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Milos Veljkovic (l.) und Lamine Sane (r.) werden vermutlich als Teil einer Dreierkette auf dem Platz stehen. 

Aufschwung oder Dauerdepression?

Start in die Wochen der Wahrheit ohne Pizarro

Bremen - Claudio Pizarro fällt aus! Vor gar nicht allzu langer Zeit hätte diese Nachricht bei den meisten Fans des SV Werder Bremen noch Schockreaktionen ausgelöst. Doch irgendwie hat sich das verändert. Mittlerweile erwischt man sich bei dem Gedanken, dass die Schwächung so gravierend nicht mehr ist und dass die Offensive mit Max Kruse, Serge Gnabry und Fin Bartels auch ganz ordentlich besetzt ist.

Wenn der SV Werder am Sonntag um 15.30 Uhr beim FC Augsburg in die Wochen der Wahrheit startet, dann wird Pizarro fehlen. Der 38-Jährige hat seine muskulären Probleme nicht mehr rechtzeitig in den Griff bekommen, tauchte folglich beim Abschlusstraining am Samstag gar nicht erst auf. Auch Innenverteidiger Niklas Moisander (ebenfalls muskuläre Probleme) war nicht dabei. Womit sich Trainer Alexander Nouri von der Hoffnung verabschieden muss, dass es bei einem der beiden Wackelkandidaten möglicherweise doch noch hätte reichen können.

Weil es nicht so ist, muss Nouri am Sonntag eine Defensive zusammenbasteln, die in ihrer personellen Zusammensetzung Seltenheitswert besitzen wird. Neben Moisander fällt auch Linksverteidiger Santiago Garcia (Gelbsperre) aus. Vermutlich wird Coach Nouri aber das zuletzt praktizierte System der Dreierkette beibehalten – namentlich mit Robert Bauer, Lamine Sane und Milos Veljkovic. Davor könnte das Mittelfeld auf den Außenpositionen mit dem seit Wochen auf die Bank verdrängten Theodor Gebre Selassie (rechts) und mit Zlatko Junuzovic (links) bestückt werden. Dazwischen Thomas Delaney und Kapitän Clemens Fritz. Und vor ihnen wiederum die Offensive mit Kruse, Gnabry und Bartels.

Niederlagen werden nicht mehr verziehen

Das könnte das Personal sein, das Werder den ersten Sieg im Jahr 2017 bringen soll. Nein, bringen muss. Denn die Partie in Augsburg hat eine enorm hohe Bedeutung für die Bremer. Und das nicht nur, weil das eigene Ego nach den knappen Niederlagen gegen Borussia Dortmund und Bayern München jetzt endlich auch mal mit einem Erfolgserlebnis gefüttert werden muss. Sondern auch, weil die Tabellensituation keine Niederlagen mehr verzeiht. Speziell gegen den FC Augsburg nicht. Die bayerischen Schwaben sind mit 21 Punkten und als Tabellen-13. so etwas wie das Bindeglied zum Bundesliga-Mittelfeld für den 15. aus Bremen. Aktuell hat Augsburg schon fünf Punkte Vorsprung. Werden daraus am Sonntag zwei, sieht die Werder-Welt wieder etwas freundlicher aus. Werden daraus acht, gerät Augsburg und damit das gelobte Gebiet fern der Abstiegsplätze aus dem Blick. Dann müsste sich das Team von Alexander Nouri damit anfreunden, noch für lange Zeit ein Abstiegskandidat zu bleiben.

Andernfalls: Die Bremer Gegner, die auf den FCA folgen, heißen Borussia Mönchengladbach, Mainz 05, VfL Wolfsburg sowie Darmstadt 98 und tummeln sich allesamt in der Region zwischen Platz zehn und 18. Das zeigt, wie groß die Chance für Werder ist, in den kommenden Wochen eine Saison umzubiegen, die schwierig begonnen hatte und bis am Sonntag schwierig geblieben ist.

Es besteht berechtigte Hoffnungen, dass die Bremer in den Tagen bis Frühlingsbeginn einen Aufschwung in der Tabelle nehmen werden. Denn die Leistungen gegen Dortmund und Bayern waren gut, besser jedenfalls als die Punktausbeute. Irgendwie lässt sich glauben, dass Werder gegen Gegner mit weniger Qualität wohl mehr für sich herausgeholt hätte in diesen Partien. Doch genau das muss jetzt, ab Sonntag in Augsburg und in den kommenden Wochen bewiesen werden.

csa

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