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Anthony Modeste schoss das 1:0 für den 1. FC Köln gegen Werder Bremen.

3:4 am Freitagabend

Köln stoppt Werder, aber was für ein toller Kampf!

Köln - Ja, die Serie ist gerissen. Doch der SV Werder hat sich am Freitagabend mit einer 3:4 (2:3)-Niederlage beim 1. FC Köln noch ein bisschen tiefer in die Herzen seiner Fans und vielleicht auch vieler objektiver Zuschauer geschossen.

Denn die Bremer lieferten einen mitreißenden Kampf ab. Der Wille, den Nordclub endlich wieder auf die europäische Bühne zu hieven, war überdeutlich sichtbar. Genauso wie allerdings die schon vergessen geglaubte Defensivschwäche. Die führte letztlich zur ersten Pleite nach elf Spielen. Doch noch ist Europa nicht verloren – wer hätte das vor ein paar Wochen im Abstiegskampf gedacht?

Trainer Alexander Nouri hatte erwartungsgemäß Thomas Delaney zurück in die Startelf beordert. Dafür musste Maximilian Eggestein auf die Bank, wo erneut auch Nationalspieler Serge Gnabry saß. Nouri begründete dies mit einer etwas defensiveren Ausrichtung im Mittelfeld und dem zuletzt so erfolgreichen Angriffsduo Kruse/Bartels.

Werder war nicht wach genug für Europa

Doch davon war zunächst überhaupt nichts zu sehen, denn es spielte nur Köln. Und mit ihrer dritten Chance schlugen die Gastgeber schon nach 13 Minuten zu: Anthony Modeste spitzelte die Kugel nach einem eigentlich verunglückten Schussversuch von Leonardo Bittencourt im Anschluss an eine Ecke über die Linie. Theodor Gebre Selassie war nach einem Sturz viel zu lange liegen geblieben.

Das passte ins Bild: Werder war noch nicht wach genug für Europa. Keeper Felix Wiedwald verhinderte gegen Modeste ganz stark das 0:2, war dann aber bei Bittencourts Kopfball machtlos (28.). Vorausgegangen war eine fast unglaubliche Bremer Fehlerkette mit Delaney, Gebre Selassie, Niklas Moisander und Robert Bauer in den Hauptrollen.

Enttäuschte Bremer nach verrücktem Torfestival

Doch dieser Film nahm plötzlich eine ungeahnte Wendung: Delaney gewann ausnahmsweise ein Kopfballduell mit Modeste, der starke Junuzovic schickte Fin Bartels auf die Reise – und der ließ Neven Subotic einfach stehen und Keeper Timo Horn mit einem Kunstschuss alt aussehen (34.). Werder war wieder da! Und es kam noch besser: Einwurf Bauer, Flanke Junuzovic, Kopfball Gebre Selassie – 2:2 (40.). Der Tscheche war einfach mal ein Stockwerk höher gesprungen als Gegenspieler Lukas Klünter.

Ein verrücktes Spiel, das vor der Pause noch verrückter wurde. Gebre Selassie vergab nach Bartels-Hereingabe die Riesenchance zum 3:2. Im Gegenzug machte es Simon Zoller besser (44.). Den Abschlag von Horn hatten Modeste und Bittencourt verlängert, Veljkovic hob das Abseits auf – freie Bahn für Zoller zum 3:2. Ein richtig ärgerlicher Gegentreffer so kurz vor dem Halbzeitpfiff.

Platz sechs ist futsch - den hat sich Köln geschnappt

Genauso ärgerlich ging es aus Bremer Sicht nach der Pause weiter. Lamine Sane köpfte eine Kölner Flanke genau vor die Füße von Modeste, der die Kugel im kurzen Eck – eigentlich ja dem Torwart-Eck – versenkte (47.). Doch gegen diesen harten Schuss hatte es Wiedwald schwer.

Nouri reagierte wenig später, brachte Gnabry für Delaney, der kurz vor einer Ampelkarte gestanden hatte (54.). Der Wechsel zahlte sich ziemlich schnell aus. Nach einer knallharten Hereingabe von Bartels war Gnabry nach klugem Laufweg zur Stelle (62.). Nur noch 3:4 – und das eine halbe Stunde vor Schluss. Doch Nouri verlor keine Zeit, wechselte noch mehr Offensive ein, brachte Florian Kainz für Robert Bauer. Europa sollte offenbar im Sturm erobert werden.

Gnabry hätte es machen können, zielte aber mit Fuß (70.) und Kopf (76.) vorbei. Also legte Nouri noch einen Angreifer nach: Claudio Pizarro (für Veljkovic). Und der alte Mann sollte tatsächlich noch treffen, stand dabei aber im Abseits (89.). Das Happy End für Werder blieb aus. Platz sechs ist futsch, den hat sich der 1. FC Köln geschnappt. Doch mit einem Heimsieg nächsten Samstag gegen Hoffenheim ist Werder wieder voll im Rennen. Allerdings wird dann Moisander (Gelbsperre) fehlen.

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