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Es war nicht der Abend des SV Werder und auch nicht der Abend des Max Kruse (r./gegen Marvin Bakalorz). Der Bremer Kapitän vergab zwei Top-Chancen.

1:2-Niederlage am Freitagabend

Zu spät aufgewacht: Werder verliert in Hannover

Hannover - Nix war’s mit der vorzeitigen Rettung! Werder Bremen hat am Freitagabend mit 1:2 (0:2) bei Hannover 96 verloren und damit den entscheidenden Schritt zum Klassenerhalt verpasst.

Martin Harnik (17.) und Felix Klaus (42.) erzielten die Tore für die Gastgeber, die mit nun 35 Punkten zu Werder (36) aufgeschlossen haben. Drei Tage nach der Vertragsverlängerung von Trainer Florian Kohfeldt war der Anschlusstreffer durch Ishak Belfodil (74.) zu wenig, um den Dämpfer für zuletzt euphorisierte Bremer zu verhindern.

Eggestein verpasst den Führungstreffer

Serienverlierer gegen Seriensieger – das war die Ausgangsposition vor dem Anpfiff. Hannover ging mit der Hypothek von fünf Niederlagen in Folge und der Angst vor einem Sturz ins Bodenlose in die Partie. Werder dagegen kam mit dem Schub von vier Siegen aus den jüngsten fünf Partien und der Aussicht auf den letzten Schritt zum Klassenerhalt in die HDI-Arena. Aber dann zeigte sich, dass Angst manchmal mehr bewirkt als Selbstvertrauen. Denn „96“ war die Mannschaft der ersten Halbzeit. Das Pressing, das Coach Andre Breitenreiter seinem Team als Mittel gegen die spielerische Qualität des Gegners empfohlen hatte, wirkte enorm. Werder hatte große Probleme im Spielaufbau, machte unter Druck Fehler.

Die erste Großchance des Spiels hatten zwar die Bremer – Maximilian Eggestein verpasste knapp –, doch die Führung verdiente sich Hannover. Klaus und Miiko Albornoz erzeugten auf der rechten Bremer Seite eine Überzahl, die Flanke drückte der Ex-Bremer Harnik ins Tor (17.). Es war die erste „96“-Führung seit dem 22. Spieltag und das erste Harnik-Tor nach 501 Minuten Ladehemmung. Und es war die Quittung für Werder, das sich den Schneid hatte abkaufen lassen und nicht so konzentriert und entschlossen auftrat wie in den Wochen zuvor.

Fotostrecke: Werder-Niederlage gegen 96

Hannover 96 gegen Werder Bremen
Hannover 96 gegen Werder Bremen © gumzmedia
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Hannover 96 gegen Werder Bremen © nordphoto
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Hannover 96 gegen Werder Bremen © dpa
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Hannover 96 gegen Werder Bremen
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Für Hannover zahlte es sich aus, dass Coach Breitenreiter auf die Personalprobleme in der Abwehr mit einer Aufstellung mit vier astreinen Offensiven (Klaus, Bebou, Harnik, Füllkrug) reagiert hatte. Bei Werder blieben die Außen Ishak Belfodil und Florian Kainz (bekam den Vorzug vor Kapitän Zlatko Junuzovic) blass und weitgehend wirkungslos. Selten ging es strukturiert nach vorne, einmal lief es aber perfekt – nur der Abschluss von Kruse war Murks. Aus 14 Metern kam er frei zum Schuss, verzog aber deutlich (25.). Delaney hatte eine weitere Möglichkeit (27.), ansonsten diktierte Hannover das Geschehen.

Das 2:0 fiel folgerichtig. Werder half jedoch kräftig mit. Philipp Bargfrede, sonst die fleischgewordene Zuverlässigkeit, verlor im Aufbau den Ball. Anschließend überrumpelten Marvin Bakalorz und Bebou die Bremer Abwehr, Klaus vollendete nach einem Pfosten-Abpraller mühelos (42.).

