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Claudio Pizarro kehrt am Montag mit dem 1. FC Köln ins Bremer Weserstadion zurück.

Bremer Legende lobt Werder-Trainer

Pizarro: „Ich habe Florian gesagt, dass er ein guter Trainer wird“

Köln - Claudio Pizarro hat viel erlebt im Fußball, sogar sehr viel. Schließlich spielt er auch mit 39 Jahren immer noch in der Bundesliga.

Der Mann kennt sich aus. Und er hatte da vor ein paar Jahren so eine Vorahnung, als er noch das Trikot des SV Werder Bremen trug. Co-Trainer war damals ein gewisser Florian Kohfeldt, übrigens vier Jahre jünger als Pizarro. Und der Ältere prophezeite damals dem Jüngeren: „Ich habe Florian gesagt, dass er ein guter Trainer wird.“ Pizarro hat Recht behalten. Kohfeldt ist jetzt der Chefcoach bei Werder und hat das Team von den Abstiegsrängen geholt.

Gegen Köln soll am Montag der nächste große Schritt zum Klassenerhalt gelingen, doch ausgerechnet Pizarro will das verhindern. „Natürlich wird das ein besonderes Spiel für mich“, erklärt Pizarro am Mittwochabend nach dem Training einer kleinen Journalistenrunde: „Ich freue mich, die alten Freunde und Fans zu treffen. Aber wir wollen gewinnen. Ich will Tore machen und einen Sieg holen!“

