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Diego Demme ist im Mittelfeld von RB Leipzig absolut gesetzt.

Notizen vor Leipzig

RB-Profi Demme im Klemm-Brett-Interview: „Werder hat ein starkes Team“

Von wegen Rente: Hans-Günter Klemm, langjähriger Kicker-Redakteur mit Werder-Expertise, hält für die DeichStube Augen und Ohren offen – fällt ihm 'was zum kommenden Gegner der Grün-Weißen auf, notiert er es auf seinem Klemm-Brett. Vor dem 17. Spieltag gegen Leipzig mit RB-Profi Diego Demme im Interview.

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Diego Demme im Kurz-Interview

Seit 2014 spielt Diego Demme in Leipzig. Der 27-jährige Mittelfeldspieler, der einmal in die Nationalelf berufen wurde, nimmt Stellung zur Hinserie und beurteilt Werder.

Wie sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden?

Diego Demme: Mit der Saison können wir bislang ganz zufrieden sein. Das Hinspiel gegen Salzburg in der Europa League war für uns sicherlich ein wichtiger Weckruf und ein Beispiel dafür, wie es eben nicht funktioniert. Das hat die Sinne geschärft und uns alle noch einmal richtig sensibilisiert. Seitdem haben wir insbesondere in der Defensive zu alter Stärke zurückgefunden – und vorne sind wir mit unserer Qualität immer für Tore gut.

Wie meistert Ralf Rangnick die Doppelbelastung als Trainer und Manager?

Insgesamt sehr gut, sonst stünden wir vermutlich auch nicht da, wo wir aktuell stehen. Er ist genauso akribisch, detailliert und erfolgsorientiert wie in der Aufstiegssaison 2015/2016. Er ist einfach ein richtig guter Trainer, der jeden einzelnen Spieler permanent besser machen möchte. Zusammen mit seinem Trainerteam stellt er uns optimal auf den jeweiligen Gegner ein.

Was hat sich im Vergleich zur Vorsaison mit Ralph Hasenhüttl geändert?

Nicht allzu viel, denn die grundsätzliche Philosophie und die Spielweise sind im Grunde gleichgeblieben. Von daher mussten wir uns nicht großartig umstellen. Unser Fokus ist das Spiel gegen den Ball. Das haben wir sehr gut verinnerlicht, stehen dadurch defensiv richtig stabil und lassen wenig zu – was sich auch an der Zahl der Gegentore ablesen lässt. Das hilft natürlich auch, um zu punkten.

RB hat zuhause noch nie gegen Werder verloren. Bleibt es bei der reinen Weste?

Das wollen wir natürlich mit aller Macht versuchen. Aber eine solche Statistik hilft uns für das Spiel wenig. Werder hat eine klasse Mannschaft, wir brauchen eine Top-Leistung, um zu gewinnen. Die drei Punkte wollen wir unseren Fans und uns als Team gern zu Weihnachten schenken. Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingen kann, wenn wir so wie bei unseren letzten Heimspielen auftreten.

Ist für Sie die Werder-Mannschaft eine der Überraschungen in dieser Saison?

Ich weiß nicht, ob ich das so formulieren würde. Denn wer sich den Kader auf dem Papier ansieht, weiß schon, dass Werder ein starkes Team hat. Und das hat das Team bisher auch eindrucksvoll gezeigt.

Wissenswertes zum Werder-Spiel gegen RB Leipzig: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett.

Der Star: Timo Werner

RB ist ins Rollen gekommen, Timo Werner, Nationalspieler und Aushängeschild des Clubs aus Sachsen, ebenso. Was in der Nationalelf nicht so recht klappen will, gelingt dem 2016 aus Stuttgart transferierten Profi im Verein umso besser. Werner bestätigt seinen Ruf, an guten Tagen ein Spieler zu sein, der sprichwörtlich den Unterschied ausmacht.

