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Thomas Delaney (l.) hatte bei der Pressekonferenz vor dem Dortmund-Spiel viele lobende Worte für Trainer Florian Kohfeldt übrig.

Werder vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund

Delaney fordert: „Sieg, Sieg, Sieg“

Bremen - Die Schrammen auf Stirn und Wange zeugten damals von eine großen Kampf. Die Enttäuschung, die ihm ebenfalls ins Gesicht geschrieben stand, davon, dass der Kampf erfolglos gewesen war.

Mit einer 1:2-Niederlage gegen Borussia Dortmund hatte vor knapp elf Monaten die Bundesliga-Karriere von Thomas Delaney begonnen. Was der Däne damals nicht wusste: Werder Bremen stand im Januar vor einer sehr erfolgreichen Rückrunde. Am Samstag heißt der Gegner für Delaney und den SV Werder nun wieder Borussia Dortmund. Diesmal fühlt der 26 Jahre alte Mittelfeldspieler aber schon vorher: „Wir stehen am Beginn eines Aufschwungs.“ Und der hat für ihn viel mit Trainer Florian Kohfeldt zu tun.

Chemie zwischen Kohfeldt und Delaney stimmt

„Mit ihm sind wir vom ersten Tag an besser geworden“, sagt Delaney und gibt damit auf seine Art eine Antwort auf die Frage, ob er sich eine Weiterbeschäftigung des Cheftrainers auch über die Winterpause hinaus wünscht. Delaney hätte auch einfach Ja sagen können, aber webte in seine Bestandsaufnahme viele gute Worte für Kohfeldt ein: „Ich kann nur für mich sprechen. Aber ich sehe, dass die Zusammenarbeit sehr gut ist. In den sechs Wochen mit ihm haben wir viel entwickelt, die Mannschaft ist besser geworden. Das ist insgesamt eine gute Geschichte.“

Delaney erzählt von alldem, während Florian Kohfeldt auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spieltag direkt neben ihm auf dem Podium sitzt. In solchen Konstellation kann man natürlich nicht erwarten, dass der Spieler sich negativ über den Trainer äußert. Aber was Delaney sagt, ist mehr als pflichtschuldiges Lob. Immer wieder scherzt er mit Kohfeldt, die beiden lachen sich an. Die Chemie stimmt – das ist keine Frage.

Und das ist es auch, was Delaney wiederholt erwähnt in seinen Äußerungen zur Lage, die tabellarisch angesichts von Platz 17 nach 14 Spielen alles andere als entspannt ist. Erst recht nicht, wenn der nächste Gegner Borussia Dortmund ist, das Spiel zu allem Überfluss auch noch im 81.359 Zuschauer fassenden BVB-Tempel ausgetragen wird.

Dennoch spricht er wiederholt vom „guten Gefühl“, das alle im Team ergriffen habe. „Wir sind nicht zufrieden, im unteren Teil der Tabelle zu stehen. Aber wir haben Vertrauen in die Ideen des Trainers. Im Moment haben wir das Gefühl, dass wir mit guten Resultaten nach oben kommen.“ Die Partie in Dortmund klammert er dabei ganz absichtlich nicht aus: „Ich bin überzeugt davon, dass wir auch dort gewinnen können.“

Delaney lebt Optimismus

Ziemlich gerade heraus geht Delaney mit seinen Ambitionen um. Und er wirkt dabei nicht wie viele seiner Berufskollegen, die den Optimismus mehr runterleiern, statt ihn tatsächlich zu leben. Delaney tut dies – und zwar mit großer Überzeugungskraft. Mit dem Verlauf der vier Spiele unter Kohfeldts Regie sei er grundsätzlich zufrieden.

„Wir haben dreimal gut gespielt, und das erste Spiel, in dem wir nicht gut waren, haben wir gewonnen“, sagt er und meint das 1:0 gegen den VfB Stuttgart am vergangenen Wochenende. „Aber jetzt müssen wir auch gegen objektiv bessere Mannschaften wie Dortmund Punkte holen“, fordert Delaney: Unser Anspruch ist nicht eine Serie von Sieg, Niederlage, Sieg. Für uns muss es heißen: Sieg, Sieg, Sieg – oder wenigstens sehr nahe dran.“ Gelegenheitserfolge würden Werder eben nicht aus der Gefahrenzone bringen.

Dortmund für Delaney das „beste Auswärtsspiel der Saison“

Als sich Thomas Delaney im Januar beim Bundesliga-Debüt seine Kratzer weggeholt hatte, schloss Werder die Hinrunde als Tabellen-15. ab. Was für Frust und Angst sorgte. Ein knappes Fußball-Jahr später könnten die Bremer mit einer Überraschung in Dortmund auf eben diesen 15. Platz springen und wären einigermaßen zufrieden, wenn sie auf diesem Rang in die Winterpause gehen könnten.

Dass zwischenzeitlich die Beinahe-Qualifikation für die Europa League stand – das Unterfangen scheiterte erst mit der 3:4-Pleite am letzten Spiel in Dortmund (!) – ist Teil von Thomas Delaneys bislang bewegter Werder-Zeit. „Es war ein Auf und Ab“, sagt er. Aktuell wähnt er sich wieder im Fahrstuhl nach oben. An dessen Seilen werden am Samstag in Dortmund 8.500 Bremer Fans ziehen. Für Delaney ist das die Zugabe, die die Partie zum „besten Auswärtsspiel der Saison macht. In so einem Stadion mit 8.500 eigenen Fans zu spielen, ist geil.“

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