Einen Bremer Zwei-Tore-Rückstand zur Pause hätten vor dem Spiel sicherlich nur die wenigsten erwartet. Neu war das für die Bremer freilich nicht. Auch bei Borussia Mönchengladbach hatte das Team vier Spieltage zuvor 0:2 zurückgelegen. Am Ende stand dann doch ein 2:2. Am Freitagabend brachte Kohfeldt dann doch noch Junuzovic (für Kainz) und versuchte so, mehr Mentalität und Struktur ins Team zu bekommen.

Der starke Heber von Marvin Bakalorz über Werder-Keeper Jiri Pavlenka war Vorlage für das 2:0 für Hannover 96 durch Felix Klaus.

Tatsächlich ging es fortan auch zielstrebiger nach vorne, aber die Abschlüsse blieben mangelhaft. Besonders Kruse tat sich dabei negativ hervor. Auch seine zweite Großchance führte zu nichts (57.). Immerhin zeigte sich Werder aber, legte die möglicherweise von Selbstzufriedenheit gespeiste Lethargie der ersten Halbzeit ab.

Eine totale Entschlossenheit – speziell im gegnerischen Strafraum – konnte den Akteuren in Weiß jedoch weiterhin nicht attestiert werden. Es galt die Formel: Werder mühte sich, kam aber zu nichts. Die Helden der letzten Wochen blieben harmlos – bis Delaney den Ball von der Seitenlinie einfach mal in die Mitte prügelte, wo Belfodil den Kopf hinhielt und auf 1:2 verkürzte (74.). Nur Sekunden später stand der Algerier frei vor 96-Keeper Philipp Tschauner, verpasste aber Doppelschlag und Ausgleich.

Erste Niederlage seit dem 23. Spieltag

Werder war jetzt wach, spielte endlich so, wie man die Mannschaft kennt. Kohfeldt brachte noch die Angreifer Milot Rashica und Johannes Eggestein, die beste Chance zum 2:2 vergab aber Innenverteidiger Sebastian Langkamp. Nach Rashica-Vorlage fehlte dem Moisander-Vertreter am langen Pfosten die Abgebrühtheit. Aber anders als in Gladbach gelang der Ausgleich also nicht mehr. Weshalb am Ende die erste Niederlage seit dem 0:1 beim SC Freiburg am 23. Spieltag stand.

Wie schmerzhaft diese Pleite wirklich ist, wird sich am Wochenende zeigen, wenn in den Kellerduellen zwischen Köln und Mainz sowie Freiburg und Wolfsburg die Sieger gesucht werden. Vielleicht rückt der Relegationsplatz wieder näher, vielleicht bleibt es beim Bremer Zehn-Punkte-Vorsprung. Das würde dem eigenen 1:2 neben den Prädikaten „blöd“ und „unnötig“ dann doch noch den Zusatz „verschmerzbar“ verpassen.

Fotostrecke: Werder-Fans beim Hannover-Spiel

Werder-Fans beim Auswärtsspiel gegen Hannover 96.
Werder-Fans beim Auswärtsspiel gegen Hannover 96. © gumzmedia
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Werder-Fans beim Auswärtsspiel gegen Hannover 96. © gumzmedia
Werder-Fans beim Auswärtsspiel gegen Hannover 96.
Werder-Fans beim Auswärtsspiel gegen Hannover 96. © gumzmedia
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Werder-Fans beim Auswärtsspiel gegen Hannover 96. © gumzmedia
Werder-Fans beim Auswärtsspiel gegen Hannover 96.
Werder-Fans beim Auswärtsspiel gegen Hannover 96. © gumzmedia
Werder-Fans beim Auswärtsspiel gegen Hannover 96.
Werder-Fans beim Auswärtsspiel gegen Hannover 96. © gumzmedia
Werder-Fans beim Auswärtsspiel gegen Hannover 96.
Werder-Fans beim Auswärtsspiel gegen Hannover 96. © gumzmedia

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