So sieht es auch Ralf Rangnick, der Trainer-Manager: „Er ist im Moment der Spieler, der unsere Spielweise veredelt.“ Der 22-Jährige trifft in dieser Spielzeit nach Belieben. Beim 4:1 gegen Mainz gelang ihm bereits der sechste Doppelpack, davon fünf in der Liga, einer im Pokal gegen Hoffenheim. Insgesamt in seiner Karriere war er somit schon zum zwölften Mal Doppeltorschütze. Nur Dieter und Gerd Müller waren beim Erreichen dieser Marke noch jünger als der Löw-Schützling, der sich glücklich zeigt über die persönliche und die allgemeine Entwicklung: „Wir besitzen eine bockstarke Offensive.“

Bilanz Werder gegen Leipzig

Erst viermal sind RB Leipzig und Werder aufeinander getroffen. Alle vier Spiele in der Bundesliga. Die Bilanz für Bremen ist ernüchternd: Zwei Siege für die Sachsen, ein Remis und nur ein Sieg für Werder, der indes sehr deutlich beim 3:0 im Heimspiel am 18. März 2017. Ein Erfolg in der Ära von Alexander Nouri, für den die Torschützen Junuzovic, Grillitsch und Kainz verantwortlich waren. In Leipzig gab es für die Bremer bisher nichts zu holen. 0:2 am 25. November 2017 sowie 1:3 am 23. Oktober 2016, als Serge Gnabry der Ehrentreffer gelang.

Spruch

„Bei uns beschäftigt sich gerade niemand mit der Europa League.“

Trainer-Manager Ralf Rangnick nach dem 0:1 gegen RB Salzburg über den Stellenwert des internationalen Wettbewerbs und die Priorität der Bundesliga

Trainer-Manager Ralf Rangnick

Geschichte wiederholt, gerade im Fußball, gerade in Leipzig und erst recht bei Ralf Rangnick. Der Akteur, der für RB Leipzig und das Projekt steht wie kein Zweiter, muss zum zweiten Mal ran. Angetreten als Sportdirektor im Sommer 2012 und sofort zum Baumeister bei RB avanciert, muss der Schwabe abermals die gleichermaßen arbeitsintensive wie risikoreiche Doppelrolle übernehmen: Rangnick als Manager und Trainer. Wie in der Saison 2015/16, als er die doppelte Belastung meisterhaft schulterte und den Aufstieg in die Erstklassigkeit perfekt machte.

Nun also sein Comeback als Fußballlehrer nach dem Ende der Amtszeit von Ralph Hasenhüttl. „Die sinnvollste Entscheidung, die wir treffen konnten“, kommentierte Geschäftsführer Oliver Mintzlaff diese Personalie. Julian Nagelsmann kommt aus Hoffenheim erst im kommenden Sommer. Wer anders als der alte Haudegen Rangnick, der schon Schalke und Stuttgart, Hoffenheim und Hannover, Stuttgart und Ulm betreut hat, bot sich Ideallösung an? Rangnick stellt sich also abermals der Herausforderung.

In Leipzig, in der Öffentlichkeit, doch auch in der Mannschaft, genießt er hohen Respekt und höchstes Ansehen, wie Kapitän Willi Orban feststellt: „Die Visionen, die er mir aufgezeigt hat, sind alle eingetreten.“ In dem einzigen Liga-Standort im Osten der Republik nennen sie den Zampano, der für die Spielidee und Philosophie des steten Pressings mit anschließendem überfallartigen Attacken in der Offensive steht, längst „Papa Courage“ - ein Ehrentitel für „Fußball-Professor“ Rangnick.

Form RB Leipzig

Voll im Soll in der Meisterschaft. Im Kerngeschäft Bundesliga zeigen die Bullen kaum Schwächen - insbesondere zu Hause: Mit einem souveränen 4:1 gegen Mainz im letzten Duell in der Red-Bull-Arena ist Leipzig nach acht Heimspielen weiter ungeschlagen. Nur zwei Remis mussten sie kassieren – 1:1 gegen Düsseldorf und 0:0 gegen Schalke. Auswärts musste sich RB am letzten Spieltag nach guter Leistung mit 0:1 gegen den FC Bayern geschlagen geben, trotzdem konnten die Leipziger Platz vier verteidigen.

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