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Seit seinem Patzer gegen Werder Bremen ist Torwart Fabian Giefer beim FC Augsburg außen vor.

Der Karriereknick des Augsburg-Torwarts

Giefer und der Werder-Patzer: Von der Nummer eins zum Notnagel

Augsburg - Es war ein Tag, eine Minute, ein Moment, der eine Karriere veränderte. Am 22. September 2018 trat Werder Bremen beim FC Augsburg an, und eigentlich hatten es die Bremer nicht verdient, den Platz als Sieger zu verlassen.

Aber sie bekamen den Erfolg geschenkt. Von wem? Von Fabian Giefer, dem Torwart des FCA. Indem er eine harmlose Flanke von Max Kruse durchrutschen ließ, servierte er Davy Klaassen den 3:2-Siegtreffer. Was folgte, war ungewöhnlich im Profi-Fußball. Trainer Manuel Baum kämpfte mit den Tränen, weil sein Keeper, der erst mit Saisonbeginn den zu Borussia Dortmund abgewanderten Marwin Hitz als Nummer eins beerbt hatte, schon zum zweiten Mal in Folge böse gepatzt hatte.

Und weil klar war, was er, Baum, nun zu tun hatte: Giefer absetzen. Es ging nicht anders. „Als Trainer hast du es mit Menschen zu tun. Aber der Mensch muss seine Leistung bringen“, schniefte Baum in die Mikrofone und verbannte Giefer fortan auf die Bank. Von dort ist der 28-Jährige bis heute noch nicht wieder auf den Platz zurückgekehrt. Der Fehler gegen Werder – er ist für ihn der große Karriereknick gewesen.

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Giefer gegen Werder wohl ausnahmsweise im Kader

Seit der Verpflichtung von Gregor Kobel (kam in der Winterpause auf Leihbasis von 1899 Hoffenheim) hat Giefer es nicht mal mehr in den Bundesliga-Kader der Augsburger geschafft. Seit Rückrundenstart sieht die Hierarchie so aus: Andreas Luthe, seit Giefers Fehlgriff und bis zum 17. Spieltag erste Wahl, ist der Reservist. Newcomer Kobel, erst 21 Jahre alt, hat das Vertrauen von Coach Baum und spielt. Giefer ist außen vor.

Lediglich wegen einer Knieblessur bei Luthe schaffte er es am Mittwoch im DFB-Pokal-Achtelfinale bei Holstein Kiel in den Kader. Auch im Rückspiel in Bremen wird der Pechvogel des Hinspiels wohl den Platz auf der Bank einnehmen, weil Luthe noch nicht wieder fit ist. Aber die Entwicklung zeigt, wie schnell ein Torwart im Profi-Fußball von der Nummer eins zum Notnagel absteigen kann.

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