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Wieder jubeln die Bremer, wieder hadert der Gegner. Aber dieses Bild war am Freitag nur eine Momentaufnahme.

Werder gegen Frankfurt

2:2 - Sieg verschenkt, aber die Serie hält

Frankfurt - Den großen Schritt Richtung Europa hat Werder Bremen am Freitag zwar verpasst, mit dem 2:2 (0:2) bei Eintracht Frankfurt punktete sich das Team aber weiter Richtung Klassenerhalt.

Eigentlich stand wegen der Serien der beiden Teams schon vor dem Spiel fest, wer der Sieger sein würde. Hier die Bremer mit dem maximalen Rückenwind, dort die Eintracht mit der Last von acht Partien in Folge ohne Sieg und vier Spielen in Serie ohne Tor. Welche Zweifel hätte es also geben sollen am nächsten Bremer Dreier?

Diese Frage beantwortete die Eintracht auf ihre Weise. sie bestimmte die Anfangsphase, setzte die Bremer gehörig unter Druck. Und sorgte für den ersten Knalleffekt der Partie. Abwehrkante David Abraham wuchtete den Ball aus 30 Metern mit urwüchsiger Kraft an die Latte (10.). Felix Wiedwald war wohl noch mit den Fingerspitzen dran – und auf Twitter wurde gewitzelt: Jetzt kann er jedes Verbrechen begehen, die Fingerabdrücke sind weg...

Frankfurt hatte weitere gute Chancen, Branimir Hrgota fehlten nur Zentimeter (11.), Wiedwald parierte zudem binnen Sekunden erst gegen Mijat Gacinovic, dann gegen Hrgota (27.). Werder hatte bis dahin vor 51 000 Zuschauern in der Commerzbank-Arena nicht viel zu melden. Aber das ist ja nichts Neues, so war es auch schon bei den ersten beiden Spielen der englischen Woche gewesen. Sowohl in Freiburg (5:2) als auch gegen Schalke (3:0) spielte zunächst nur der Gegner. Die Tore schoss aber Werder.

Einzelkritik: Starker Wiedwald an alter Wirkungsstätte

Felix Wiedwald
Felix Wiedwald: Lange Zeit wieder die „Wiedwall“! Und das passend gegen seinen Ex-Club, bei dem er einst sein Bundesliga-Debüt gefeiert hatte. Was die Eintracht vor der Pause auch versuchte, der Werder-Keeper parierte an alter Wirkungsstätte gleich mehrfach. Wahrscheinlich hatte er sogar beim Lattenkracher von Abraham noch seine Finger im Spiel (10.). Beim Anschlusstreffer absolut machtlos, genauso wie später auch beim Strafstoß zum 2:2. Kleiner, aber folgenloser Wackler am Ende. Note 2 © nordphoto
Milos Veljkovic
Milos Veljkovic (bis 28.): Ein Spiel zum Vergessen für den Serben. Sah schon früh Gelb (7.), dann nach einem taktischen Foul fast schon Gelb-Rot (21.). Deshalb musste der von Beginn an ziemlich unsicher wirkende Verteidiger früh runter. Note 5 © no rdphoto
Niklas Moisander
Niklas Moisander (r.): Der Abwehrchef hatte zu Beginn Mühe, die Defensive zu organisieren. Durch die Mitte kam zu viel, was aber nicht nur am Finnen lag. Ganz allein sein Ding war aber das Foul zum Strafstoß. Da klemmte er Hrgotas Arm so lange ein, bis der Stürmer fiel. So etwas muss ein 31-Jähriger cleverer lösen. Bote 4,5 © nordphoto
Luca Caldirola
Luca Caldirola (bis 53.): Machte dort weiter, wo er gegen Schalke aufgehört hatte. Ein ordentlicher Auftritt, bis ihn schon kurz nach der Pause Probleme am Fuß stoppten. Die englische Woche war offenbar zu viel für den Italiener nach seiner langen Verletzungspause. Note 3 © imago
Theodor Gebre Selassie
Theodor Gebre Selassie: Sehr auffällig mit vielen Ballkontakten. Doch vieles blieb Stückwerk – und hinten wirkte er in der Fünferkette nicht immer souverän. Fühlte sich später als echter rechter Verteidiger in der Viererkette sichtlich wohler. Note 3,5 © nordphoto
Maximilian Eggestein
Maximilian Eggestein: Ein Schwachpunkt bis zur überraschenden Führung. Konnte das Zentrum nicht dicht machen und leistete sich gefährliche Ballverluste. Dem Delaney-Ersatz fehlte diesmal die Leichtigkeit. Note 4 © dpa
Santiago Garcia
Santiago Garcia: Zweikampfstark, passsicher und diszipliniert – der Argentinier machte seine Sache auf der linken Seite als Ersatz des verletzten Bauer gut. Bis zum Eckball direkt nach der Pause. Da verlor er das Duell mit Landsmann Abraham, dessen Kopfball von Gacinovics Knie zum Anschlusstreffer ins Tor prallte. Musste nach dem Caldirola-Ausfall als Innenverteidiger aushelfen. Note 3,5 © nordphoto
Florian Grillitsch
Florian Grillitsch: Es lief längst nicht so gut beim Österreicher wie gegen Schalke. Doch er biss sich in die Partie, scheute keinen Zweikampf. Hätte sich mit dem Treffer zum 3:2 belohnen, schaffte aber bei seiner Direktabnahme nur einen zu harmlosen Aufsetzer (76.). Note 3,5 © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Zlatko Junuzovic: Erst etwas schläfrig, als er Abraham ungestört den Ball an die Latte hämmern ließ, dann hellwach, als ihn Kainz bediente. Sein drittes Saisontor. Kämpfte wie immer, aber hatte für gute Offensivaktionen zu wenig im Tank. Note 3 © nordphoto
Fin Bartels
Fin Bartels (bis 77.): Schon in der schwachen Anfangsphase ein Lichtblick, weil er sich durch die Frankfurter Defensive wuselte. Seinen feinen Treffer zum 2:0 leitete er selbst mit einem Pass auf Kruse ein. Es war sein fünftes Saisontor. Ließ dann etwas nach und machte deshalb Platz für Pizarro. Note 2,5 © nordphoto
Max Kruse
Max Kruse: Wo war eigentlich Kruse? Bis zur 43. Minute fast nicht zu sehen, dann aber eine sehr sehenswerte Vorarbeit zum 2:0. Es folgten noch einige wenige gute Pässe und die verpasste Riesenchance zum 3:2 (89.). Note 3,5 © nordphoto
Florian Kainz
Florian Kainz (ab 28.): Der Finten-Ösi. Immer wieder probierte er es außen mit angedeuteten Flanken, um seine Gegenspieler zu überraschen. In der 37. Minute mit großem Erfolg: Seine schöne Vorarbeit nach einem Tänzchen mit Chandler nutzte Junuzovic zum 1:0. Ziemlich flink unterwegs, manchmal etwas zu hektisch. Note 3 © nordphoto
Ulisses Garcia (r.)
Ulisses Garcia (ab 53., r.): Kam für den angeschlagenen Caldirola, durfte aber auf seiner gewohnten linken Seite verteidigen. Ein ordentlicher Auftritt. Note 3,5 © nordphoto
Claudio Pizarro (r.)
Claudio Pizarro (ab 77., r.): Der Superjoker stach nicht. Note - © nordphoto

