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Werders Thomas Delaney wird für sein 2:0 gefeiert. Später musste er verletzt raus.

2:0-Sieg in Mainz

Endlich! Werder kann doch noch gewinnen

Mainz - Von Björn Knips. Aufatmen beim SV Werder! Nach sechs sieglosen Spielen und dabei vier Niederlagen in Folge hat der abstiegsbedrohte Bundesligist endlich wieder einen Sieg gelandet – den ersten im Jahr 2017.

Beim FSV Mainz 05 triumphierten die Bremer nach einer disziplinierten Leistung und dank eines starken Auftritts von Keeper Felix Wiedwald verdient mit 2:0. Die Tore erzielten Serge Gnabry (16.) und Thomas Delaney (23.). Die Diskussion um die Zukunft von Alexander Nouri dürfte damit zumindest vorerst beendet sein. Zumal Sportchef Frank Baumann schon vor der Partie gegenüber Radio Bremen beteuert hatte, auch bei einer Niederlage an Nouri festhalten zu wollen. Die Lage bleibt prekär. Auch nach dem Sieg beträgt der Vorsprung zum direkten Abstiegsplatz weiterhin nur einen Punkt, weil Ingolstadt überraschend mit 2:0 in Frankfurt gewann. Immerhin hat Werder den Relegationsplatz verlassen. Der Hamburger SV kann aber am Abend mit einem Punktgewinn gegen Freiburg wieder am Nordrivalen vorbeiziehen.

Alexander Nouri hatte im Vergleich zum Gladbach-Spiel zwei Änderungen in seiner Startelf vorgenommen. Für Santiago Garcia und Milos Veljkovic durften Theodor Gebre Selassie und Kapitän Clemens Fritz von Beginn an ran. „Clemens ist als Kapitän sehr wichtig, diese Führungsrolle soll er auch auf dem Platz übernehmen“, sagte Sportchef Frank Baumann bei Sky vor der Partie. Nouri veränderte aber nicht nur das Personal, sondern auch das System. Der Coach kehrte zur Viererkette zurück - mit Robert Bauer und Theodor Gebre Selassie als Außen- und Lamine Sane und Niklas Moisander als Innenverteidiger. Davor gab es die nächste Viererkette mit Fin Bartels, Clemens Fritz, Thomas Delaney und Zlatko Junuzovic. Vorne sollten Serge Gnabry und Max Kruse für Gefahr sorgen.

Doch zunächst passierte nichts. Beide Team tasteten sich ab. Werder wollte partout nicht in einen Konter laufen – und versperrte den Mainzern vor allem die Außenbahnen. Über die sind die Rheinhessen eigentlich immer sehr gefährlich. Doch die Bremer Außenverteidiger Bauer und Gebre Selassie machten einen richtig guten Job. Ihre Teamkollegen aber auch. Nach einer langgezogenen Ecke von Zlatko Junuzovic köpfte Serge Gnabry die Kugel ganz geschickt zum 1:0 ins lange Eck (16.). Mainz-Keeper Jonas Lössl schaute dem Ball nur verdutzt hinterher. „Da kann er nichts machen“, urteilte Mainz-Sportchef Rouven Schröder.

Werder wurde mit der Führung im Rücken sicherer

Werder wurde mit der Führung im Rücken noch sicherer, gestattete den Gastgebern kein Torchance – und blieb selbst vorne gefährlich. Wenn auch nur durch Standards. Aber diesen Freistoß von Delaney werden die Bremer so schnell nicht vergessen. Aus 18 Metern zirkelte der Däne den Ball zum 2:0 in den Winkel (23.). Sein erster Treffer im Bremer Trikot. Ein Traumtor – und Werders erster direkter Freistoß seit Mai 2015, der den Weg ins Tor fand.

Die mitgereisten Werder-Fans konnten ihr Glück kaum fassen, feierten die erste 2:0-Führung der Saison fast schon wie einen Sieg. Beinahe hätte es den schnellen Dämpfer gegeben. Jhon Cordoba war Lamine Sane entwischt, doch an Felix Wiedwald kam er nicht vorbei (31.). Der Werder-Keeper zeigte eine starke Parade mit dem Fuß. Das wird dem immer wieder in der Kritik stehenden Achimer richtig gut tun.

Mehr konnte er sich allerdings bis zur Pause nicht auszeichnen. Das lag am guten Bremer Abwehrverhalten. Mainz kam einfach nicht durch – und so schimpfte Sportchef Schröder zur Pause: „Wir müssen einfach besser nach vorne spielen.“

Wiedwald mit mehreren Klasse-Paraden

Die Worte kamen an. Mainz gab sofort Vollgas, und der eingewechselte Pablo De Blasis hätte fast den Anschlusstreffer geköpft, doch Wiedwald reagierte erneut prächtig (50.). Sein Gegenüber Lössl ließ dagegen einen Moisander-Schuss aus dem Gewühl heraus durchrutschen, doch Stefan Bell kratzte den Ball gerade noch von der Linie (51.). Nicht nur das war bitter für Werder, sondern auch Delaneys Ausfall. Der Däne war in dieser Szene nach einem Zusammenprall mit Andre Ramalho unglücklich gestürzt. Mit Rückenschmerzen und Verdacht auf Gehirnerschütterung wurde der Mittelfeldspieler umgehend ins Krankenhaus gebracht.

Maximilian Eggestein sollte ihn ersetzen und erlebte einen wahren Mainzer Angriffswirbel. Die Gastgeber wollten den Anschlusstreffer förmlich erzwingen. Doch Junuzovic stand bei einem Bell-Kopfball goldrichtig und klärte auf der Linie (60.). Mainz machte weiter Druck und musste dabei auch mal mit unerlaubten Mitteln gestoppt werden. Dabei sah Fritz für sein taktisches Foul an De Blasis die Gelbe Karte, eine mit Folgen. Der Kapitän ist am Freitagabend beim nächsten Spiel in Wolfsburg gesperrt. Ein herber Verlust, denn der 36-Jährige bot eine starke Partie. Genauso wie Wiedwald. Der Keeper reagierte auch in der 87. Minute bei einem weiteren Kopfball von De Blasis glänzend und ließ die Null stehen. Auch das macht Hoffnung für die nächsten Wochen.

Delaney: Erst Traumtor, dann Krankenhaus

Statistik

FSV Mainz 05: Lössl – Donati (84. Bussmann), Bell, Ramalho, Brosinski - Gbamin, Latza – Öztunali (46. De Blasis), Krkic (58. Seydel), Samperio – Cordoba.

Werder Bremen: Wiedwald - Gebre Selassie, Sane, Moisander, Bauer – Bartels, Fritz, Delaney (54. M. Eggestein), Junuzovic (89. S. Garcia) - Gnabry (76. Veljkovic), Kruse.

Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)

Zuschauer: 25.000

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