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Grün-weißer Jubel auf blau-weißer Tartanbahn: Die Werder-Profis feiern mit ihren mehr als 6000 mitgereisten Fans den 1:0-Triumph in Berlin.

Werder beendet zwei Negativläufe

Die Bremer Serienbrecher

Bremen - Von Malte Rehnert. Mit dem Sieg gegen Hertha BSC hat Werder Bremen nicht nur zwei Negativserien beendet, sondern auch neuen Mut für die kommenden Aufgaben getankt.

Dieses Video wird in Werders Archiv einen festen Platz bekommen – und immer dann rausgeholt, wenn die Bremer Anschauungsunterricht brauchen. „Das Spiel war ein Paradebeispiel“, sagte Mittelfeldmann Philipp Bargfrede nach dem 1:0 (1:0) in Berlin: „Das können wir uns angucken und wieder nachmachen. Wir haben sehr gut gestanden. Im Defensivverhalten war es unsere beste Saisonleistung.“

Kein Widerspruch. Mit einer engagierten Vorstellung verdiente sich Werder den überraschenden Triumph beim Tabellendritten – und brach dabei gleich drei Serien. Die Bremer stoppten erstens Herthas Olympiastadion-Lauf. Zuvor hatten die Hauptstädter als einziges Team der Bundesliga alle ihre Heimspiele (6) gewonnen. Werder feierte zweitens nach vier Niederlagen und zwei Remis im siebten Anlauf den ersten Auswärtssieg. Und schaffte drittens am 14. Spieltag die Zu-null-Premiere, kassierte erstmals (als letzter Bundesligist in der aktuellen Spielzeit) kein Gegentor. In der vergangenen Saison hatten die Bremer darauf bis kurz vor Schluss (33. Spieltag/0:0 in Köln) warten müssen.

„Der Glaube, auch auswärts bei einer Topmannschaft mithalten und zu null spielen zu können, ist zurück“, freute sich Sportchef Frank Baumann. „Das ist auch für den Kopf sehr wichtig. Man weiß wieder, dass es geht“, ergänzte Kapitän Clemens Fritz: „In den vergangenen Wochen waren wir öfter mal einen Schritt zu spät und haben Fehler gemacht. Aber heute haben wir unser Tor gut verteidigt.“

Werder mit der ältesten Startelf seit 20 Jahren

Durchaus erstaunlich nach dem bisherigen Saisonverlauf: Es gab diesmal keine Wackler in der Defensive. Werder war plötzlich kompakt, erlaubte der Hertha nur ganz wenige gelungene Offensivaktionen. „Wir waren sehr diszipliniert. Jeder hat seinen Job gemacht“, lobte Trainer Alexander Nouri, der in seiner Analyse nur einen Kritikpunkt fand: die unsauber ausgespielten Konter, vor allem in der zweiten Halbzeit: „Da hätte ich mir gewünscht, dass der letzte Ball öfter ankommt.“ So blieb es nach dem Treffer von Max Kruse (41.) bis zum Schluss beim knappen Vorsprung, den die Bremer jedoch souverän und ohne klare Anzeichen von Erschöpfung über die Zeit brachten.

Und das, obwohl Werder mit durchschnittlich 30,01 Jahren die älteste Startelf seit dem 30. November 1996 (damals 30,36 und ein 1:4 in Düsseldorf) auf dem Feld hatte und zudem für ein „Oldie“-Novum sorgte: Drei Spieler mit 36 Jahren oder älter standen in der Bundesliga-Vereinsgeschichte noch nie gemeinsam in der Anfangsformation. In Berlin waren es Fritz (36), Jaroslav Drobny (37) und Claudio Pizarro (38).

"Der Sieg war nicht glücklich, sondern hochverdient"

„Wir haben vieles richtig gemacht“, resümierte Fritz: „Ich hatte zu keiner Phase das Gefühl, dass es brenzlig wird.“ Am meisten freute sich der Kapitän darüber, „dass der Sieg nicht glücklich war, sondern hochverdient“. Und extrem wichtig noch dazu: Mit nun 14 Punkten hielten sich die Bremer die ebenfalls siegreiche Tabellenkeller-Konkurrenz aus Hamburg und Ingolstadt vom Hals, vergrößerten außerdem den Abstand auf Wolfsburg und Darmstadt (beide verloren).

Nach dem 2:2 in Hamburg und dem 2:1 gegen Ingolstadt hat Werder nun zum zweiten Mal in dieser Saison eine Sieben-Punkte-Serie hingelegt – und die soll am Samstag (15.30 Uhr) im letzten Heimspiel des Jahres gegen den 1. FC Köln ausgebaut werden. „Wir haben gesehen, was möglich ist, wenn man füreinander fightet. Das müssen wir in die kommenden Aufgaben mitnehmen“, forderte Nouri und fügte optimistisch an: „Dann haben wir die Möglichkeit, alle – oder sagen wir viele – Mannschaften zu schlagen.“

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