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Werder Bremen mit Milos Veljkovic (l.) lieferte sich ein packendes Nordderby gegen Filip Kostic und den HSV.

HSV verspielt zweimal die Führung

2:2 in packendem Nordderby: Werder tritt auf der Stelle

Hamburg - Von Maik Hanke. Der SV Werder tritt auf der Stelle: In einem packenden Nordderby verpassten die Bremer den erhofften Befreiungsschlag gegen den Tabellenletzten Hamburger SV. Am Ende stand ein 2:2 (2:2)-Unentschieden.

In einer vogelwilden ersten Halbzeit mit hohem Unterhaltungswert und desaströsen Abwehrreihen auf beiden Seiten brachte Michael Gregoritsch den HSV zweimal in Führung (3./28.). Fin Bartels (14.) und kurz vor der Pause Serge Gnabry (45.) glichen für die Grün-Weißen aus. In der zweiten Hälfte waren Chancen Mangelware, spannend blieb es trotzdem. Am Ende stand das fünfte sieglose Spiel in Folge für den SVW, der weiter auf dem Relegationsrang steht.

Werder-Trainer Alexander Nouri baute seine Mannschaft im Vergleich zur 1:2-Pleite gegen Eintracht Frankfurt ungewohnt großzügig um: Nach auskurierter Handverletzung stand wieder der Ex-Hamburger Jaroslav Drobny statt Felix Wiedwald im Tor. "Weil er uns mit seiner Erfahrung, seiner Ausstrahlung und seiner Persönlichkeit noch einen Impuls geben kann", erklärte Nouri vor dem Spiel. Robert Bauer ersetzte Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie, Fin Bartels und Thanos Petsos rückten für Claudio Pizarro und den kurzfristig verletzten Florian Grillitsch in die Startelf. Max Kruse bildete die einzige Spitze.

Riesige Abwehrlücken ermöglichen Großchancen auf beiden Seiten

Vor mehr als 55.000 Zuschauern im Hamburger Volksparkstadion ging der Start des Spiels für den SV Werder völlig in die Hose. Die Bremer waren nicht ein Mal in Ballbesitz, da schenkten ihnen wache Hamburger bereits das erste Gegentor ein. Nach einem Einwurf flankte Lewis Holtby unbedrängt, und der in der Mitte völlig allein gelassene Michael Gregoritsch köpfte ein (3.). Vorausgegangen war ein Abspracheproblem, nach dem Drobny den Ball unbedrängt ins Seitenaus spielte.

Danach war es ein offenes Spiel mit Großchancen auf beiden Seiten. Werders bester Angriff mündete direkt in den Ausgleich: Clemens Fritz leitete einen Ball von der linken Seite rechts in den Strafraum zu Fin Bartels weiter, der ließ Douglas Santos aussteigen und hämmerte den Ball mit dem linken Fuß in die Maschen (14.).

Mit riesigen Lücken zeigten sich beide Abwehrreihen nicht bundesligatauglich - so auch beim 2:1 für den HSV: Ein Doppelpass von Nicolai Müller mit Lewis Holtby überrumpelte die Bremer Defensive, Müller ließ noch zwei Gegenspieler ins Leere grätschen und legte von der Grundlinie quer auf Gregoritsch, der aus kurzer Distanz einschoss (28.).

Einzelleistung von Gnabry bringt Werder mit 2:2 in die Pause

Der HSV war bis dahin die insgesamt bessere Mannschaft und hatte noch weitere gute Chancen. Aber die Grün-Weißen drängten auf den Ausgleich - und sollten ihn noch kurz vor der Pause bekommen. Serge Gnabry drang mit dem Ball in den Strafraum ein und als er merkte, dass die Hamburger nur zuschauten statt anzugreifen, schob er die Kugel mit viel Übersicht ins lange Eck des Tores (45.). Mit 2:2 ging es in die Pause.

Zur zweiten Hälfte brachte Werder Philipp Bargfrede für den Gelb-Rot-gefährdeten Petsos und startete aggressiv in den zweiten Durchgang. Torchancen sollten aber deutlich weniger zustande kommen. Beide Teams setzten auf mehr Stabilität und gingen seltener ins Risiko, ihr Spiel blieb trotzdem höchst fehlerhaft.

Die beste Chance zum Siegtreffer hatte wieder Gregoritsch. Nach einer Kostic-Flanke schien der Österreicher selber ein wenig überrascht, wie leicht er Santiago Garcia abschütteln konnte, und köpfte mit zu wenig Druck in die Arme von Drobny (74.). In der Schlussphase drückte der HSV noch einmal, es blieb aber beim 2:2.

Am Ende holten Werder und Hamburg einen Punkt, der beiden Mannschaften nicht weiterhilft. Werder steht mit acht Punkten weiter auf dem Relegationsrang, der HSV (vier Punkte) ist Schlusslicht. Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) empfangen die Bremer den Tabellenvorletzten FC Ingolstadt im Weserstadion.

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