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Harter Kampf: Theodor Gebre Selassie (r., gegen Vedad Ibisevic) und Werder haben in Berlin 1:1 gespielt.

Nouri nach 1:1 gegen Hertha zufrieden

Erstes Tor, erster Punkt – das muss erst mal reichen

Berlin - Der erste Punkt im dritten Spiel war im Sack, die Erleichterung bei Werder spürbar groß, doch nach dem 1:1 (0:1) bei Hertha BSC war trotzdem nicht alles gut.

Denn diesem Unentschieden haftete irgendwie auch der Stempel des Hier-war-doch-noch-mehr-drin an. Hatte Werder am Ende zu wenig riskiert, um den möglichen Dreier zu holen? Diesen Vorwurf wies Coach Alexander Nouri trotz seiner eher defensiven Wechsel-Strategie weit von sich. Er verbuchte die Siegmöglichkeit eher als Lob, schließlich war es ein Auswärtsspiel und das bei einem Europa-League-Teilnehmer.

Delaneys feine Aktion bringt Werder in die Spur

„Ich freue mich, dass sich die Mannschaft für ihre gute Leistung belohnt hat“, meinte Nouri und sprach von einer „sehr guten ersten Halbzeit“. In der Tat bestimmten überraschend die Gäste von Beginn an das Geschehen. „Wir hatten 5:0 Ecken und 5:0 Chancen“, hob Nouri hervor und haderte, dass Großchancen von Florian Kainz (4.) und Thomas Delaney (22.) ungenutzt geblieben waren. Umso ärgerlicher, dass die Hertha gleich die erste Möglichkeit zum 1:0 durch Mathew Leckie nutzte (38.). Und für Nouri war es nicht mal eine echte Chance: „Wir haben den Gegner zum Tor eingeladen, das ist wirklich schade.“ Robert Bauer hatte vornehmlich gepatzt, seine Kollegen ihn aber danach auch nicht mehr gerettet.

Werder war geschockt. „Wir haben den Faden verloren“, stöhnte Kainz, der im Vergleich zum Bayern-Heimspiel für Jerome Gondorf in die Startelf gerückt war. Vielleicht hätten die Bremer diesen Faden ohne Delaneys ganz spezielle Aktion auch nicht mehr wiedergefunden. Doch der Däne brachte sein Team mit einer feinen Direktabnahme, nachdem er einen Gegenspieler an der Strafraumkante überlupft hatte, zurück in die Spur – 1:1 (59.). Von einem Zufallsprodukt wollte Nouri aber nichts wissen. „Wir erzwingen über die Außen solche Möglichkeiten“, sagte der Coach und meinte damit die Hereingabe des an diesem Tag eher schwachen Max Kruse. „In der Mitte haben wir dann die Präsenz“, erklärte Nouri.

Thomas Delaney erzielte das 1:1 für Werder Bremen.

Durch die Mitte kam dann auch Fin Bartels, den Kruse auf die Reise geschickt hatte. Und der Trainer dachte schon an ein Spiel gegen Dortmund, „da hat Fin ihn reingemacht“. Doch diesmal scheiterte er an Keeper Rune Jarstein (63.). Dahin war die Siegchance.

Mit zunehmender Spielzeit verlor Werder ganz offensichtlich auch den Glauben an den Sieg. Das hatte mehrere Gründe. Die Hertha wurde wieder gefährlicher. Erst machte Valentin Stocker dem Bremer Milos Veljkovic das Leben schwer. Zum Glück für Werder gab es nach einem leichten Zupfer keinen Strafstoß (77.). Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus hatte so entschieden und aus der Videozentrale in Köln auch keine komplett andere Einschätzung erhalten. Kurz darauf brachte Stocker Werder-Keeper Jiri Pavlenka in Schwierigkeiten, der den gefährlichen Aufsetzer aber im Nachgreifen entschärfte (77.).

Eggestein: „Wollen nächste Woche den ersten Sieg einfahren“

Nouri reagierte und sendete damit ein deutliches Signal: Für den offensiveren Kainz brachte er den defensiveren Philipp Bargfrede. Doch als durchaus nachvollziehbare Punktesicherung wollte der Coach das nicht verstanden wissen. Wer will schon als Angsthase dastehen? „Wir hätten auch so noch ein Tor machen können, Maxi Eggestein hat ja auch für die U21 getroffen“, erinnerte Nouri an die Länderspielpause.

Es blieb beim 1:1, mit dem letztlich alle Beteiligten inklusive Hertha-Coach Pal Dardai („Ein gerechtes Ergebnis“) zufrieden waren. Sein Team hat nach drei Spielen ja auch vier Zähler auf dem Konto, Werder nur ein Pünktchen. Das bedeutet Platz 16. Damit wiederum ist kein Bremer zufrieden – und so blickte Eggestein schon mal kämpferisch auf die Partie am Samstag gegen Schalke: „Das war heute ein Schritt nach vorne – und jetzt wollen wir nächste Woche den ersten Sieg einfahren.“

Einzelkritik: Sane sicher, Kruse glücklos

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