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Fit und bereit für Hoffenheim – den Gegner, gegen den er am liebsten (und fast ausschließlich) trifft: Philipp Bargfrede (rechts) amüsiert sich nach dem Abschlusstraining über ein Späßchen von Max Kruse.

Gute Omen für Werder gegen Hoffenheim

Bargfredes Lieblingsgegner

Bremen - Von Malte Rehnert. Wenn der SV Werder beim Jahresabschluss am Mittwoch (20 Uhr) bei der TSG 1899 Hoffenheim antritt, kann vor lauter guten Omen eigentlich nichts schiefgehen.

Warum? Erstens, weil die Bremer in der Bundesliga bei der TSG Hoffenheim meistens gewinnen. Fünf Mal schon. Zudem gab es zwei Remis und erst eine Niederlage. Und zweitens, weil Philipp Bargfrede nach überstandenen Achillessehnenproblemen mitspielt. Der defensive Mittelfeldmann ist normalerweise alles andere als ein Torjäger – es sei denn, es geht gegen die Kraichgauer. Da dreht der 27-Jährige plötzlich regelmäßig auf.

„In den letzten Spielen lief es ganz gut für mich. Ich weiß auch nicht, warum. Die scheinen mir irgendwie zu liegen“, sagt Bargfrede und fügt mit einem Lächeln an: „Gegen Hoffenheim treffe ich ja bekanntlich gerne.“ Sehr gerne sogar. Von seinen bisher vier Bundesliga-Toren (in 142 Einsätzen) hat er drei (das sind 75 Prozent) gegen die TSG erzielt – inklusive seines Premierentreffers in einer für ihn bedeutsamen Partie.

Premieren-Treffer beim Super-Comeback

Es war der 30. November 2013, als Bargfrede in Hoffenheim nach (mal wieder) monatelanger Verletzungspause in der 70. Minute für Mehmet Ekici eingewechselt wurde. Es stand 3:4, die Bremer Hoffnung auf Zählbares schwand von Minute zu Minute. Doch in der Nachspielzeit machte Rückkehrer Bargfrede in seinem 88. Bundesliga-Spiel mit einem Elf-Meter-Schuss das viel umjubelte 4:4 und krönte sein Super-Comeback. „Es war ein besonderes Spiel, keine Frage. Daran erinnere ich mich sehr gerne.“

Auch, weil anschließend endlich die ständigen Fragen nach dem ersten Liga-Tor aufhörten. „Das Thema hatte sich glücklicherweise erledigt“, schmunzelt Bargfrede, der Werder in Hoffenheim auch mal zum Sieg schoss (beim 2:1 am 4. Februar 2015). Es war sein letztes Pflichtspiel-Tor. Bis jetzt. Am Mittwoch hätte er freilich nichts dagegen, wenn er seine Hoffenheim-Serie fortsetzt: „Ich habe ja schon länger nicht mehr getroffen. Das wäre doch jetzt genau der richtige Zeitpunkt...“

Bargfrede freut sich auf Omas Essen

Wichtiger als der persönliche Erfolg ist Bargfrede aber natürlich der mannschaftliche: „Wir wollen ein gutes Spiel machen und ein vernünftiges Ergebnis holen, damit wir mit einem positiven Gefühl in die Winterpause gehen können.“ Obwohl Hoffenheim die einzige Bundesliga-Mannschaft ohne Niederlage in dieser Saison ist, hält der 27-Jährige durchaus auch einen Sieg für möglich. „Warum denn nicht?“, fragt Bargfrede: „In Berlin hatten wir fast die gleiche Situation, die waren zu Hause ungeschlagen.“ Bis Werder kam und mit 1:0 gewann. „Jede Serie reißt eben irgendwann“, sagt Bargfrede: „Das Berlin-Spiel macht uns Mut.“

Für ihn persönlich endet am Mittwoch ein Fußballjahr, das mit schwierig noch nett umschrieben ist. Ende Januar hatte sich Bargfrede erneut am Meniskus verletzt, fiel zehn Monate aus und kehrte erst vor einigen Wochen zurück. „Ich bin sehr froh, wieder auf dem Platz zu sein“, betont er. Nach den Weihnachtstagen, an denen er sich besonders „auf Omas Essen“ freut, geht es mit der Familie ein paar Tage und über Silvester nach Österreich. „Ein bisschen zur Ruhe kommen“ will er im Kurzurlaub. Am 3. Januar startet er dann mit Werder in die Rückrunde. Bargfredes größter Wunsch für das neue Jahr ist klar: „Ich möchte vor allem verletzungsfrei bleiben.“

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