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Wynton Rufer sieht am Samstag das Heimspiel von Werder Bremen gegen Borussia Dortmund als Zuschauer im Weserstadion.

„Ich glaube an einen Werder-Sieg“

Nach seinem Herzinfarkt: Wynton Rufer erstmals wieder in Bremen

Bremen – Mitte Januar war die Werder-Familie erst geschockt und dann total erleichtert: Wynton Rufer hatte in seiner Heimat Neuseeland einen Herzinfarkt nur knapp überlebt. Knapp vier Monate später ist „Kiwi“, wie der beliebte Ex-Profi genannt wird, erstmals wieder in Bremen und drückt am Samstagabend seinem SV Werder im Weserstadion gegen Borussia Dortmund die Daumen.

„Ich freue mich riesig auf dieses Spiel“, erzählt Rufer auf Nachfrage der DeichStube: „Das wird total spannend. Ich glaube an einen Werder-Sieg.“ Rufer als Glücksbringer – was soll da noch schief gehen? Vier Mal hat er in seiner Karriere mit Werder daheim gegen Dortmund gespielt, drei Mal ging er als Sieger vom Platz. Ende der 1980er-, Anfang der 1990er-Jahre war das. „Dortmund spielte damals nicht so eine große Rolle. Da war es ein bisschen umgekehrt zu heute“, erinnert sich Rufer.

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Wynton Rufers Erfolgsgeschichte bei Werder

Wynton Rufer
1989 kam Rufer von Grasshoppers Zürich zum SV Werder. Angefangen hatte seine Karriere aber schon neun Jahre zuvor - bei seinem Heimatverein Wellington United (Neuseeland). Es folgten Stationen wie Norwich City, Miramar Rangers, FC Zürich und FC Aarau. © imago
Wynton Rufer
Ein Duell, das "Kiwi" wohl immer in positiver Erinnerung halten wird: Das Achtelfinal-Rückspiel des Europapokals der Pokalsieger gegen Diego Maradona und SSC Neapel im November 1989. Werder gewann sensationell 5:1, Rufer traf einmal. © imago
Wynton Rufer
Den ersten Titelgewinn feierte Rufer aber erst am 22. Juni 1991. Mit Werder gewann er den Elfmeterkrimi im DFB-Pokal-Finale gegen den 1. FC Köln mit 5:4. Rufer verwandelte seinen Strafstoß zum 2:2. © imago
Wynton Rufer
In der Bundesliga-Saison 1992/93 war der Neuseeländer mit 17 Treffern Werders bester Torschütze. Damit hatte Rufer großen Anteil an der dritten Deutschen Meisterschaft der Bremer. © imago
Wynton Rufer
Einer seiner größten Erfolgsmomente: Der Sieg im Finale des Europapokals der Pokalsieger 1992. Der Mittelstürmer legte erst das Tor von Klaus Allofs vor, und traf dann selbst zum 2:0-Endstand gegen AS Monaco. © imago
Wynton Rufer
Auf der internationalen Bühne absolvierte Rufer 38 Spiele im grün-weißen Dress, in denen er 22 Treffer erzielte. In der Saison 1993/94 wurde er sogar gemeinsam mit Ronald Koeman Torschützenkönig der Champions League - mit jeweils acht Treffern. © imago
Wynton Rufer
In 174 Bundesliga-Spielen lief Rufer für Werder insgesamt auf. 59 Mal traf er ins Glück, dazu bereitete der Angreifer 59 Tore vor. © imago
Wynton Rufer
Eine besondere Bilanz darf nicht fehlen: Von zwölf Elfmeter-Versuchen erzielte er elf Tore. Das entspricht einer Quote von 91,7 Prozent. Dabei verschoss Rufer gleich seinen ersten Elfmeter am 30. September 1989 beim 1:2 gegen Eintracht Frankfurt. Im Tor stand Uli Stein. © imago
Wynton Rufer
1995 wechselte er zu JEF Utd. Chiba nach Japan. Über Kaiserslautern ging Rufer dann zurück in sein Heimatland, wo er zunächst für North Shore United spielte und dann zu Football Kings wechselte. Dort beendete er 2002 seine Karriere. © imago
Nach seiner Zeit als Fußballprofi war Rufer Trainer der Nationalmannschaft von Papua-Neuguinea (2004-2005). Aktuell leitet der Ex-Profi die Akademie in Neuseeland, die er 1997 gegründet hatte. Seinen Ex-Club Werder besucht er so oft es geht.
Nach seiner Zeit als Fußballprofi war Rufer Trainer der Nationalmannschaft von Papua-Neuguinea (2004-2005). Aktuell leitet der Ex-Profi die Akademie in Neuseeland, die er 1997 gegründet hatte. Seinen Ex-Club Werder besucht er so oft es geht. © imago

Rufer: „Gestern in China, heute in Bremen“

Einmal war er der Matchwinner gegen die Borussia gewesen, als er am 12. August 1989 einen Treffer und eine Vorlage zum 2:0-Heimsieg beigesteuert hatte. Wer am Samstagabend das Spiel entscheidet, „das ist mir völlig egal, es zählt nur der Sieg“. Schließlich will sich Werder noch für Europa qualifizieren. Doch da ist selbst der stets so optimistische 56-Jährige vorsichtig: „Das wird echt schwierig. Mit Hoffenheim und Leipzig kommen noch zwei schwierige Gegner. Aber es sollte auch keiner traurig sein, wenn es Werder nicht schafft. Sie haben doch schon jetzt eine tolle Saison gespielt.“

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Sein Herzensclub, für den er von 1989 bis 1995 gespielt hat, macht ihm fußballerisch wieder richtig viel Spaß. Deswegen ist er jetzt auch ziemlich spontan nach Bremen gereist. „Ich war mit meiner Fußball-Akademie bei einem internationalen Turnier in China, also quasi auf dem halben Weg nach Bremen. Da bin ich schnell weitergeflogen“, berichtet Rufer und fügt noch lachend an: „Gestern noch in China, heute in Bremen und am Abend im wunderschönen Weserstadion, mir könnte es nicht besser gehen.“

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Weniger Stress: Rufer nach Herzinfarkt „total fit“

Aber muss er seit seinem völlig überraschenden Herzinfarkt nicht kürzer treten? „Ein bisschen schon“, gesteht Rufer: „Ich achte darauf, nicht mehr ganz so viel Stress zu haben. Aber eigentlich bin ich total fit.“ Der Herzinfarkt sei wahrscheinlich genetisch bedingt gewesen. Nach dem Besuch eines Basketballspiels in Auckland war er auf dem Nachhauseweg mit seinem Freund Florian Wellmann aus Bremen plötzlich zusammengebrochen. 

Sein großes Glück dabei: Zwei Passanten leisteten erste Hilfe, retteten ihm mit einer Herzmassage das Leben. Sie hatten erst vier Wochen zuvor einen entsprechenden Kurs absolviert. „Das hätte alles auch anders ausgehen können“, sagt Rufer. Umso mehr freut er sich, wieder mal bei seinen Freunden in Bremen zu sein: „Ich fühle mich sehr wohl hier.“

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