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Kevin-Prince Boateng spielt seit dieser Saison bei Eintracht Frankfurt.

Star in Zahlen

Kevin-Prince Boateng: Vom Draufgänger zum Muster-Kicker

Frankfurt - Von Saskia Gras. Kevin-Prine Boateng sorgte schon oft für Negativschlagzeilen. Der Offensivmann, der am Freitagabend mit der Eintracht auf Werder trifft, hat sich um 180 Grad gedreht.

11 Stiche brauchten Ärzte, um die Wunde am Kopf von Makoto Hasebe zu nähen, nachdem er die Stollen von Kevin-Prince Boateng abbekommen hatte. Das war in einem Bundesliga-Spiel 2010, Boateng war neun Minuten zuvor bei Borussia Dortmund eingewechselt worden. Für den Tritt sah er Rot, nach dem Spiel entschuldigte er sich beim Wolfsburger. In dieser Saison sind Boateng und Hasebe Teamkollegen bei Eintracht Frankfurt.

15 Liter hat Kevin-Prince Boateng nach eigenen Angaben täglich getrunken. Als ein Arzt ihn darauf hinwies, so viel Wasser sei ungesund, begrenzte er es auf zehn Liter. „Für mich ist das Wassertrinken ein bisschen zur Sucht geworden, aber es gibt bestimmt viel schlimmere Süchte als eine Wassersucht“, sagte Boateng 2014 im Interview mit „derwesten.de“. „Besser zum Beispiel als früher, als ich zwei, drei Liter Cola am Tag getrunken habe.“

17 Jahre alt war Boateng, als er Niko Kovac kennenlernte. Beide kommen aus Berlin-Wedding, laut Boateng sogar aus der selben Straße. Kovac unterstützte ihn schon zu seiner Anfangszeit bei Hertha BSC: „Er sagte immer: Du bist mein Krieger, mit dir kann ich Kriege gewinnen“, erzählte Boateng in einem „Kicker“-Interview. Als Kovac Trainer in Salzburg wurde, schickte Boateng ihm eine Nachricht, dass er eines Tages von ihm trainiert werden will. Dass es jetzt bei Frankfurt soweit ist, hätte vermutlich keiner von beiden erwartet.

26 Minuten ist das Freundschaftspiel des AC Mailand gegen Pro Patria im Januar 2013 alt, als Kevin-Prince Boateng den Ball wegschlägt und den Platz verlässt. Der Grund: Andauernde rassistische Beleidigungen durch Teile der Zuschauer. Die gesamte Mannschaft folgt ihm in die Kabine – Bilder, die um die Welt gehen. Die Fifa startet im Nachgang eine Anti-Rassismus-Kampagne, Boateng darf sogar eine Rede bei den Vereinten Nationen halten. Mit Fremdenfeindlichkeit hat er allerdings immer noch zu kämpfen.

34 – das ist die Rückennummer von Abdelhak Nouri. Der Spieler von Ajax Amsterdam hatte im Testspiel vor der Saison gegen Werder Bremen einen Herzstillstand erlitten, trug bleibende Schäden davon. Boateng ging der dramatische Vorfall ans Herz und kündigte an, die ganze Saison ein T-Shirt mit Nouris Name und Rückennummer unter seinem Trikot zu tragen. „Um meine Unterstützung zu zeigen und weil ich für dich bete“, schrieb Boateng bei Twitter.

95 Kilo schwer, aufgedunsen von Alkohol und Fast Food, jede Nacht Party bis um 6 Uhr morgens. Im Jahr 2008 hat Boateng nach seinem Wechsel zu den Tottenham Hotspurs einen Tiefpunkt in seiner noch jungen Karriere erreicht. Trainer Martin Jol hatte dem 20-Jährigen nach nur einem Monat mitgeteilt, dass er nicht mit ihm plane. Boateng tröstete sich mit Autos und Partys - bis er sich nicht mehr wiedererkannte. Eines Tages leitete er eine radikale Wende ein: Er räumte mit Freunden die Wohnung und den Kühlschrank auf, begann selbst zu kochen und sich gesund zu ernähren. Eine Initialzündung zur Rettung seiner Karriere.

2010, nach Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft mit Ghana, traf er Nelson Mandela. Ein Lebenstraum ging in Erfüllung. Und es kam noch besser, wie er dem „Guardian“ berichtete: Bei der Begrüßung erzählte Mandela ihm, dass seine Tochter Boateng heiraten wolle. Als der entgegnete, er habe schon eine Freundin, konterte Mandela cool: „Ich habe auch noch andere Töchter, hübschere.“

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