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Werder-Legende Wynton Rufer erholt sich derzeit in Neuseeland von einem schweren Herzinfarkt.

Werder-Legende lag im Koma

Wynton Rufer überlebt Herzinfarkt: „Ein Wunder“

Bremen/Auckland – Große Erleichterung in Auckland und ganz sicher auch in Bremen sowie bei allen Werder-Fans: Wynton Rufer hat in seiner Heimat Neuseeland einen schweren Herzinfarkt überlebt.

Der 56-Jährige war am Sonntag nach dem Besuch eines Basketballspiels zusammengebrochen und dann ins Koma gefallen. Am Dienstag ist er wieder aufgewacht. Inzwischen hat Rufer die Intensivstation verlassen. Ihm gehe es den Umständen entsprechend gut, „ich liege aber noch im Krankenhaus“, ließ er die DeichStube wissen und gab dabei auch grünes Licht für eine Berichterstattung.

„Das ist ein Wunder vom Himmel“, sagt Florian Wellmann: „Es war so knapp.“ Wellmann war dabei, als es Rufer erwischte. Beide sind schon lange befreundet, haben sich über ihren Glauben an Gott in Bremen kennengelernt. Wellmann besuchte mit seiner Familie nicht zum ersten Mal die Rufers in Auckland. Dazu gehörte dann auch ein Ausflug der beiden Männer zum Basketball. „Ein lustiger Sonntag“, erinnert sich Wellmann. Doch auf dem Nachhauseweg sei Rufer plötzlich zusammengebrochen – ausgerechnet in einer Seitenstraße.

Wynton Rufers Erfolgsgeschichte bei Werder

Wynton Rufer
1989 kam Rufer von Grasshoppers Zürich zum SV Werder. Angefangen hatte seine Karriere aber schon neun Jahre zuvor - bei seinem Heimatverein Wellington United (Neuseeland). Es folgten Stationen wie Norwich City, Miramar Rangers, FC Zürich und FC Aarau. © imago
Wynton Rufer
Ein Duell, das "Kiwi" wohl immer in positiver Erinnerung halten wird: Das Achtelfinal-Rückspiel des Europapokals der Pokalsieger gegen Diego Maradona und SSC Neapel im November 1989. Werder gewann sensationell 5:1, Rufer traf einmal. © imago
Wynton Rufer
Den ersten Titelgewinn feierte Rufer aber erst am 22. Juni 1991. Mit Werder gewann er den Elfmeterkrimi im DFB-Pokal-Finale gegen den 1. FC Köln mit 5:4. Rufer verwandelte seinen Strafstoß zum 2:2. © imago
Wynton Rufer
In der Bundesliga-Saison 1992/93 war der Neuseeländer mit 17 Treffern Werders bester Torschütze. Damit hatte Rufer großen Anteil an der dritten Deutschen Meisterschaft der Bremer. © imago
Wynton Rufer
Einer seiner größten Erfolgsmomente: Der Sieg im Finale des Europapokals der Pokalsieger 1992. Der Mittelstürmer legte erst das Tor von Klaus Allofs vor, und traf dann selbst zum 2:0-Endstand gegen AS Monaco. © imago
Wynton Rufer
Auf der internationalen Bühne absolvierte Rufer 38 Spiele im grün-weißen Dress, in denen er 22 Treffer erzielte. In der Saison 1993/94 wurde er sogar gemeinsam mit Ronald Koeman Torschützenkönig der Champions League - mit jeweils acht Treffern. © imago
Wynton Rufer
In 174 Bundesliga-Spielen lief Rufer für Werder insgesamt auf. 59 Mal traf er ins Glück, dazu bereitete der Angreifer 59 Tore vor. © imago
Wynton Rufer
Eine besondere Bilanz darf nicht fehlen: Von zwölf Elfmeter-Versuchen erzielte er elf Tore. Das entspricht einer Quote von 91,7 Prozent. Dabei verschoss Rufer gleich seinen ersten Elfmeter am 30. September 1989 beim 1:2 gegen Eintracht Frankfurt. Im Tor stand Uli Stein. © imago
Wynton Rufer
1995 wechselte er zu JEF Utd. Chiba nach Japan. Über Kaiserslautern ging Rufer dann zurück in sein Heimatland, wo er zunächst für North Shore United spielte und dann zu Football Kings wechselte. Dort beendete er 2002 seine Karriere. © imago
Nach seiner Zeit als Fußballprofi war Rufer Trainer der Nationalmannschaft von Papua-Neuguinea (2004-2005). Aktuell leitet der Ex-Profi die Akademie in Neuseeland, die er 1997 gegründet hatte. Seinen Ex-Club Werder besucht er so oft es geht.
Nach seiner Zeit als Fußballprofi war Rufer Trainer der Nationalmannschaft von Papua-Neuguinea (2004-2005). Aktuell leitet der Ex-Profi die Akademie in Neuseeland, die er 1997 gegründet hatte. Seinen Ex-Club Werder besucht er so oft es geht. © imago

