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Trainer Alexander Nouri spielt mit Werder Bremen um den Einzug in die Europa League.

„Ich bin ja nicht die AfD“

Na, also! Nouri spricht vom internationalen Geschäft

Bremen - Den Spruch zum Spiel knallte Alexander Nouri raus. Er, der sich beim Thema Europa-League-Qualifikation bislang nicht gerade als Lautsprecher hervorgetan hatte, musste da mal etwas klarstellen.

„Ich habe nichts gegen das Wort Europa, ich bin ja nicht die AfD“, sagte der Werder-Coach und hatte sich damit gleich doppelt positioniert. Politisch (was er nicht zum ersten Mal tat) und sportlich (worauf durchaus gewartet worden war). Vor dem Spiel beim Tabellen-Achten 1. FC Köln (Freitag, 20.30 Uhr) hat Nouri deutlich gemacht, dass auch sein Ziel das internationale Geschäft ist. Was auch sonst?

Köln geht Werder-Spiel offensiv an - jedenfalls verbal

Als aktueller Sechster kann es drei Spieltage vor Saisonende gar nichts anderes geben, als nach dem Machbaren zu streben. Die Kölner machen es auch, obwohl sie als Achter drei Punkte hinter Werder liegen. Sie brauchen am Freitag den Sieg, um sich ihre Chance auf Platz sechs zu wahren. Entsprechend offensiv gehen die Rheinländer die Partie an – jedenfalls verbal.

„Die Zielsetzung ist jetzt nicht mehr, Achter oder Neunter zu werden. Und am Ende ist es scheißegal, ob du 42 oder 44 Punkte hast. Jetzt geht es darum zu schauen, ob wir Europa schaffen oder nicht“, sagte FC-Coach Peter Stöger in der „Bild“-Zeitung. Und Manager Jörg Schmadtke forderte ein fulminantes Finish seines Teams. „Ich glaube, dass wir das erfolgreich absolvieren können. Für Europa müssen wir jetzt einen Sprint hinlegen.“ Nach Bremen heißen die Kölner Gegner noch Bayer Leverkusen und Mainz 05. „Alle wissen um die Chancen“, meinte Schmadtke.

Die Kölner machen also Druck, wollen unbedingt noch auf die internationalen Plätze klettern. Werder muss dagegen nicht mehr klettern, sondern Rang sechs verteidigen. Mittelfeldspieler Zlatko Junuzovic: „Wir wollen uns, wenn möglich, sogar noch verbessern und das Optimum erreichen.“ Das wäre Platz fünf und damit die direkte Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League.

Zum Vergleich: Der Siebte muss auf einen Sieg von Champions-League-Teilnehmer Borussia Dortmund im DFB-Pokalfinale hoffen, um in Qualifikation und Play-off noch einen Platz für die Gruppenphase zu ergattern. Auch der Sechste muss hoffen: Wenn Dortmund den Pokal holt, geht er direkt in die Gruppenphase, wenn nicht, geht er noch einmal in die Play-offs (dritte Qualifikationsrunde). Man sieht: Es gibt kurze und lange Wege in die Europa League. Und Werder kämpft um den kürzesten. „Wir können es packen“, erklärte Junuzovic: „Unsere Serie in der Liga ist schließlich kein Zufall.“

„Mit einem Lächeln“ in Blickrichtung Europa

Mit dem Rückenwind aus elf Spielen ohne Niederlage gehen die Bremer in die Partie gegen den Verfolger aus Köln sowie in die Schlussakte gegen 1899 Hoffenheim und Borussia Dortmund. Sportchef Frank Baumann könnte nun ähnlich auftreten wie sein Kollege Jörg Schmadtke und offensiv die nächsten Siege einfordern. Er sagt jedoch, dass das gar nicht nötig sei: „Die Spieler haben den inneren Antrieb, immer das Bestmögliche erreichen zu wollen. Wir sind alle ehrgeizig und wollen in Köln wieder gegen einen direkten Konkurrenten erfolgreich sein.“

Denn wenn die Mannschaft jetzt dranbleibt und in den letzten drei Spielen die Chance beim Schopfe packt, „dann können wir nach dem 34. Spieltag mit einem Lächeln aus Dortmund wegfahren“, so Baumann. Mit Blickrichtung Europa.

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