Kurzum: Sargent ist gut gestartet bei Werder. Findet auch Rufer: „Josh ist ein cooler Junge. Der macht seinen Weg.“

Wynton Rufer hält große Stücke auf Josh Sargent.

Aber wie schnell darf er sein auf diesem Weg? Wie viel Tempo verträgt eine junge Karriere? Rufer kennt sich aus damit, sein Geschäft ist das Entdecken, Entwickeln und Vermitteln von Talenten. Er findet es richtig, dass der mit einem Vierjahresvertrag ausgestattete Sargent bei Werder erstmal in der zweiten Mannschaft startet. „Das macht Florian (gemeint ist Cheftrainer Florian Kohfeldt, d. Red.) schon ganz gut. Er hat das richtige Gefühl dafür, was er tun muss. Wir dürfen nicht vergessen, dass Josh aus dem Nachwuchsfußball der USA kommt. Für ihn ist auch die vierte Liga in Deutschland schon ein hohes Niveau.“

Aber ganz gewiss ist die Regionalliga nicht Sargents sportlicher Horizont. Selbst Rufer erwartet ihn in absehbarer Zeit im Bundesliga-Kader. Und dann auch auf dem Feld. „Josh wird seine Einsätze kriegen. Wenn er dann ein, zwei Tore macht, werden die Leute alle ausflippen“, ahnt der Europapokalsieger von 1992 und kommt zurück zu den Risiken im Umgang mit den jungen Spielern. Zu viel frühe Begeisterung, zu hohe Erwartungen, zu viel Tamtam würden mehr schaden als nutzen, sagt er.

Junge Spieler wie Sargent brauchen Zeit

Ein Beispiel dafür hat Rufer selbst gerade erst live gesehen in Bremen. Es war Anfang August im Spiel der U23 gegen den Hamburger SV II. In dessen Startelf stand Jan-Fiete Arp. „Von ihm haben letzte Saison alle gesprochen. Im Spiel habe ich dann nichts von ihm gesehen“, meint Rufer. Kritik an Arp soll das nicht sein. Vielmehr eine Veranschaulichung, dass junge Spieler Zeit brauchen, um zur Konstanz zu finden. Arp ist nur wenige Wochen älter als Sargent. Der Hamburger ging in dem Spiel leer aus, der Bremer läutete mit dem Tor zum 1:0 den 4:0-Sieg ein.

Über Sargents erste Tore wurde am Freitag im Parkhotel auch gesprochen. Weitere Themen: Rehhagels Trainer-Erlebnisse. Sargent fragte viel, und König Otto antwortete. „Es war ein toller Abend, aber wir mussten viel übersetzen“, lacht Rufer, „denn Ottos Englisch ist ziemlich kriminell.“

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