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Claudio Pizarro (2.v.r.) und Felix Wiedwald (r.) waren Werders Helden beim Remis gegen Leverkusen.

Zwei Helden für einen Punkt

Pizarro und Wiedwald – die Kollegen wollen beide gerne behalten

Leverkusen/Bremen - Von Daniel Cottäus. Werder Bremens 1:1 gegen Bayer Leverkusen kannte zwei Helden: Claudio Pizarro und Felix Wiedwald. Bei beiden ist die Zukunft ungeklärt - die Mitspieler würden sie jedenfalls gerne behalten.

Thomas Delaney spricht sehr gutes Englisch, nach eigener Aussage aber noch nicht so gutes Deutsch, weswegen er nach den Spielen lieber auf Englisch Auskunft gibt. Am späten Freitagabend schlich sich in die Ausführungen des Dänen dann allerdings eine kleine, aber doch sehr interessante Ausnahme ein: „Fingerspitzengefühl“, sagte Delaney plötzlich.

Er meinte damit die spezielle Fähigkeit von Mitspieler Claudio Pizarro, in den entscheidenden Momenten am richtigen Ort zu stehen. Bei Werders 1:1 in Leverkusen hatte Pizarro erstmals in dieser Saison einen solchen Moment erwischt und für den so wichtigen Ausgleich gesorgt, was dem Altmeister hinterher ein wahres Loblied seiner Teamkollegen einbrachte. Jeder Werder-Spieler, der etwas sagte, sagte etwas über Pizarro, und Worte wie „Qualität“, „Ausstrahlung“ und „Maximum“ standen dabei hoch im Kurs.

Da war aber noch einer, der sich am Freitagabend vor Lob und Anerkennung kaum retten konnte: Torhüter Felix Wiedwald, der Elfmeterheld, der, der den Punkt in der letzten Szene des Spiels mit seiner Parade gegen Ömer Toprak festgehalten hatte. Pizarro und Wiedwald – hätte Werder das Spiel gewonnen, hätte es für beide diesen bekannten, weil gern verwendeten Begriff gegeben: Matchwinner. Aber auch wenn es unter dem Strich „nur“ zu einem Unentschieden gereicht hatte – beide waren die prägenden Bremer Figuren eines ereignisreichen Abends gewesen.

Einzelkritik: Starker Eggestein patzt ganz böse

Dass Werder nun 26 Punkte auf dem Konto hat und seit vier Spielen ungeschlagen ist, war zwar das Resultat einer insgesamt starken Mannschaftsleistung, aber es gab eben diese zwei Szenen, ohne die die Bremer das Spiel wohl verloren hätten. Szene 1: Pizarro trifft zum Ausgleich, Szene 2: Wiedwald hält seinen ersten Strafstoß überhaupt in der Bundesliga.

Eingewechselt in der 76. Minute, Torschütze in der 79. Minute: Werders Sturm-Legende war sofort voll da. Einen Schuss von Robert Bauer fälschte der Peruaner in seinem 200. Bundesligaspiel für den SVW mit dem Oberschenkel ins Tor ab. Er selbst beteuerte später, dass es pure Absicht gewesen sei. Thomas Delaney kümmerte es hingegen überhaupt nicht, wie das Tor gefallen war. „Mir ist es völlig egal, ob er ein Traumtor schießt, oder ob er mit seinem dicken Bauch trifft“, scherzte der Däne. Robert Bauer betonte: „Vielleicht ist bei ihm jetzt endlich der Knoten geplatzt, und vielleicht ging's auch nur so, dass er so ein kurioses Ding macht.“

Verlängerung mit Pizarro? Nouri: "Ball liegt bei Claudio"

Für Fin Bartels ist der 38-jährige Pizarro „ein abgezockter Hund. Er wird noch weiterhin wichtig für uns sein.“ Wie es mit Werders Rekordtorschützen (jetzt 104 Bundesligatreffer) nach der Saison weitergeht, ist jedoch völlig offen. Entscheidend ist die Frage, wie lange sein Körper den Ansprüchen der Bundesliga noch genügt. Pizarros Mitspieler wünschen sich jedenfalls, dass er noch ein Jahr dranhängt, denn „er hat den Riecher“ (Bauer), „kann gerade den jungen Spielern weiterhelfen“ (Maximilian Eggestein) und besitzt „diese Ausstrahlung, vor der jeder Gegner Angst hat“ (Felix Wiedwald). Werders Finne Moisander verglich Pizarro mit dem legendären finnischen Spielmacher Jari Litmanen und betonte: „Diese Art von Fußball-Intelligenz kann man nicht lernen.“

Trainer Alexander Nouri sagte zur Zukunft Pizarros: „Ich will da keinen Spekulationen vorgreifen. Das ist eine Entscheidung von Claudio und vom Verein.“ Dann gab der Coach aber doch einen Einblick: „Im Grunde liegt der Ball bei Claudio.“ Dass dessen Tor am Ende einen Punkt wert war, lag aber eben auch an Felix Wiedwald.

Den Strafstoß zu halten sei die „pure Freude“ gewesen, erstaunt sei er aber nicht darüber, dass „ich so eine Leistung abrufen kann“. Mit zuletzt starken Auftritten hat sich der 26-Jährige den Platz im Werder-Tor zurückerkämpft. „Er hat uns in den letzten Wochen Punkte festgehalten. Das freut mich sehr“, lobte Aufsichtsratschef Marco Bode. Und Niklas Moisander sagte, dass er nicht nur Pizarro, sondern auch Wiedwald gerne bein Werder behalten möchte: „Ich würde ihn gegen niemanden eintauschen im Moment.“

Dank Pizarro und Wiedwald: Ein Punkt für Werder

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