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Mitchell Weiser gehört zu den Leistungsträgern bei Hertha BSC.

Star in Zahlen

Mitchell Weiser: Bei der Instagram-Ikone hat es Klick gemacht

Berlin - So viel Talent, so wenig Disziplin: Die Karriere von Mitchell Weiser hätte ein einziges Drama werden können. Aber der Rechtsverteidiger von Hertha BSC, dem kommenden Gegner von Werder Bremen, hat die Kurve gekriegt. Heute ist er Leistungsträger bei Hertha BSC – und bald auch einer für Jogi Löw?

17 Jahre, 10 Monate, 4 Tage alt war Mitchell Weiser bei seinem Bundesliga-Debüt im Februar 2012 (0:2 gegen Leverkusen). Das macht ihn zum jüngsten Spieler in der Bundesliga-Geschichte des 1. FC Köln. Bei seinem einzigen Saisoneinsatz spielte er damals zwar nur...

15 Minuten, doch das reichte dem FC Bayern München schon, das neue Fußball-Wunderkind nach dem Abstieg der Kölner unter Vertrag zu nehmen. In München sah der Sohn von Ex-Profi Patrick Weiser wenig überraschend zunächst keinen Stich, wurde für mehr Spielpraxis schon nach einem halben Jahr an den 1. FC Kaiserslautern verliehen. Dort schaffte er den zwischenzeitlichen Durchbruch, wirklich glücklich wurde er danach aber in München trotzdem nicht.

23 – diese Rückennummer ist für Weiser offenbar ziemlich wichtig. Die trug er zunächst bei den Bayern, die trägt er jetzt wieder bei Hertha BSC. Sie dokumentiert jedoch auch Weisers mangelhaften Stellenwert beim Rekordmeister. Der Nachwuchsspieler musste die Nummer abgeben, als Bayern mit Pepe Reina 2014 vorstellte – und der neue Ersatztorwart hatte Vorrang. Weiser nahm die 24 – und war auch die kurz danach los. Bayern holte mit Sinan Kurt ein neues vermeintliches Top-Talent. Weiser trat die Nummer an den 17-Jährigen ab, nahm selbst die 30.

40 Minuten lief das Finale der U21-Europameisterschaft gegen Spanien, als Weiser das bis dato wichtigste Tor seiner Karriere erzielte. Eine Flanke von Jeremy Toljan landete auf seinem Kopf, per Bogenlampe bugsierte der 23-Jährige den Ball ins lange Eck. Danach hatte Deutschland den EM-Titel! Längst gilt Weiser als Kandidat für die A-Nationalmannschaft unter Coach Joachim Löw.

70 Tage fehlte Weiser 2014 mit einem Syndesmoseriss, es war die bisher längste Zwangspause seiner Karriere. Unglücklich dabei: Die Verletzung hatte sich der Jungprofi bei einem privaten Hallenkick zugezogen – zwei Tage vor Start in die Sommervorbereitung der Bayern. Für Weiser war das nicht nur ein sportlicher Knacks, sondern auch eine Denkpause. „Ich habe mich hinterfragt, ob ich alles mit 100 Prozent gemacht habe. Wenn man den Vergleich zieht, sieht man, dass es nicht immer 100 Prozent waren“, sagte Weiser später. „Die Einstellung hat gefehlt, das habe ich eingesehen.“

262.000 Follower hat Mitchell Weiser auf Instagram. Heute gilt der modebewusste Profi beinahe als Stil-Ikone, früher musste er sich den Vorwurf gefallen lassen, wie ein verwöhnter Schnösel zu wirken, dem ein „Like“ wichtiger war als ein Tor. Und so braute sich in den sozialen Medien schnell ein Shitstorm zusammen, als er sich etwa gemeinsam mit Bayern-Kumpel David Alaba im String-Tanga ablichtete. „Ich kann immer noch nicht begreifen, warum das mit David damals so hohe Wellen geschlagen hat“, wunderte sich Weiser noch Jahre später bei „11Freunde“. „Was ich mir da teilweise anhören musste. Als hätte ich jemanden umgebracht.“

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