+
Ex-Werder-Spieler Sokratis lief bereits in 113 Bundesligaspielen für den BVB auf.

Star in Zahlen

Sokratis: Verliert als Slalomstange, gewinnt bei Scrabble

Dortmund - Von Saskia Gras. Den Werder-Fans ist der stoische Grieche als Abräumer in der Abwehr noch gut im Gedächtnis, seit Sommer 2013 holt er regelmäßig die Gegner von Borussia Dortmund von den Beinen. Der Star in Zahlen.

3 Tunnel in zehn Sekunden: Was sich anhört wie ein Trick auf der Playstation, erlebte Sokratis in der Hinrunde 2015 gegen seinen Ex-Club Werder. An der Seitenlinie traf er auf Gegenspieler Zlatko Junuzovic – und der schob ihm frech den Ball durch die Beine. Ganze drei Mal ließ Sokratis Werders Mittelfeldmann gewähren, bevor der Grieche zum Foul griff. Das Kunststück war am Ende vergebens, Werder verlor die Partie mit 1:3. Insgesamt vier Aufeinandertreffen zwischen Sokratis und Werder gab es seit seinem Wechsel, der Verteidiger ging jedes Mal als Sieger vom Platz.

16 Buchstaben hat sein Nachname Papastathopoulos, bei Scrabble wären das ganze 25 Punkte – würden Eigennamen zählen. Im Fußball wurde es nach Sokratis' Last-Minute-Ausgleich in der Vorrunde 2014 gegen Costa Rica der längste Nachname eines Torschützen bei einer Weltmeisterschaft. Den längsten Nachnamen der Bundesliga hatte der Grieche schon bei seinem Wechsel zu Werder 2011, verzichtete aber schnell auf ihn. Seitdem wird er offiziell nur noch als Sokratis geführt.

35 Sekunden Besprechung mit dem Videoschiedsrichter, dann gab Patrick Ittrich das 2:0 für Dortmund. Es war am vierten Spieltag der Saison 2017/18, als Sokratis in der Nachspielzeit der ersten Hälfte gegen den 1. FC Köln traf. So weit, so unspektakulär. Doch der Schiedsrichter pfiff ein Foul des Verteidigers am Kölner Torhüter und gab das Tor nicht – bis sich der Videoschiedsrichter einschaltete. Der konnte kein Foul erkennen, Sokratis' Treffer zählte. Das Problem: Als der Schiedsrichter abpfiff, war der Ball war noch gar nicht über der Torlinie. Laut Regelwerk war das Spiel also unterbrochen, das Tor hätte nicht gewertet werden dürfen. Am Ende waren alle Diskussionen umsonst, Dortmund gewann mit 5:0.

64 Prozent gewonnene Zweikämpfe kann der Verteidiger in der laufenden Saison verbuchen – und ist damit Spitzenreiter bei Dortmunds Feldspielern. Dazu kommt noch eine Passquote von 89 Prozent. Topwerte, die zeigen, warum er ein Fixpunkt in der BVB-Abwehr ist. Ein weiterer Spitzenwert: Bei Dortmund hat er in der bisherigen Saison am meisten Fouls begangen (20). Eine Statistik, die seinen Ruf als kompromissloser Abräumer bestätigt. Oder wie das Magazin „11Freunde“ schrieb: „Seine Gesamterscheinung lässt keinen Zweifel aufkommen, dass er jederzeit bereit wäre, einen 40-Tonner von der B1 zu tacklen.“

2010, Weltmeisterschaft in Südafrika. Es war das letzte Spiel in der Gruppe B, Argentinien gegen Griechenland, und Messi kam einfach nicht ins Spiel. Der Grund: Sokratis ließ ihm keinen Millimeter Raum, spielte extremste Manndeckung und die sehr überzeugend. Trotzdem verlor Griechenland die Partie mit 0:2 und schied aus. Noch besser als Sokratis' Abwehrarbeit war aber der Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zum Spiel: „Die Luft, die Messi atmete, hatte vorher Sokratis Papastathopoulos gesiebt.“ Die Taktik hatte sich natürlich der griechische Nationaltrainer ausgedacht – Werder-Legende Otto Rehhagel.

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Auch interessant

Was denkst Du über den Artikel?

Nichts mehr verpassen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.