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Zlatko Junuzovic verlässt Werder Bremen.

Kapitän geht nach sechseinhalb Jahren

Kommentar zum Junuzovic-Abgang: Schade, aber dennoch richtig

Ein Kommentar von Björn Knips. 1. März, 2014, Weserstadion, 19. Minute: Zlatko Junuzovic jagt die Kugel ins Netz – und das nicht in irgendeinem Spiel, sondern im 100. Nordderby gegen den Hamburger SV.

Es ist der Siegtreffer, Junuzovic der Derbyheld. Ein Moment für die Ewigkeit, den echte Werder-Fans nicht vergessen werden. Zlatko Junuzovic auch nicht. Der Österreicher hat sich schon sehr mit Werder und der Stadt Bremen identifiziert.

Okay, es gab da auch immer diese Wechsel-Geschichten, die manchmal schon etwas nervten und die Frage aufwarfen: Was will Junuzovic eigentlich? Die Antwort ist ganz einfach: alles. Den totalen Wohlfühlfaktor und einen super Vertrag. Beides hat er 2015 bekommen.

Von den Fans sowie vom damaligen Sportchef Thomas Eichin und später auch von Trainer Alexander Nouri, der ihn 2017 sogar zum Kapitän machte. Doch nichts ist im Fußball von Dauer. Die Fans mögen Junuzovic noch, verehren ihn aber nicht mehr so sehr wie früher. Die Aktion „Juno bleibt Bremer!“ wird nicht wiederholt. Eichin-Nachfolger Frank Baumann will dem 30-Jährigen nicht mehr so viel bezahlen und der neue Coach Florian Kohfeldt lässt ihn nicht mehr so viel spielen.

Zlatko Junuzovic hat daraus seine Konsequenzen gezogen. Und das ist gut so – für beide Seiten. Denn eine weitere Zusammenarbeit wäre sehr, sehr schwierig geworden – beginnend schon mit dem Status als Kapitän. In dem einen Jahr mit der Binde am Arm hat sich Junuzovic nicht so sehr profiliert, dass er entweder unverzichtbar wäre oder aber diese Funktion auch ohne Stammplatz gut ausüben könnte. Und welcher Spieler ist schon zufrieden, wenn er wenig und wenn, dann nicht auf seiner Lieblingsposition, spielt?

Junuzovic wird Werder fehlen

Kohfeldt will es so, schätzt andere Spieler im Zentrum stärker ein. Dass er mit Junuzovic befreundet ist, hat es für den Coach gewiss nicht leichter gemacht. Aber das zeigt auch, wie überzeugt der Coach von seiner Entscheidung ist. Und eines steht auch fest: Trotz des Aufschwungs braucht die Mannschaft Veränderungen, um endlich dauerhaft dem Tabellenkeller fern zu bleiben.

Dass es nun Zlatko Junuzovic trifft, ist dennoch schade. Er ist ein guter Typ, einer, der den Rasen frisst und sein Herz gerne auch mal auf der Zunge trägt. Legendär, wie er 2016 nach einem Spiel etwas naiv verriet, absichtlich die fünfte Gelbe Karte kassiert zu haben, um die Sperre gegen die unbesiegbaren Bayern abbrummen zu können.

Aber nach mehr als sechs Jahren im Werder-Trikot ist Junuzovic sportlich nicht mehr so wertvoll, um ihn unbedingt halten zu müssen. Fehlen wird er in Bremen trotzdem – und ganz gewiss vor jedem Nordderby als Jubiläumstorschütze ein Thema sein.

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