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Max Kruse schoss Werder fast im Alleingang zum Sieg gegen Ingolstadt.

Bremer feiern 4:2-Sieg beim FC Ingolstadt

Vierfacher Kruse bringt Werder auf Europa-Kurs

Ingolstadt - Wie wichtig ist dieser Mann! Mit einem Viererpack hat Max Kruse Werder Bremen am Samstag zu einem 4:2 (1:1)-Erfolg beim FC Ingolstadt geschossen - und seine Mannschaft damit endgültig auf Europa-Kurs gebracht.

42 Punkte hat die Elf von Trainer Alexander Nouri nun auf dem Konto und steht auf - Achtung! - Tabellenplatz sechs, der am Ende der Saison den Einzug in die Europa League bedeuten würde. Werder hatte beim FCI über weite Strecken zwar eine schwache Leistung geboten, aber am Ende - da interessierte das keinen mehr, die Erfolgsserie von nunmehr zehn Spielen ohne Niederlage hatte schließlich gehalten.

Zwei Änderungen gab es in der Bremer Startaufstellung im Vergleich zum Nordderby-Sieg gegen den Hamburger SV. Florian Kainz durfte erstmals überhaupt von Beginn an ran und ersetzte den gelbgesperrten Zlatko Junuzovic, dessen Binde Niklas Moisander trug. „Florian hat sich super entwickelt. Er hat hart gearbeitet und sich zuletzt mit Toren und Assists belohnt“, erklärte Nouri seine Entscheidung kurz vor dem Anpfiff. Für Serge Gnabry blieb da zunächst wie schon gegen den HSV nur der Platz auf der Bank. Änderung Nummer zwei: Robert Bauer kehrte trotz noch nicht komplett auskuriertem Bänderriss im Sprunggelenk in die erste Elf zurück, er spielte für den verletzten Santiago Garcia auf der linken Außenbahn.

Werder mit ganz schwacher erster Hälfte

Im ersten Durchgang bot Werder eine ganz schwache Leistung, der 1:1-Pausenstand war da am Ende noch das Beste aus Sicht der Gäste. Ingolstadt agierte von Beginn an bissiger und schnürte die Bremer bisweilen an deren Strafraum ein. In der zehnten Minute bewahrte Torhüter Felix Wiedwald seine Mannschaft vor dem frühen Rückstand: Einen leicht abgefälschten Schuss von Almog Cohen parierte der 27-Jährige stark. Die Hausherren kamen viel über die Flügel, womit Werder große Probleme hatte. Immer wieder taten sich riesige Lücken in der Dreierkette auf - so etwas war man in den vergangenen Wochen gar nicht mehr gewohnt von der Nouri-Elf. Das erste Lebenszeichen sendete Werder dann in der 20. Minute.

Nach einer Flanke von Max Kruse wurde Theodor Gebre Selassies Schuss aus kurzer Distanz von Ingolstadts Mathew Leckie in letzter Sekunde geblockt. Kurz darauf war auf der anderen Seite wieder Wiedwald gefordert: Werders Keeper klärte einen Kopfball von Marcel Tisserand zur Ecke (22.). Die Bremer taten sich enorm schwer, einen geordneten Spielaufbau aufzuziehen. Kaum war der Ball einmal erobert, war er auch schon wieder weg. Das 1:0 für die abstiegsbedrohten Ingolstädter war da in der 32. Minute die logische Konsequenz. Tisserand hatte den schwachen Florian Grillitsch im Mittelfeld leicht aussteigen lassen, flankte auf Stürmer Dario Lezcano, und der Paraguayer zeigte, dass er ein starker Techniker ist. Lezcano nahm den Ball im Strafraum mit der Brust an und schloss umgehend per Flachschuss ab. Dabei profitierte der Angreifer allerdings davon, dass Lamine Sane im Zentrum der Bremer Dreierkette geschlafen und ihn im Rücken hatte entwischen lassen.

Viererpacker Kruse lässt Werder jubeln

Kurz vor dem Pausenpfiff geschah dann das, was bei Werder seit einigen Wochen regelmäßig vorkommt: Das Team erzielte ein Tor aus dem Nichts. Nach einem Angriff über Kruse und Kainz kam Fin Bartels im Strafraum an den Ball - und wurde von Tisserand unsanft von den Beinen geholt. Schiedsrichter Markus Schmidt entschied sofort auf Elfmeter für die Gäste und lag damit goldrichtig - mit einer anderen Entscheidung allerdings nicht. So zeigte der Unparteiische Tisserand nur die Gelbe Karte, obwohl Ingolstadts Verteidiger erstens von hinten gekommen war und zweitens eine klare Torchance verhindert hatte. Kruse übernahm dann die Verantwortung, lief an und verwandelte seinen elften von elf Elfmetern in der Bundesliga - 1:1 (44.). Es war das zehnte Saisontor für den Stürmer, der seiner Mannschaft damit einen eigentlich verkorkste erste Halbzeit rettete.

Gleich zu Beginn des zweiten bot sich Bartels die große Chance, für Werders Führung zu sorgen - der 30-Jährige verfehlte nach Zuspiel von Kainz das lange Eck (55.). Kurz darauf stand dann wieder Schiedsrichter Schmidt im Mittelpunkt. Er fiel auf eine Schwalbe von Cohen herein, der sich im Strafraum im Duell mit Moisander fallen ließ und entschied zum zweiten Mal auf Elfmeter. Wiedwald ahnte beim Schuss von Pascal Groß zwar die Ecke, kam aber nicht mehr an den Ball - 2:1 für Ingolstadt (63.). Nur 60 Sekunden später hatten die Gäste großes Glück: Sane foulte Lezcano auf der Strafraumlinie, aber Schmidt entschied fälschlicherweise nur auf Freistoß für die Hausherren.

Große Kruse-Show in der Schlussphase

Nouri reagierte unmittelbar nach dem erneuten Rückstand und brachte in Claudio Pizarro und Serge Gnabry zwei frische Offensivkräfte in die Partie (67.). Florian Grillitsch und Milos Veljkovic verließen dafür den Platz. Werder agierte fortan mit einer Viererkette. Es blieb aber auch nach der Umstellung dabei: Im Spiel nach vorne boten die Bremer eine enttäuschende Leistung. Gegen kompakt verteidigende Hausherren kamen sie einfach nicht zum Abschluss. Da war schon die Hilfe des Gegners nötig, um zum erneuten Ausgleich zu kommen. Nach einer Hereingabe von Moisander räumte Ingolstadts Torhüter Martin Hansen seinen Mitspieler Tisserand ab - und faustete den Ball genau vor die Füße von Kruse, der das Geschenk zum 2:2 nutzte (81.).

Was zu diesem Zeitpunkt noch keiner ahnte - es war nur der Auftakt zur großen Kruse-Show. In der 87. Minute und in der Nachspielzeit ließ der Spieler mit der Rückennummer 10 tatsächlich noch zwei weitere Tore folgen! Erst war er nach Zuspiel von Kainz per Schlenzer ins lange Eck erfolgreich, dann traf er nach einem Konter ins leere Tor, weil FCI-Keeper Hansen mit aufgerückt war.

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