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Zlatko Junuzovic soll bei Werder im Falle einer Vertragsverlängerung auf viel Geld verzichten.

Kapitän soll auf Gehalt verzichten

Junuzovic will verlängern, aber nicht so

Zell am Ziller - Folgt der Absage an Trabzonspor nun die Zusage an Werder? Nein! Zlatko Junuzovic hat das erste Angebot zur Vertragsverlängerung nicht angenommen.

Aus durchaus nachvollziehbaren Gründen: Werder will den in einem Jahr auslaufenden Vertrag nur verlängern, wenn der 29-Jährige auf fast 30 Prozent seines Gehalts verzichtet. Ein ungewöhnliches Vorgehen bei einem Spieler, der erst vor wenigen Wochen von Trainer Alexander Nouri zum Kapitän befördert worden war.

Doch zwischen Sportchef Frank Baumann und Zlatko Junuzovic ist das Verhältnis etwas angespannt. „Die Aussage von ihm, dass es noch kein Vertragsangebot gegeben hat, hat mich überrascht“, sagte Baumann im Trainingslager in Zell am Ziller. Er bestätigte damit indirekt ein Angebot für Junuzovic, machte aber schnell wieder dicht, als er direkt darauf angesprochen wurde: „Wann und was wir wie mit wem besprechen, das ist nichts, was ich in die Öffentlichkeit trage.“

Gut möglich, dass auch Junuzovic in der Medienrunde am Sonntag nicht zu viel verraten wollte und deshalb die Existenz des Werder-Angebots unter der Decke hielt. Ansonsten hätte er wohl erklären müssen, wie gut er es findet – oder in diesem Fall eher wie schlecht. Es wäre demnach eine Heimlichtuerei aus Höflichkeit gewesen, die für die Irritation bei Baumann sorgt.

Überhaupt erscheint die Situation so, als ob da Zwei das Gleiche wollen, aber in der Sprachregelung noch nicht zusammengefunden haben. Junuzovic hat sich mit dem Korb für Trabzonspor gegen das große Geld entschieden, und dem Vernehmen nach würde der Österreicher am liebsten sofort seinen Vertrag bei Werder verlängern. Er fühlt sich mit seiner Familie sehr wohl in Bremen, ist nach fünfeinhalb Jahren zum Kapitän aufgestiegen und längst ein Gesicht des Clubs. Trotzdem ist alles auch eine Preisfrage.

Junuzovic gilt bei Werder als überbezahlt

Genauso für Werder. Offenbar sind dem Club die Dienste des Mittelfeldspielers nicht mehr so viel wert wie zuletzt. Oder besser gesagt: Junuzovic gilt vereinsintern nach seiner letzten Vertragsverlängerung im Februar 2015 mit über zwei Millionen Euro Jahresgehalt als überbezahlt. Es wird gepokert. Die Absage an die Türken hat Baumann zur Kenntnis genommen – mehr nicht: „Die Situation hat sich für uns überhaupt nicht verändert. Wir haben immer betont, dass Zlatko in der kommenden Saison und darüber hinaus bei uns spielen soll.“

Vertraglich geregelt ist aber nur die neue Spielzeit, danach läuft der Kontrakt aus, Junuzovic könnte ablösefrei wechseln oder jetzt schon mit neuen lukrativen Angeboten, die nicht aus der Türkei kommen, geködert werden. Doch auch diesem Szenario sieht Fank Baumann „grundsätzlich entspannt“ entgegen: „Es gab im Laufe der Jahre immer wieder Interesse anderer Clubs an Zlatko, das hat seiner Leistung aber nie geschadet.“

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