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Der SV Werder bejubelt das 1:0 durch Max Kruse gegen Hertha BSC.

Erster Auswärtssieg, erstmals zu null, beste Saisonleistung

1:0-Sieg gegen Hertha: Werders Dreifach-Genuss

Berlin - Von Malte Rehnert. Der SV Werder Bremen hat mit 1:0 auswärts bei Hertha BSC gewonnen. Ein ganz besonderer Sieg - denn damit endeten gleich mehrere Serien.

Als am Samstagabend um 20.20 Uhr der Schlusspfiff ertönte, waren die rund 6000 mitgereisten Bremer Fans völlig aus dem Häuschen. Werder hatte soeben Beachtliches, gar Erstaunliches vollbracht und ein überraschendes 1:0 (1:0) beim Tabellendritten Hertha BSC in Berlin geholt. Es war nicht nur der erste Auswärtssieg der Saison, sondern auch das erste Zu-null-Spiel – und so ganz nebenbei die beste und disziplinierteste Vorstellung in dieser Bundesliga-Serie. Mit nun 14 Punkten verbesserten sich die Bremer auf Platz 13.

Der zweite „Dreier“ hintereinander war ein sehr wichtiger. Die Keller-Konkurrenz aus Hamburg (gegen Augsburg) und Ingolstadt (gegen Leipzig) hatte die Bremer mit ihren 1:0-Heimsiegen gehörig unter Druck gesetzt und war ihnen punktemäßig auf die Pelle gerückt. Werder musste also antworten, um den Abstand zu halten – und Werder tat es.

Trainer Alexander Nouri vertraute fast der identischern Startelf wie beim 2:1-Sieg gegen Ingolstadt. Einzige Ausnahme: Kapitän Clemens Fritz rückte nach überstandener Erkältung für Vizekapitän Zlatko Junuzovic rein, der sich in der Woche mit einer Grippe herumgeschlagen hatte und zunächst auf der Bank saß.

Max Kruse profitiert von Starks Aussetzer

Die erste Chance der Partie gehörte den Hausherren, doch Kapitän Vedad Ibisevic zielte nach nicht mal einer Minute vorbei. Auf der anderen Seite wurde Serge Gnabry, der sich seine goldenen Löckchen abrasiert hatte und mit raspelkurzen Haaren auftrat, in aussichtsreichter Position geblockt (9.). Ansonsten blieb zunächst vieles Stückwerk – auf beiden Seiten. Werder zog sich recht weit zurück, attackierte erst ab der Mittellinie und machte die Räume sehr geschickt eng. Den Gastgebern fiel vor 51.337 Zuschauern im längst nicht ausverkauften Olympiastadion offensiv wenig ein, Werder-Keeper Jaroslav Drobny hatte an alter Wirkungsstätte (2007 bis 2010 in Berlin) dank seiner aufmerksamen Vorderleute lange fast nichts zu halten. Die Bremer waren allerdings genauso harmlos.

Hertha-Coach Pal Dardai erhöhte dann schon früh das Risiko, brachte für den angeschlagenen Innenverteidiger Sebastian Langkamp den deutlich offensiveren Valentin Stocker (20.) und stellte hinten auf Dreierkette um. Mehr Durchschlagskraft brachte das jedoch nicht. Die erste hochkarätige Gelegenheit hatte dann sogar Werder, doch Claudio Pizarro scheiterte an Hertha-Torwart Rune Jarstein (35.) – und Max Kruse jagte den Ball beim Nachschuss weit drüber. Werder war nun am Drücker, brauchte für die Führung aber Berliner Hilfe. Niklas Stark leistete sich zentral vor dem eigenen Tor einen katastrophalen Ballverlust. Kruse, der prima spekuliert hatte, schnappte sich die Kugel und schob mit rechts ein – 1:0 (41.). Um ein Haar wäre der Vorsprung aber gleich wieder weg gewesen. Die Bremer hatten Glück, dass Ibisevic Sekunden vor der Halbzeit nur den Außenpfosten traf (45.).

Werder im Abschluss zu schlampig

Nach der Pause machte Werder enorm engagiert weiter, ließ Hertha nicht ins Spiel kommen und kombinierte gefällig. Einziges Manko: Der finale Pass, um richtig gefährlich zu werden, kam meistens nicht an. Gnabry probierte es zwei Mal aus der Distanz – knapp vorbei (60./67.). Zwischendurch hatte sich auch Drobny mal auszeichnen dürfen, als er einen Weitschuss von Salomon Kalou parierte (65.). Dann wieder Werder – und fast das 2:0. Nach Pizarros Rechtsflanke köpfte Linksverteidiger Santiago Garcia aus fünf Metern, doch Jarstein reagierte erneut klasse (70.).

Die Bremer bekamen nun immer mehr Platz zum Kontern, spielten die Angriffe allerdings nicht sauber zu Ende. Stattdessen gelang Hertha fast der Ausgleich: Stocker schoss, Drobny lenkte den Ball mit den Fingerspitzen zur Ecke (77.). Gnabry hätte kurz darauf den zweiten Bremer Treffer nachlegen müssen, scheiterte aber freistehend an Jarstein (79.). Das rächte sich am Ende jedoch nicht. Hertha rannte zwar an, aber ziemlich kopflos. Und so kamen alle Bremer letztlich in einen sehr seltenen Genuss: kein Gegentreffer und dann auch noch drei Punkte in der Fremde.

Riesenjubel in Grün-Weiß

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