Pizarros Karriere in Bildern

Claudio Pizarro
Willkommen in Bremen: Ein junger Claudio Pizarro macht sich im August 1999 für seinen allerersten Bundesliga-Einsatz bereit. © imago/Team 2
Claudio Pizarro
Beim Startelf-Debüt gelingt Pizarro gleich sein erstes Bundesliga-Tor. Kaiserslauterns Andreas Reinke ist machtlos. Innerhalb der nächsten Woche lässt er fünf weitere Treffer folgen und erobert die Fan-Herzen im Sturm. © imago/Jaspersen
Claudio Pizarro
Auch beim „Wunder von der Weser“ gegen Olympique Lyon, als Bremen eine 0:3-Pleite aus dem Hinspiel noch dreht, ist Pizarro beteiligt. Er erzielt den 4:0-Endstand. © imago/Jaspersen
Claudio Pizarro
29 Tore erzielte Pizarro in zwei Jahren für Werder. Ausgefallen bejubelt er eines davon im August 2000 mit Razundara Tjikuzu. Marco Bodo gefällt‘s. © nordphoto
Claudio Pizarro
Nach zwei Jahren in Bremen folgt Pizarro dem Ruf aus München. Neben Vizepräsident Dr. Fritz Scherer (l.) und Karl-Heinz Rummenigge präsentiert er stolz das Trikot mit der Nummer 14. © imago/ActionPictures
Claudio Pizarro
Für den FC Bayern spielt Pizarro erstmals in der Champions League. Im April 2002 bejubeln Stefan Effenberg und Bixente Lizarazu seinen 2:1-Siegtreffer gegen die „Galaktischen“. Zinedine Zidane schaut enttäuscht zu, im Rückspiel setzt sich Real Madrid aber durch. © imago/WEREK
Claudio Pizarro
Zwei der erfolgreichsten ausländischen Bundesliga-Torschützen beim gemeinsamen Jubel: Claudio Pizarro nimmt Sturmpartner Giovanne Elber Huckepack. Ein Bild, an das sich die Konkurrenz im Oktober 2002 gewöhnen musste. © imago/WEREK
Claudio Pizarro
Mit den Bayern gewinnt Pizarro die ersten Titel. In der Saison 2002/03 werden sie Meister und Pokalsieger. Im Finale trifft „Pizza“ gegen Kaiserslautern und reckt anschließend den Pokal in die Höhe. © imago/Ulmer
Claudio Pizarro
Im Mai 2005 feiert Pizarro erneut das Double. Während er auf dem Münchner Rathausbalkon die Meisterschale präsentiert, verbirgt sich hinter dem DFB-Pokal sein langjähriger Mitspieler Torsten Frings. © imago/ActionPictures
Claudio Pizarro
Ausgebremst: In London wird Pizarro in der Saison 2007/2008 nicht glücklich. Für den FC Chelsea erzielt er nur zwei Tore und kommt über die Rolle des Einwechselspielers nicht hinaus. Nach einer einjährigen Leihe verpflichtet Ex-Klub Werder  den Peruaner 2009 erneut. © imago
Claudio Pizarro
Auch auf dem Bremer Rathausbalkon darf Pizarro sich den Pott krallen. Das DFB-Pokal-Finale 2009 gewann Werder Bremen dank Mesut Özil mit 1:0 gegen Bayer Leverkusen. Im UEFA-Cup-Finale hatten sie weniger Glück, verloren gegen Schachtar Donezk mit 1:2 in der Verlängerung. © nordphoto
Claudio Pizarro
Die Entschlossenheit steht ihm ins Gesicht geschrieben: Pizarro trifft zum 1:0 gegen Twente Enschede und egalisiert damit das Hinspielergebnis in der Europa League. Seine beiden weiteren Tore markieren den Hattrick und bringen Werder in die nächste Runde. Dort scheiden sie trotz seiner drei Scorerpunkte gegen Valencia aus. (Februar 2010) © nordphoto
Claudio Pizarro
Küsschen für die Fans: Auch gegen Köln gelingt Pizarro im November 2011 ein Hattrick. Nachdem er den 2:0-Vorsprung durch Christian Clemens und Lukas Podolski ausgeglichen hatte, erzielt er kurz vor Schluss den 3:2-Siegtreffer. © nordphoto
Claudio Pizarro
Der zweite Werder-Abschied: Die Werder-Bosse Klaus Filbry, Klaus Allofs und Klaus-Dieter Fischer (v.l.) verabschieden Pizarro im September 2009 aus Bremen. © nordphoto
Claudio Pizarro
Zwar rückt Pizarro bei seiner erneuten Station in München ins zweite Glied, Glanzpunkte setzt er aber weiterhin. Über einen dürften sich auch Werder-Fans gefreut haben: Beim 9:2-Schützenfest gegen den HSV erzielte „Pizza“ im Märt 2013 vier Tore und legt zwei weitere auf. © nordphoto
Claudio Pizarro
Aber nicht nur gegen den HSV zeigte er seine Klasse. Beim 5:2-Erfolg gegen Werder Bremen im April 2014 macht Pizarro zwei Tore selbst und bereitet eins vor. © nordphoto
Claudio Pizarro
Abschied mit einem Titel. 2015 war Pizarro kaum noch zum Einsatz gekommen. Dass man den sympathischen Peruaner in München dennoch vermissen wird, zeigt dieses Foto aus dem Mai 2015 von seinem letzten Auftritt im Bayern-Trikot. © nordphoto
Claudio Pizarro
Weniger Glück hatte Pizarro im Trikot der peruanischen Nationalmannschaft. Für eine WM spielte er bisher nie. Bei der Copa America war der größte Erfolg die Teilnahme am Halbfinale 2015. Dort war gegen Chile Schluss. © imago/Fotoarena
Claudio Pizarro
Ankunft in Bremen im September 2015: Als Pizarro am Münchner Flughaften gesichtet wird, verbreiten sich die Bilder im Netz wie ein Lauffeuer. Als er in Bremen landet, erwarten ihn dort bereits zahlreiche Werder-Fans sowie Pressevertreter. Was für eine Rückkehr! © nordphoto
Claudio Pizarro
Wenig später ist es so weit: Gegen Hoffenheim feiert Pizarro die nächste Werder-Rückkehr. Der Einstand gelingt, mit einer Torvorlage in der Nachspielzeit bringt er Werder auf die Siegerstraße. © nordphoto
Claudio Pizarro
Der Torhunger ist noch längst nicht gestillt. Im Spiel gegen Hertha trifft Pizarro per Elfmeter zum Anschluss und hat es danach ganz eilig. Sein Wille wird belohnt, wenig später stibitzt der Peruaner Santiago Garcia den Ausgleichstreffer. Er hatte den Ball noch mit den Haarspitzen gestreift. © nordphoto
Claudio Pizarro
Pizarro fängt einen Pass der Leverkusener ab und überlupft Bernd Leno zum 2:0. Danach folgten ein verwandelter Strafstoß und ein Kopfballtor nach einer Ecke, welches Pizarros 99. Tor im Trikot des SV Werder markierte. © nordphoto
Claudio Pizarro
Mitte März 2016 zieht Pizarro mit Marco Bode als Werders Rekordtorschütze gleich. Pizarro erzielte gegen Mainz 05 (1:1) seinen 101. Treffer im Werder-Trikot. Für den Ball gab es ein Küsschen. © nordphoto
Claudio Pizarro
Rund vier Wochen später schoss er sich dann im Spiel gegen den VfL Wolfsburg (3:2) zum alleinigen Rekordtorschützen bei Werder. © nordphoto
Claudio Pizarro
Der Peruaner brauchte für seinen Rekord gerade einmal 183 Spiele und somit 196 Partien weniger als der ehemalige deutsche Nationalstürmer. © nordphoto
Claudio Pizarro
Schließlich wurde Pizarro für diese bemerkenswerte Leistung geehrt und bekam ein symbolisches Trikot mit der Rückennummer 102. Marco Bode gratuliert. © nordphoto
Claudio Pizarro
Am 32. Spieltag der Saison 2016/17 lief Pizarro zum vorerst letzten Mal für Werder auf. Der Vertrag des Stürmer-Oldies wurde über die Zeit hinaus nicht verlängert. © imago
Claudio Pizarro
In der Saison 2017/2018 ging Claudio Pizarro noch einmal für den 1. FC Köln auf Torejagd. Sein erstes Tor für den neuen Club schoss er gegen den VfB Stuttgart. © imago
Claudio Pizarro
Kaum zu glauben, aber wahr: Pizarro kam im  Sommer 2018 nochmal zum SV Werder zurück und unterschrieb für ein Jahr. © gumzmedia