Und zwar mit einer Effektivität, die mittlerweile mehr als unheimlich ist. Junuzovic gab beim 1:0 erst den zweiten Bremer Torschuss der Partie ab. Und mit dem dritten Torschuss stellte Bartels dann auch schon auf 2:0 (43.). Wie er den Ball mit dem Außenrist ins Frankfurter Tor hob, war großartig, zum Zungeschnalzen oder einfach nur zum Staunen. Wie über diesen Zwischenstand: 2:0 zur Halbzeit – so weit, so perfekt! „Ich musste ein bisschen schmunzeln, dass wir aus dem Nichts zwei Tore vorne lagen“, gestand Felix Wiedwald.

Doch der Start in den zweiten Spielabschnitt brachte einiges wieder in Unordnung. Erst verkürzte Gacinovic nach einem Eckball auf 1:2 (48./es war der erste Frankfurter Treffer nach 486 Minuten), dann musste in Luca Caldirola schon der zweite Innenverteidiger vom Platz – der Italiener bezahlte den dritten Einsatz binnen einer Woche mit Schmerzen im Mittelfuß. „Es kann sein, dass er uns jetzt erstmal nicht mehr zur Verfügung steht“, erklärte Sportchef Frank Baumann.

Caldirola verletzt: Werder muss erneut improvisieren

Werder musste wegen des Caldirola-Ausfalls erneut improvisieren. Aus dem 3-5-2 war schon nach Veljkovics Auswechslung ein 4-1-4-1 geworden. Caldirola-Ersatz Ulisses Garcia beteiligte sich fortan an der Abwehrarbeit, immer häufiger taten dies auch Kainz und Bartels, so dass sich mitunter eine Bremer Sechserkette den Frankfurter Angriffen entgegenstellte. Die Eintracht versuchte alles, um den Ausgleich zu erzielen, die Gäste machten alles, damit genau das nicht passieren würde. Die Partie wurde zur grün-weißen Abwehrschlacht, weil Werder überhaupt nichts mehr für die Offensive tat. Um dann – wie in den vergangenen Spielen erfolgreich praktiziert – den entscheidenden Konter zu setzen. Doch der kam diesmal nicht. Stattdessen schlug Frankfurt zu. Niklas Moisander hatte Hrgota umgerissen, den glasklaren Elfmeter verwandelte Marco Fabian (73.).

Die Bremer Reaktion: Kein Wackeln, dafür wieder mehr Angriffe, mehr Konstruktives. Und Pizarro kam, Bartels musste runter. Es war ein klares Signal, dass Werder Bremen auf Sieg setzte. Aber auch Frankfurt brachte in Haris Seferovic einen frischen Angreifer. Beide Kontrahenten gingen voll ins Risiko. Florian Grillitsch hätte für Werder treffen können (76.), Danny Blum (80.) oder Seferovic (82./nach kleinem Wiedwald-Fehler) für Frankfurt. Max Kruse vergab schließlich in Minute 89 die letzte und wohl auch beste Chance, als er aus elf Metern Abrahams Rücken, aber nicht das Frankfurter Tor traf.

36 Punkte haben die Bremer nun auf dem Konto, vier fehlen noch bis zum sicheren Klassenerhalt. Und drei davon wollen Kruse und Co. am Ostersonntag (15.30 Uhr) gegen den Hamburger SV holen. Nordderby im Weserstadion – das Fieber steigt schon...

Nur Remis: Werder verspielt 2:0-Führung

Werder Bremen war am Freitagabend bei Eintracht Frankfurt zu Gast.
Werder Bremen war am Freitagabend bei Eintracht Frankfurt zu Gast. © nordphoto
Werder Bremen war am Freitagabend bei Eintracht Frankfurt zu Gast.
Werder Bremen war am Freitagabend bei Eintracht Frankfurt zu Gast. © nordphoto
Werder Bremen war am Freitagabend bei Eintracht Frankfurt zu Gast.
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Werder Bremen war am Freitagabend bei Eintracht Frankfurt zu Gast.
Werder Bremen war am Freitagabend bei Eintracht Frankfurt zu Gast. © dpa
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