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Auch wenn Gladbach von sieben Rückrundenspielen fünf verloren hat – Werder-Trainer Florian Kohfeldt sieht ein schweres Auswärtsspiel auf seine Mannschaft zukommen.

Werder will in Gladbach nachlegen

Präzision ist Pflicht

Bremen - Florian Kohfeldt hat sie auch heute, eineinhalb Jahre später, noch ganz genau im Ohr – diese Melodie, mit der er ausschließlich Negatives verbindet.

Zu hören bekam er sie an jenem 17. September 2016 ja auch oft genug. Nach einem desaströsen Auftritt ging Werder damals mit 1:4 bei Borussia Mönchengladbach unter – „an den Torjingle, den sie da spielen, kann ich mich gut erinnern“, sagte Kohfeldt am Mittwoch. Für Werders heutigen Trainer war der Song „Maria“ von Scooter – den meisten wohl besser bekannt als „Döp, Döp, Döp“ – so etwas wie die musikalische Begleitung seiner Beurlaubung.

Als Teil des Trainerteams von Chefcoach Viktor Skripnik war für Kohfeldt damals die Zeit in der Bundesliga vorbei. Freitagabend kehrt er nun erstmals nach Gladbach zurück, und der 35-Jährige weiß, was passieren muss, damit es für ihn am Niederrhein dieses Mal besser läuft.

Personalsorgen bei Gladbach

„Wir müssen eine sehr hohe Sicherheit in der Ballzirkulation haben“, forderte Kohfeldt Mittwoch während der Pressekonferenz vor dem Spiel. „Auch generell müssen unsere Abläufe in Gladbach präzise sein.“ Es waren Sätze, die deutlich machten, wie groß Kohfeldts Respekt vor dem Gegner ist. Davon, dass Gladbach in der Rückrundentabelle nur den 15. Platz belegt, will sich der Trainer nicht blenden lassen. Den Grund für die schwache Liga-Bilanz des Gegners im Jahr 2018 (zwei Siege, fünf Niederlagen) sieht er eher in den großen Personalsorgen, mit denen sich sein Trainerkollege Dieter Hecking plagt. „Ich sehe die Borussia aber trotzdem als gefestigte Mannschaft“, hob Kohfeldt hervor.

Um im Borussia-Park die nächsten wichtigen Punkte im Kampf gegen den Abstieg zu sammeln, wird sich Werder also etwas einfallen lassen müssen. Nach zwei Spielen gegen sehr defensiv ausgerichtete Gegner wie Freiburg (0:1) und Hamburg (1:0) hatte Kohfeldt im Anschluss an das Nordderby in Aussicht gestellt, die Rolle von Max Kruse auf dem Platz womöglich etwas abzuwandeln.

Mittwoch wollte er von diesen Plänen bezogen auf das Gladbach-Spiel allerdings nichts mehr wissen. „Das war eher eine Reaktion auf Freiburg und Hamburg, die sich sehr darauf eingestellt hatten, wie Max spielt“, erklärte Kohfeldt – und schob hinterher: „Von Gladbach erwarte ich das nicht unbedingt, weil sie den Anspruch haben, selbst das Spiel zu machen.“

Genau das – so hofft Kohfeldt – könnte ein Vorteil für seine Mannschaft sein: „Sie laufen den Gegner früh an. Das könnte dazu führen, dass es für uns mehr offensive Räume gibt.“ Wie immer setzt Werders Coach darauf, aus dem Spiel mit Ball heraus Lösungen zu entwickeln. Vor dem Duell in Gladbach unterstrich er aber mit Nachdruck, dass auch Konter ein probates Mittel sein könnten. „Wir wollen spielerische Lösungen, aber wenn es nicht geht, müssen wir auch den anderen Weg gehen können.“

Werder muss der Konkurrenz zweimal zuschauen

So oder so: Den Bremern ist die große Bedeutung des Spiels in jedem Fall bewusst. Schließlich müssen sie nach ihrem Auftritt im Borussia-Park gleich zweimal der kompletten Konkurrenz bei der Arbeit zuschauen. Erst an diesem Wochenende, an dem die anderen Clubs samstags und sonntags spielen, und dann auch am nächsten, wenn Werder am Montagabend gegen Köln den Spieltag beschließt. Während die Grün-Weißen zwischen Freitag und Montag Fall in diesem Fall also zehn Tage Pause haben, hat die Konkurrenz doppelt Gelegenheit, im Abstiegskampf zu punkten.

„Ich würde wirklich nur sehr ungerne darüber reden, dass wir uns vor dem Köln-Spiel wieder auf dem Relegationsplatz befinden“, sagte Kohfeldt. Ein Sieg in Gladbach und dieses Szenario wäre ein ziemlich großes Stück unwahrscheinlich geworden.

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