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Felix Wiedwald! Der Werder-Torwart hielt einen Elfmeter in der Schlusssekunde.

Werder 1:1 gegen Leverkusen

Elfmeter-Held in letzter Sekunde: Wahnsinniger Wiedwald

Bremen - Von Björn Knips. Das ist der Wahnsinn! Werder Bremen holt ein 1:1 gegen Bayer Leverkusen - dank Joker Claudio Pizarro und Last-Minute-Elfmeter-Held Felix Wiedwald.

Kurz vor Schluss lagen die Bremer am Freitagabend in Leverkusen beim Stand von 1:1 plötzlich am Boden, denn Schiedsrichter Tobias Stieler hatte nach einem Foul von Maximilian Eggestein an Benjamin Henrichs auf den Elfmeterpunkt gezeigt. Doch Werder-Keeper Felix Wiedwald hielt den Strafstoß von Ömar Toprak einfach fest – und damit auch den Punkt. Claudio Pizarro hatte in der 79. Minute mit seinem ersten Saisontor die frühe Führung der Gastgeber durch Kevin Volland (7.) egalisiert. Am Ende war es ein hochverdienter Bremer Punkt, der Mut macht im Abstiegskampf.

Trainer Alexander Nouri hatte umgestellt und damit durchaus überrascht. Der Coach kehrte zur Dreierkette zurück und beorderte deshalb Milos Veljkovic als dritten Innenverteidiger in die Startelf. Als alleiniger Sechser durfte Maximilian Eggestein ran, als Achter davor Florian Grillitsch und Zlatko Junuzovic. Der wiedergenesene Thomas Delaney saß dagegen nur auf der Bank, genauso wie Claudio Pizarro, der vor einer Woche gegen Darmstadt noch begonnen hatte.

Werder startete forsch. Schon nach zwei Minuten prüfte Theodor Gebre Selassie mit einem Kopfball Bayer-Keeper Bernd Leno. Dann prüfte der Tscheche aber auch völlig unnötig seine Mitspieler – und zwar mit einer völlig verunglückten Fußabwehr am eigenen Strafraum. Der Ball landete bei Leverkusens Julian Brandt, der von Niklas Moisander nicht heftig genug attackiert wurde, und die Kugel an die Unterkante der Latte hämmerte. Werder-Keeper Felix Wiedwald hatte noch seine Finger im Spiel. Den Abpraller versenkte dann Kevin Volland unbedrängt zum 1:0 (7.). Veljkovic hatte nicht aufgepasst. Was für ein ärgerlicher Gegentreffer!

Dank Pizarro und Wiedwald: Ein Punkt für Werder

Trotz Verletzung vor dem Spiel mit guter Laune: Serge Gnabry.
Trotz Verletzung vor dem Spiel mit guter Laune: Serge Gnabry. © nordphoto
Felix Wiedwald streckt sich vergeblich. Kevin Volland staubt nach Julian Brandts Lattenkracher per Kopf ab...
Felix Wiedwald streckt sich vergeblich. Kevin Volland staubt nach Julian Brandts Lattenkracher per Kopf ab... © nordphoto
...und die Leverkusener feiern das 1:0.
...und die Leverkusener feiern das 1:0. © nordphoto
Zum Haare raufen, auch mit neuer Frisur. Max Kruse und Werder fehlte in der ersten Hälfte vorne die Durchschlagskraft.
Zum Haare raufen, auch mit neuer Frisur. Max Kruse und Werder fehlte in der ersten Hälfte vorne die Durchschlagskraft. © nordphoto
An den Fans lag es nicht. Sie unterstützten Werder auch auswärts vorbildlich.
An den Fans lag es nicht. Sie unterstützten Werder auch auswärts vorbildlich. © nordphoto
Theodor Gebre Selassie kümmert sich um Bernd Leno. Die beiden waren vorher unglücklich zusammengeprallt.
Theodor Gebre Selassie kümmert sich um Bernd Leno. Die beiden waren vorher unglücklich zusammengeprallt. © nordphoto
Fin Bartels im Duell mit Ömer Toprak.
Fin Bartels im Duell mit Ömer Toprak. © nordphoto
Pizarro wird eingewechselt und trifft prompt - mit seinem Oberschenkel.
Pizarro wird eingewechselt und trifft prompt - mit seinem Oberschenkel. © nordphoto
Der Blick zum Linienrichter, kein Abseits, das Tor zählt.
Der Blick zum Linienrichter, kein Abseits, das Tor zählt. © nordphoto
Jetzt feiern die Werderaner den späten Ausgleich.
Jetzt feiern die Werderaner den späten Ausgleich. © nordphoto
Und am Ende noch Elfmeterkiller Wiedwald.
Und am Ende noch Elfmeterkiller Wiedwald. © nordphoto
Den Leverkusenern ist ihre Enttäuschung dagegen anzusehen.
Den Leverkusenern ist ihre Enttäuschung dagegen anzusehen. © nordphoto

