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Mit einer Drohne soll ein Scout von Werder Bremen das Training der TSG Hoffenheim ausspioniert haben.

Baumann: „Ich sehe da nichts Verbotenes“

War die Drohne gefährlich? Werder wehrt sich!

Bremen - Es war das Thema nach dem Spiel – und Werder dabei eigentlich auch gesprächsbereit. Doch weder Sportchef Frank Baumann noch Trainer Florian Kohfeldt wollten gestehen, dass einer ihrer Scouts Gegner Hoffenheim im Vorfeld der Partie beim Geheimtraining mit einer Drohne ausspionieren wollte. Dabei war die Beweislast schon ziemlich erdrückend – und es gab dabei auch durchaus Kritik von Hoffenheimer Seite.

„Wenn die Technik da versagt, kann das keine guten Folgen für die Menschen da drunter haben“, meinte 1899-Coach Julian Nagelsmann und sorgte sich um die eigene Sicherheit und die seiner Spieler. Der Verein würde sich darum kümmern, die Polizei wurde informiert. „Wir ermitteln wegen einer bedeutenden Ordnungswidrigkeit, und es wird geprüft, ob der Aufstieg einer Drohne genehmigt war. Zeugen haben uns Hinweise über den Verdächtigen und sein Fahrzeug gegeben“, sagte Mannheims Polizei-Pressesprecher Norbert Schätzle der „Bild“.

Baumann: Wohl keine Konsequenzen für Scout

Bei dem Mann soll es sich um einen Scout von Werder handeln. Der soll von seinem Auto aus die Drohne gesteuert haben, um mit einer dort angebrachten Kamera Aufnahmen vom Training zu machen. Baumann bestätigte zwar, dass ein Mitarbeiter vor Ort gewesen ist, um Informationen zu sammeln, betonte aber nach dem Spiel: „Es ist völliger Quatsch, dass da über den Trainingsplatz oder irgendwelche Menschen geflogen wurde. Es ist nichts, was große Konsequenzen für ihn haben wird, egal in welcher Richtung. Da bin ich mir sehr sicher, soweit ich bis jetzt informiert bin.“ Baumann weiter: „Ich sehe da nichts Verbotenes.“

Nicht nur Baumann tat sich im Umgang mit dieser Geschichte ungewohnt schwer – auch Trainer Kohfeldt. „Das Thema hat mich in meiner Spielvorbereitung eher gestört, als dass es mir, wenn es denn so gewesen wäre, jemals geholfen hätte. In der Vorbereitung auf das Spiel wurden in keiner Weise Drohnenbilder verwendet“, behauptete der Coach. Da der Scout entdeckt worden war, gab es allerdings sehr wahrscheinlich auch keine brauchbaren Bilder.

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Nagelsmann hat kein Problem mit Spionage

Dass auf dem Hoffenheimer Trainingsgelände ein ungebetener Gast in der Luft war, daran besteht kein Zweifel. „Ich habe es wahrgenommen, aber an der Drohne war keine Flagge“, meinte Nagelsmann und grinste. Für ihn und seinen Club steht eigentlich fest, dass die Bremer hinter der Aktion stecken. Abgesehen von der Sicherheitsfrage hat Nagelsmann damit angeblich auch kein Problem: „Es ist grundsätzlich normal, dass man sich den Gegner anschaut. Jeder versucht, sich so gut wie möglich vorzubereiten. Da gibt es kein böses Wort von mir.“

Auch Kohfeldt wies darauf hin, dass Spionage zum Bundesliga-Geschäft gehöre: „Ich habe hier beim Geheimtraining auch schon 100 Mal jemanden aus dem Stadion geholt.“ Von einer Drohne erzählte Kohfeldt dabei allerdings nichts, die feierte offenbar nun in Zuzenhausen, dem Zuhause von 1899 Hoffenheim, ihre Bundesliga-Premiere – eine durchaus peinliche aus Werder-Sicht.

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