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Ishak Belfodil (l.) könnte am Sonntag gegen Hertha BSC das erste Mal in der Bundesliga für Werder Bremen spielen.

Werder am Sonntag bei Hertha BSC

Das Ende des Bremer Duckmäuser-Fußballs?

Bremen - Die Soforthilfe kommt – wenn überhaupt – wohl nur von der Bank. Alexander Nouri stellt Last-Minute-Zugang Ishak Belfodil für die Auswärtspartie bei Hertha BSC (Sonntag, 15.30 Uhr) einen Platz im Kader in Aussicht.

Mit dem neuen Stürmer in der Startelf sollte aber besser niemand rechnen. „Wir müssen bei ihm noch ein bisschen Geduld aufbringen. Er muss sich erstmal bei uns einleben“, sagt Coach Nouri, der folglich mit dem identischen Personal in die Partie geht, das bereits für die Auftaktniederlagen gegen 1899 Hoffenheim (0:1) und Bayern München (0:2) verantwortlich war. Doch auch wenn die Namen die gleichen sind, muss die Mannschaft in Berlin ein anderes Gesicht zeigen.

Duckmäuser-Fußball wie Werder ihn in den ersten beiden Spielen gezeigt hat, wäre den eigenen Fans nicht mehr zu verkaufen. Auch ohne Hoffnungsträger Belfodil in der Offensive sollte nach vorne deutlich mehr die Post abgehen. Tore sind gefordert, Punkte auch. Denn: Auch nach drei Spieltagen noch am Tabellenende zu stehen, ist nicht der Stoff, aus dem grün-weiße Zufriedenheit gemacht ist.

Werder saisonübergreifend mit fünf Niederlagen in Serie

Wenig verwunderlich könnte der stets panikfreie Frank Baumann aber auch damit leben. Der Sportchef will Dampf vom Kessel nehmen, wenn er sagt: „Auch nach vier oder fünf Spieltagen ist die Saison noch nicht entschieden. Es ist gut, die Ruhe zu bewahren.“ Stimmt sicherlich, dennoch ist es jetzt an der Zeit, die Spur wieder aufzunehmen, die Werder in der vergangenen Saison kurz vor Schluss verlassen hatte. Mit drei Niederlagen am Stück waren die Bremer aus der alten Spielzeit gegangen, mit zwei weiteren starteten sie nun in die neue Serie. Macht in der Summe saisonübergreifend fünf unschöne Erlebnisse in Folge. Frust? Kommt natürlich auf. Aber nur wegen der Ergebnisse, sagt Alexander Nouri: „Die Art und Weise, wie wir gespielt haben, stimmt uns positiv. Wir gehen optimistisch in die nächsten Aufgaben.“

Die „Art und Weise“ gegen Hoffenheim und Bayern hatte allerdings zu vielen Diskussionen geführt. Zu defensiv, zu mutlos, zu destruktiv war Nouris Team ausgerichtet gewesen. Alles wegen der Übermacht der Gegner, erklärte der Trainer im Nachhinein seine Taktik. Gegen die Hertha will er jetzt endlich mehr wagen, sagt er: „Wir fahren ambitioniert nach Berlin. Wir haben dort die Möglichkeit zu punkten.“

Belfodil wahrscheinlich noch niemand für den Moment

In der vergangenen Saison kehrten die Bremer mit einem 1:0-Erfolg aus der Hauptstadt zurück – es war die erste von nur vier Heimniederlagen der Berliner im Olympiastadion. Nouri könnte das als gutes Omen nehmen, will es aber nicht: „Ich halte wenig davon, auf die Historie zu gucken. Es ist der Moment, den wir beeinflussen müssen.“

Ishak Belfodil ist sehr wahrscheinlich noch niemand für den Moment, sondern eher für die nahe Zukunft. Vieles sei noch neu für den erst vor einer Woche verpflichteten Algerier. Die Mitspieler, das System – „das alles kann man nicht in ein paar Tagen erarbeiten, da darf man ihn auch nicht überfrachten“, meint Nouri und macht das Spiel in Berlin für den Neuen eher zum Schnupperkurs als zum Sprung ins kalte Wasser.

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