Und spätestens seit dem vergangenen Sonntag klingt das auch wieder als ernst zu nehmende Drohung. Denn Pizarro hat endlich sein erstes Saisontor erzielt. Darauf hat der 1. FC Köln so lange gewartet. Ende September war der Stürmerstar verpflichtet worden – als Retter. Doch Pizarro hatte mit der Fitness und Verletzungen zu kämpfen. Er kam nie richtig in Schwung. Die Fans wurden schon etwas unruhig. Zumal der Peruaner mit einer Jahresgage von über zwei Millionen Euro angeblich zu den Topverdienern im Team gehört. Werder hatte es Ende der vergangenen Saison abgelehnt, so viel Geld für den verletzungsanfälligen Angreifer auszugeben.Der Vertrag wurde auch auf Wunsch des damaligen Trainers Alexander Nouri nicht verlängert.

Pizarro hat natürlich immer an sich geglaubt und nie aufgegeben. Jetzt belohnte er sich mit dem Treffer gegen den VfB Stuttgart. „Für einen Stürmer ist es immer gut zu treffen, das bringt Selbstvertrauen“, sagt Pizarro. Doch sein Strahlen im Gesicht verschwindet schnell, denn das Tor hat nicht zum Sieg gereicht. Am Ende kassierten die Kölner eine ganz bittere 2:3-Heimniederlage, der Abstieg scheint schon besiegelt. „Das ist wirklich sehr schwierig zu verkraften, wir denken immer noch an das Spiel“, gesteht Pizarro: „Aber der Trainer hat gesagt, dass wir das abhaken und uns auf das nächste Spiel konzentrieren sollen.“

Pizarros Treffer gegen Werder

Claudio Pizarro
Werder Bremen wollte ihn nicht mehr, jetzt spielt Claudio Pizarro für den 1. FC Köln. Trifft er nun gegen seinen Ex-Club? © imago
Claudio Pizarro
Saison 2001/02, 30. Spieltag: „Pizza“ traf zur Münchner Führung, das Spiel endete 2:2. © imago
Claudio Pizarro
Werder-Meistersaison 2003/04, 15. Spieltag: Der Peruaner erzielte den Treffer zum 1:1-Endstand. © imago
Claudio Pizarro
Saison 2005/06, 12. Spieltag: Bayern gewinnt mit 3:1 gegen Werder. Pizarro trifft zum zwischenzeitlichen 2:1. © imago
Claudio Pizarro
Saison 2013/14, 32. Spieltag: Werder geht mit 2:5 bei den Bayern untern. Der Ex-Bremer trifft doppelt, hier im Bild zum 2:2. © nordphoto
Claudio Pizarro
Dann legte er das 3:2 nach. © nordphoto

Und auf Coach Stefan Ruthenbeck hört Pizarro natürlich, genauso wie seine Teamkollegen auf ihn hören. Der beste ausländische Torjäger in der Bundesliga-Geschichte hat so viel Erfahrung – auch im Abstiegskampf. Das kennt er aus seiner Zeit bei Werder, und am Ende ist er immer drin geblieben. Doch das mochte er nun nicht überbewerten: „Man kann viel sagen von Erfahrung und so, aber das Einzige, was jetzt zählt, das sind Siege. Wir werden kämpfen und alles versuchen.“

Acht Punkte trennen das Schlusslicht vom Relegationsplatz. Werder ist sogar zehn Zähler weit weg. Ist das noch aufzuholen? „Wir werden sehen“, antwortet er. Es sei „schwer zu sagen, ob wir den Klassenerhalt noch schaffen“. Da ist Pizarro einfach ehrlich. Genauso wie bei der Einschätzung seiner ehemaligen Trainer. Über Nouri, der ihn quasi aussortiert hatte, verlor er lieber kein Wort mehr. Über Kohfeldt sagt er dagegen: „Florian hat viele Ideen, ist taktisch sehr gut. Er macht bei Werder einen sehr guten Job.“

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