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Enttäuschte Gesichter: Bei Bayer Leverkusen läuft es diese Saison nicht wie gewünscht. Hier klatscht Kevin Volland (r.) nach der 2:4-Heimniederlage gegen Atletico Madrid mit Joel Pohjanpalo ab.

Vor dem 24. Bundesliga-Spieltag

Bayer 04 Leverkusen im Schnellcheck

Leverkusen - Bayer steht mit fünf Punkten Vorsprung vor Werder auf dem zehnten Tabellenplatz und damit nicht da, wo die Offiziellen des „Werksclubs“ es sich vorstellen. Deshalb wurde Trainer Roger Schmidt kürzlich gefeuert. Bayer 04 im Schnellcheck.

Aktuelle Form

„Schwankend“ beschreibt die bisherigen Leistungen Leverkusens im Jahr 2017 wohl am besten. Einem 3:1 Sieg gegen Hertha BSC zum Auftakt folgten  zwei Niederlagen (2:3 gegen Borussia Mönchengladbach und 0:1 beim HSV). Nach einem kurzen Zwischenhoch mit zwei Siegen (3:0 gegen Eintracht Frankfurt und 3:1 gegen den FC Augsburg) kassierte Bayer aber wieder drei klare Niederlagen (2:4 gegen Atletico Madrid in der Champions-League, 0:2 im Derby gegen Mainz 05 und 2:6 bei Borussia Dortmund).

Dieser Negativ-Trend brachte das Fass bei den Leverkusener Verantwortlichen zum Überlaufen. Trainer Roger Schmidt wurde gefeuert und durch Interimslösung Tayfun Korkut ersetzt. Dieser soll der Mannschaft neue Impulse geben. Ob das klappt, wird sich aber erst noch zeigen müssen.

Star der Mannschaft

Leverkusens Kader ist mit Nationalspielern gespickt. In letzter Zeit hat sich aber besonders einer in den Vordergrund gespielt, der einen langen Anlauf benötigte, um bei der "Werkself" zum Leistungsträger zu werden: Kevin Kampl. Bereits in der Jugend spielte der in Deutschland geborene slowenische Nationalspieler für Bayer, konnte sich nach seinem Wechsel in den Herrenbereich aber nicht im Profiteam durchsetzen.

Nach Stationen bei Greuther Fürth, dem VfL Osnabrück und VfR Aalen zog es ihn 2012 zu RB Salzburg, wo er den Durchbruch schaffte. Nach einem kurzen, relativ erfolglosen Intermezzo in Dortmund, holte Leverkusen sein Eigengewächs zur Saison 2015/16 zurück in den eigenen Stall und landete damit einen Volltreffer. Seit seiner Rückkehr ist der technisch versierte Dauerläufer der Motor des Leverkusener Spiels und aus dem Mittelfeld nicht mehr wegzudenken. Wegen seiner Leistungen ist laut dem "kicker" angeblich auch Atletico Madrid auf ihn aufmerksam geworden und möchte ihn im Sommer verpflichten.

Der Trainer

Seit Montag ist Tayfun Korkut der neue starke Mann an der Linie bei Bayer. Der in Stuttgart geborene Deutsch-Türke übernimmt interimsmäßig das Amt von Roger Schmidt, bei seinen bisherigen Trainerstationen in Deutschland (Hannover 96 und 1. FC Kaiserslautern) hatte Korkut allerdings wenig Erfolg.

Zu seinen Möglichkeiten, bis Freitag Veränderungen vorzunehmen, sagte er selbst im „kicker“: „Wir haben ja jetzt keine Vorbereitung mehr. Deswegen wäre jetzt alles umzukrempeln nicht der richtige Ansatz. Unsere Spielweise sollte in der einen oder anderen Situation einen Tick kontrollierter sein als zuletzt. Aber jetzt etwas Neues einzupflanzen, dafür haben wir nicht die Zeit.“ Bleibt alles beim Alten, wird das Team also im 4-4-2 System auflaufen und viel Pressing spielen.

Verletzte und gesperrte Spieler

Bei Bayer fehlen zwar nur zwei Spieler, dafür aber wichtige. Hakan Calhanoglu wurde von der Fifa bis zum Saisonende gesperrt und Jonathan Tah fällt nach einem Faserriss im Oberschenkel weiterhin aus.

Leverkusens Leistungsträger

So lief das Spiel der Hinrunde 2016/17

Daran erinnern sich die Bremer Fans sicher noch gerne: Werder siegte im Heimspiel gegen den großen Favoriten mit 2:1. Bremen startete stark und wurde mit dem 1:0 durch Zlatko Junuzovic belohnt (13.). Leverkusen schlug aber noch vor der Pause zurück: Hakan Calhanoglu traf per Kopf (27.) und Bayer drückte aufs Tempo. Den spielentscheidenden Treffer erzielten aber die Bremer: Ousman Manneh traf nach der Halbzeit (59.) und Werder brachte den Sieg ungefährdet über die Zeit.

Statistik

Leverkusens Heimbilanz gegen Werder sieht nicht besonders rosig aus. Von den vergangenen elf Spielen hat das Team nur drei gewonnen, in den vergangenen fünf setzte es sogar drei Niederlagen. Bei den letzten beiden Partien netzte Werder außerdem siebenmal ein.

Insgesamt sind die Bremer in dieser Saison auswärts ziemlich treffsicher und trafen in jedem der vergangenen zehn Spiele. Besonders Serge Gnabry sticht in dieser Statistik hervor. Neun seiner zehn Treffer erzielte er auswärts. Für Werder daher besonders bitter, dass Gnabry ausfällt. In den vergangenen beiden Auswärtsspielen reichten zudem jeweils zwei Tore zum Sieg.

Bayer kassierte dagegen in acht der vergangenen neun Heimspiele mindestens ein Gegentor und mit insgesamt 13 die zweitmeisten in der Rückrunde. Nur Tabellen-Schlusslicht Darmstadt wurde mit 15 Treffern noch häufiger bestraft. Acht Gegentore nach Ecken sind auch kein guter Wert. Gegen eine Niederlage von Bayer spricht allerdings, dass sie in dieser Spielzeit noch keine drei Heimspiele hintereinander verloren haben.

Die Duelle in Zahlen

Auswärtsbilanz: 11 S, 14 U, 15 N – 52:63 Tore

Gesamtbilanz: 33 S, 31 U, 21 N – 132:124 Tore

fmi

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