Riesiges Glück: Passant hatte gerade Erste-Hilfe-Kurs absolviert

„Da war niemand, eigentlich konnte niemand meine Hilferufe hören“, erzählt Wellmann. Doch plötzlich sei eine ältere Frau aufgetaucht und hätte per Handy einen Notruf abgegeben. Noch entscheidender seien aber die beiden Männer gewesen, die auf einmal mit ihrem Auto anhielten. „Einer von ihnen hat mich weggeschoben und sofort mit der Reanimierung bei Wynton begonnen. Ich stand ja total unter Schock, war wie gelähmt. Und der Mann konnte das, weil er vor drei Wochen einen Kurs für lebensrettende Maßnahmen absolviert hat. Der war so ein Glück für uns, den hat Gott im Himmel zu uns geschickt“, kann es Wellmann immer noch nicht ganz fassen.

Wenig später sei der Krankenwagen eingetroffen. Entwarnung gab es aber noch lange nicht. Rufer fiel im Krankenhaus ins Koma. „Wir haben so gezittert“, berichtet Wellmann. Nach eineinhalb Tagen sei Rufer dann aufgewacht. Natürlich bestand die große Sorge, dass er durch den Infarkt und die Bewusstlosigkeit Schäden davon getragen haben könnte. „Wynton war erst zehn Minuten wach, da hat er schon wieder seine typischen Sprüche gemacht. Da wussten wir: Es ist alles in Ordnung“, erzählt Wellmann und die Erleichterung in seiner Stimme ist nicht zu überhören.

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Rufer wird nach Herzinfarkt wieder ganz gesund

Inzwischen haben auch die Untersuchungen ergeben, dass Rufer wieder ganz gesund wird. „Wynton hat wirklich sehr viel Glück gehabt“, sagt Wellmann. Am Donnerstag will er seinen Freund noch mal im Krankenhaus besuchen, dann geht es zurück nach Deutschland. Rufer muss sich erst mal erholen. „Aber ich bin mir sicher, dass er wieder der Alte wird – und uns schon bald wieder in Deutschland besuchen wird“, sagt Wellmann.

Rufer ist viel in Europa unterwegs, arbeitet als Botschafter der Deutschen Fußball-Liga (DFL), organisiert mit seiner Soccer School Excellence Trainingscamps und berät auch Werder im Bereich Scouting. Seine aktive Karriere als Profi-Fußballer hat Rufer 2002 beendet. Sein Größter Erfolg war der Sieg des Europapokals der Pokalsieger 1992 mit Werder. Mit den Grün-Weißen holte „Kiwi“, wie der Neuseeländer in Bremen gerufen wird, auch noch zwei Mal den DFB-Pokal (1991 und 1994) und ein Mal die Deutsche Meisterschaft (1993).

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