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Milos Veljkovic will nicht ins Träumen geraten, sondern sich nur auf die nächste Aufgabe konzentrieren.

Werder kann Spitzenreiter werden - will daran aber nicht denken

Cool, langweilig und nicht blöd

Bremen - Alle Neune für Werder Bremen? Nach sechs Punkten aus den Spielen beim FC Augsburg (3:2) und daheim gegen Hertha BSC (3:1) hat Werder Bremen am Samstag die Chance auf die maximale Punktausbeute in der Englischen Woche der Bundesliga.

Dafür muss auch bei Fehlstarter VfB Stuttgart (15.30 Uhr, Mercedes-Benz-Arena) ein Sieg her. Und nur um auch das kurz erwähnt zu haben: Wenn als Zugabe auch auf anderen Plätzen alles optimal läuft, ist für die Bremer sogar der Sprung an die Tabellenspitze drin.

Spitzenreiter FC Bayern müsste in Berlin straucheln, Borussia Dortmund bei Bayer Leverkusen Punkte liegen lassen – dann wäre der Weg für Werder frei. Doch wer glaubt, dass sich die Grün-Weißen von diesen Aussichten und Eventualitäten irritieren lassen, liegt voll daneben. „Cool“ geht die Mannschaft mit der Situation um, sagt Verteidiger Milos Veljkovic. „Etwas langweilig“ sei man sogar, lacht Trainer Florian Kohfeldt.

Langweilig, weil sich der Club nicht von einer langsam wachsenden Euphorie im Umfeld anstecken lassen will. Langweilig, weil weder der Coach noch irgendjemand sonst die Zügel jener Kutsche in die Hände nimmt, die Meister und Tabellenführer FC Bayern auf den Fersen bleiben will. „Von Begriffen und Schlagzeilen wie Bayern-Jäger lassen wir uns nicht ablenken“, behauptet Sportchef Frank Baumann.

Ohnehin ist ihm die Aufmerksamkeit, die dem aktuellen dritten Tabellenplatz zuteil wird, einfach zu groß. Ist doch alles sei nur eine Momentaufnahme, alles noch ohne starke Aussagekraft, meint er: „Wir werden uns davon nicht blenden lassen. Natürlich haben wir jetzt eine gute Ausgangslage, aber wenn wir jetzt aufhören, hart zu arbeiten, werden wir unsere Ziele nicht erreichen.“ Oder anders gesagt: Das Fundament für eine Rückkehr ins europäische Geschäft entsteht zwar gerade, „aber das bringt nur dann etwas, wenn du anschließend auch die Wände hochziehst“, sagt Baumann, der Baumeister.

Dranbleiben ist also die Devise für das Team, das bislang noch ungeschlagen ist und es auch am Samstag bleiben will. Veljkovic verspricht: „Man hört und liest ja vom Bayern-Jäger und so. Aber wir bleiben da cool und konzentrieren uns immer nur auf die nächste Aufgabe.“

Baumann: Stuttgart „mit uns auf einem Level“

Die hat es deutlich mehr in sich, als es der Tabellenplatz vermuten lässt. Die noch sieglosen Stuttgarter dümpeln zwar auf dem vorletzten Tabellenplatz herum, Baumann zählt das Team dennoch zu den Mannschaften, „die mit uns auf einem Level liegen“. Soll heißen: Die Tabelle weist Werder zwar als Favorit aus, die Bremer Traumstarter fühlen sich aber nicht so. Kohfeldt: „Es sind erst fünf Spiele absolviert. Wir sind erst an einem Zwischenpunkt.“ Und Stuttgart auch.

Der VfB sei viel zu stark besetzt, als dass Werder sich tatsächlich als Favorit fühlen könne. In Benjamin Pavard haben die Stuttgarter schließlich einen Weltmeister im Team, in Timo Baumgartl „einen der Top-Verteidiger der Zukunft“ (Kohfeldt), in Santiago Ascacibar „einen der besten Sechser der Liga“ (wieder Kohfeldt) und in Mario Gomez einen Stürmer, dessen Qualitäten jeder kenne. „Wir wären also schön blöd“, so der Werder-Trainer, „wenn wir diesen Gegner nicht ernst nehmen würden.“

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