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Almog Cohen ist mit sieben Treffern aktuell Ingolstadts bester Torschütze.

Star in Zahlen

Almog Cohen: Israelischer Gattuso verzichtet samstags aufs Handy

Ingolstadt - Eigentlich dürfte Almog Cohen vom FC Ingolstadt am Samstag gar nicht gegen den SV Werder spielen, eigentlich dürfte er überhaupt nicht Bundesliga spielen. Macht er aber - mit Erfolg. Der israelische Star in Zahlen.

3 Mal betet Almog Cohen am Tag. Der Israeli ist gläubiger Jude, dürfte wegen des Sabbats eigentlich samstags gar nicht spielen. „Ich versuche stattdessen, auf Dinge zu verzichten, die ich sonst immer benutze - wie auf mein Handy oder andere elektronische Geräte“, erklärte der defensive Mittelfeldspieler bei „Vice“.

7 Zentimeter ist Almog Cohen (1,70 Meter) kleiner als sein einstiges Vorbild Gennaro Gattuso (1,77 Meter). Dem giftigen Ex-Spieler sieht Cohen dank Frisur und Bart nicht nur ein wenig ähnlich - wie der Italiener ist auch Cohen dafür bekannt, sich in seine Gegenspieler zu verbeißen. Tatsächlich wird der 28-Jährige gelegentlich als der Gattuso Israels bezeichnet. „Er ist eine Waffe für die bestimmten Moment“, sagte Martin Bader, ehemaliger Sportchef des 1. FC Nürnberg, mal über seinen damaligen Spieler. Cohen selbst sagt über Gattuso: „Früher war er ein Vorbild für mich. Jetzt möchte ich für andere ein Vorbild sein.”

9 Bundesliga-Tore hat Cohen bisher geschossen – 7 davon in dieser Saison – 3 davon in den vergangenen 3 Spielen. Der defensive Mittelfeldmann hat plötzlich seinen Torriecher entdeckt, ist bester Torschütze der Ingolstädter in der laufenden Saison. Er hat aber auch viel geübt:

100 Mal schießt Cohen gemeinsam mit Ingolstadts Co-Trainer Michael Henke jeden Donnerstag mit der Innenseite aufs Tor, um seinen Abschluss zu verbessern. Das verriet der Spieler im Dezember 2016. Damals hatte er gerade das Tor zum 2:1-Sieg über Bayer Leverkusen erzielt.

17 Jahre war Cohen alt, als er in Israel bei Maccabi Netanya den Sprung zu den Profis schaffte. Ein Jahr lang war dort Lothar Matthäus sein Trainer. „Ich habe Matthäus als hervorragenden Trainer erlebt“, sagte Cohen mal. „Ohne ihn hätte ich es nie nach Europa geschafft.“ Der deutsche Weltmeister soll Cohen dem 1. FC Nürnberg ans Herz gelegt haben. 2010 wechselte der Nationalspieler ins Frankenland.

104 Spiele hat Cohen bisher in der Bundesliga absolviert. Damit ist er israelischer Rekordspieler im deutschen Oberhaus. Seit sieben Jahren ist Cohen mittlerweile in Deutschland aktiv (abgesehen von einer Leihe, 2013 zu Hapoel Tel Aviv), seit 2013 spielt er in Ingolstadt. Dass er so lange bleiben würde, war nicht unbedingt abzusehen: Der Mittelfeld-Lenker brauchte lange, um sich in Deutschland einzuleben. „Im ersten Monat nach meinem Wechsel habe ich im Hotel gewohnt und fast jeden Tag Thunfischpizza gegessen“, sagte Cohen der „Bild“. Mittlerweile weiß er, wo er koschere Lebensmittel bestellen kann.

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