Immerhin: Werder ließ sich davon nicht beeindrucken, versuchte, nach vorne zu spielen – und hatte dabei viel Platz und oft Überzahl. Das lag auch an den beiden Außen Gebre Selassie und Robert Bauer, die sich oft in die Offensive einschalteten. Bei Ballbesitz des Gegners machte dieses Duo aus der Dreier- eine Fünferkette. Das schmeckte Bayer überhaupt nicht. Zudem wirkten die Leverkusener trotz der Führung ziemlich verunsichert. Der neue Coach Tayfun Korkut (für Roger Schmidt) hatte ihnen seit seiner Inthronisierung am Montag offenbar noch kein neues Selbstvertrauen einimpfen können.

Ganz anders Werder. Die Bremer standen hinten sicher, ließen nur noch einen Fernschuss von Wendell zu (31.), den Wiedwald parierte. Und sie spielten auch durchaus gefällig nach vorne. Die Sache hatte nur einen Haken: Es gab trotz eines schwächelnden Gegners keine Torgefahr. Chancen? Fehlanzeige!

Starke Parade: Bellarabi scheitert an Wiedwald

„Wir machen ein gutes Auswärtsspiel, aber uns fehlt die Klarheit im Abschluss“, monierte Sportchef Frank Baumann und hoffte auf die zweite Halbzeit. Doch die begann gleich mit einer Riesenchance für Leverkusen. Karim Bellarabi hatte das 2:0 auf dem Fuß, scheiterte aber an Wiedwalds Fuß (48.). Eine ganz starke Parade des Werder-Keepers.

Nach knapp einer Stunde wurde dann endlich auch Werder gefährlich – also fast gefährlich. Junuzovic hatte nach feiner Hereingabe von Fin Bartels aus elf Metern freie Bahn, brachte aber nur einen kläglichen Schussversuch zustande. Futsch war diese Topchance zum Ausgleich.

104. Tor zum 1:1 - Pizarro trifft im Jubiläums-Spiel

Nouri reagierte, brachte Delaney für Grillitsch, um mehr Schwung ins Bremer Spiel zu bringen (67.). Und neun Minuten später auch noch Claudio Pizarro für Theodor Gebre Selassie. Endlich ein echter Stürmer. Max Kruse und Bartels hatten zwar in der Aufstellung die beiden vorderen Positionen eingenommen, aber nicht wirklich ausgefüllt. Doch ein Pizarro kann das – und wie. Nach einem Schussversuch von Bauer, war der Oberschenkel des Peruaners genau dort, wo der Oberschenkel eines Torjägers eben sein muss. Der Ball veränderte die Richtung und landete zum 1:1 im Netz (79.).

Kaum zu glauben, es war Pizarros erster Saisontreffer und das ausgerechnet im 200. Bundesligaspiel für Werder. Was für ein Ausrufezeichen des 38-Jährigen, den viele schon abgeschrieben hatten. In Unterzahl, Wendell hatte Gelb-Rot gesehen (90.), kam Bayer noch zum Elfmeter, aber nicht zum Sieg.

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