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Werders Außenverteidiger Santiago Garcia ist gegen die schnellen Flügelspieler der Hertha gefordert.

Werder will in Berlin den ersten Auswärtssieg

Keine Touristen-Tour

Bremen - Von Malte Rehnert. Werder Bremen will am Samstag den ersten Auswärts-Sieg einfahren. Allerdings gibt es für das Vorhaben zurzeit keinen schwereren Gegner als Hertha BSC.

Samstag, 18.30 Uhr, Flutlicht. An diese Spiele hat Werder in dieser Saison überwiegend positive Erinnerungen. Gut, es gab das 1:4 in Gladbach – aber danach zu dieser Anstoßzeit in der Bundesliga eben auch die 2:1-Siege gegen den VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen. Und nun soll bei Hertha BSC der Samstagabend-Sieg-Hattrick her.

„Wir fahren nicht nur als Touristen dorthin, sondern wollen etwas Zählbares mitnehmen“, sagt Werder-Coach Alexander Nouri vor der Partie bei den Berlinern, für die es der erste Saison-Auftritt am Samstagabend ist. Bisher hat Hertha alle seine sechs Heimspiele gewonnen, als einziges Team der Liga. Auch dank der Stärke im Olympiastadion steht der Hauptstadt-Club aktuell auf Platz drei, hat mit insgesamt 27 Punkten den besten Start der Vereinsgeschichte hingelegt und gehört ganz klar zu den positiven Überraschungen. „Wenn man die Tabelle sieht, spricht das für sich“, meint Nouri: „Wir sehen uns in der Rolle des Herausforderers – und die nehmen wir an.“

In den sechs Auswärtsspielen war Werder allerdings ein sehr dankbarer Gegner, holte noch keinen Sieg und lediglich zwei Unentschieden in den Kellerduellen bei Darmstadt 98 und dem Hamburger SV (jeweils 2:2). Trotzdem ist Hertha-Coach Pal Dardai weit davon entfernt, die Bremer auf die leichte Schulter zu nehmen. „Ich sehe uns nicht in der Favoritenrolle. Das wird eine schwierige Aufgabe, ein sehr gefährliches Spiel“, mahnt der 40-jährige Ungar. Er werde sich von der Tabellensituation (Werder ist mit elf Punkten 14.) „nicht blenden lassen“, sagt Dardai: „Werder hat sehr starke und schnelle Stürmer.“

Außenverteidiger Bauer und Garcia besonders gefordert

Aber eben auch eine extrem anfällige Defensive. 2,46 Gegentore kassierten die Bremer durchschnittlich. Insgesamt sind es 32 – der schlechteste Wert alle 18 Erstligisten. Mal wieder. Und in Berlin gibt es am Samstag den nächsten Härtetest. Herthas Offensivmänner Vedad Ibisevic und Salomon Kalou sind richtig gut in Schuss. Kapitän Ibisevic (32) traf bereits acht Mal (plus drei Vorlagen). Kalou (aus unterschiedlichen Gründen erst seit Mitte Oktober wieder dabei/siehe Text unten) gelangen in sechs Einsätzen vier Tore und zwei Assists.

Und: In den vergangenen vier Partien vor eigenem Publikum erzielten Ibisevic (5) und Kalou (3) acht der neun Berliner Tore. Diese Zwei, die Nouri als „Zielspieler“ und „sehr effektiv“ bezeichnet, müssen die Bremer ausschalten – am besten, indem sie schon die Pässe ins Zentrum verhindern. „Hertha forciert das Flügelspiel, bringt viele Flanken rein“, weiß Nouri. Da sind Werders Außenverteidiger Santiago Garcia (links) und Robert Bauer (rechts) besonders gefordert.

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