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Wissenswertes zum Werder-Spiel gegen Fortuna Düsseldorf: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett.

Klemm-Brett

Notizen vor Düsseldorf: Funkel schwärmt im Kurz-Interview von Kohfeldt

Von wegen Rente: Hans-Günter Klemm, langjähriger Kicker-Redakteur mit Werder-Expertise, hält für die DeichStube Augen und Ohren offen – fällt ihm 'was zum kommenden Gegner der Grün-Weißen auf, notiert er es auf seinem Klemm-Brett. Vor dem 14. Spieltag gegen Fortuna Düsseldorf mit Friedhelm Funkel im Kurz-Interview und Zahlenspielen.

Kurz-Interview mit Friedhelm Funkel

Sie sind einer der erfahrensten Trainer, daher die Frage: Worauf kommt es an im Abstiegskampf?

Es muss absolute Ruhe herrschen, das hat vorbildlich funktioniert, als es nicht so lief. Alle sind sehr besonnen mit der Situation umgegangen. Vor allem die Fans, die hinter uns gestanden haben. Unglaublich, es gab nicht einen Pfiff. Das hat mir geholfen und auch meinen Spielern. Und ich muss auch ein Lob an die Medien aussprechen, die unsere Lage immer realistisch einschätzen. Die Kritik ist immer respektvoll.

Rutscht Werder noch in den Abstiegskampf?

Nein, auf keinen Fall. Dafür ist die Mannschaft zu gefestigt. Werder spielt eine sorgenfreie Saison. Wo die Tendenz hingeht, bleibt abzuwarten. Ob es für Europa reicht oder am Ende Platz 8 oder 9 herauskommt.

Wie betrachtet Sie insgesamt die Entwicklung in Bremen?

Baumann und Kohfeldt arbeiten überragend. Es ist beispielhaft, wie der junge Kollege Florian Kohfeldt sich etabliert hat. Aus der Ferne betrachtet, kann ich schon nachvollziehen, was über dieses neue Werder geschrieben wird: Es erinnert mich an die Zeit von Allofs und Schaaf.

Maulkorb

Also sprach der Vorsitzende des Vorstands. Robert Schäfer bereicherte die gängige Praxis der Autorisierung von Wortbeiträgen in der Liga um eine extreme Variante. Jedes gesprochene Wort sollte immer autorisiert werden, nicht nur längere Wortlaut-Interviews wie allgemein üblich, sondern jedes Zitat von Spielern oder Funktionären der Fortuna. Im Endeffekt also ein Maulkorb für alle, der Versuch, eine Zensurpraxis einzuführen in Düsseldorf.

Bei einem kam der Boss mit diesem Anliegen gar nicht durch. Friedhelm Funkel, der Dino der Liga, zeigte Rückgrat und formulierte eine Linie, die dem Ansinnen des Vorsitzenden widersprach. Funkels Standpunkt und sein Rat an die Journalisten: „Ich werde meine Meinung sagen. Und wenn jemand meint, meine Zitate doch noch jemandem vorlegen zu müssen, ist das allein seine Sache.“ PS: Das Gespräch mit Funkel in diesem KlemmBrett ist natürlich nicht autorisiert worden.

Friedhelm Funkel ist seit 2016 Trainer von Fortuna Düsseldorf.

Trainer Friedhelm Funkel

Seit rund vier Jahrzehnten ist er buchstäblich am Ball. Ohne Übertreibung darf Friedhelm Funkel als ein Urgestein der Liga bezeichnet werden. 40 Jahre im Profigeschäft – erst als Spieler, in Kaiserslautern und Uerdingen mit 320 Einsätzen, noch länger als Trainer, mit bisher 470 Partien auf der Bank in der höchsten deutschen Spielklasse. Elf Stationen als Chef in der Bundesliga, von Nord bis Süd, von West bis Ost. Dabei hat sich der Mann, der am Montag 65 Jahre alt wird, einen ausgezeichneten Ruf erworben.

Er gilt als Fußballlehrer, der eine Mannschaft zu formen versteht. Der Beweis ist in der Chronik nachzulesen: Sechs Aufstiege gehen auf sein Konto. Exakt: zweimal mit Bayer Uerdingen, je einmal mit dem MSV Duisburg, dem 1. FC Köln, Eintracht Frankfurt und im Sommer mit der Düsseldorfer Fortuna. Doch die Kehrseite soll auch nicht verschwiegen werden: Sieben Mal erwischte es Funkel auch mit seinen Klubs, sieben Abstiege mit den oft schwachen Mannschaften, die er betreute. So ist auch die Charakterisierung zu bewerten, die sein Präses über ihn abgibt. Robert Schäfer sagt über Friedhelm Funkel: Er sei ein erfahrener Trainer, „der alles schon erlebt hat und nie die Übersicht verliert“.

Routine zeichnet den gebürtigen Neusser aus, Routine und Ruhe auch in Momenten den Überblick zu behalten, wenn es aus dem Ruder laufen sollte. Darauf setzen sie bei der Fortuna, darauf baut auch ein Experte wie Stefan Effenberg, der dem Bundesliga-Aufsteiger dies empfiehlt: „Funkel darf auf keinen Fall entlassen werden.“ Oft aufwärts, genauso oft auch wieder abwärts: Funkel gilt als Fahrstuhltrainer, der weiß, wovon er redet. Seit März 2016 im Amt als Nachfolger von Marco Kurz, hat er dieses Rezept für den Aufsteiger ausgegeben: „Wir müssen eklig und gallig sein, sperrig und aggressiv, um bestehen zu können. Und wir dürfen keine Angst haben.“

Düsseldorf gegen Werder wieder mit Kaan Ayhan

Spruch

„Viele Fachleute trauen uns den Klassenerhalt nicht zu. Das ist jetzt für uns ein Ansporn.“

Verteidiger Andre Hoffmann über das Saisonziel

Zahlenspiele

71 Tore erzielte Klaus Allofs von 1975 bis 1981, damit Rekordtorschütze

440 Bundesligaspiele absolvierte Gerd Zewe von 1972 bis 1987, damit Rekordspieler

24 Spielzeiten stand die Fortuna in der 1. Liga

2013 stieg die Fortuna das letzte Mal aus der Bundesliga ab

3 – Platz 3 war die beste Platzierung der Düsseldorfer, zuletzt 1973/74 erreicht

45 Länderspiele hat Harvard Nielsen für Norwegen absolviert

7 Spieler aus dem 30-köpfigen Kader haben Länderspiele bestritten

Duell im Tor: Rensing gegen Wolf

Im Tor steht der Mann mit den meisten Liga-Einsätzen. Michael Rensing, der aus Lingen stammt und einst bei Bayern München aufgebaut werden sollte, hat sich im Duell mit dem Ex-Bremer Raphael Wolf durchgesetzt. Der Norddeutsche, nach den Zwischenstation 1. FC Köln und Bayer Leverkusen seit 2013 in Düsseldorf, bringt es auf 117 Spiele. Wolf, von 2012 bis 2017 bei Werder, ist die Nummer zwei.

Raphael Wolf: Nackenschlag und Nackenverletzung

Bilanz zwischen Werder und Düsseldorf

Nur zwei Heimniederlagen kassierte Werder in 22 Spielen gegen Düsseldorf. Lang ist es her: 0:2 im April 1977 und 1:2 im Dezember 1972. Dagegen stehen 13 Siege und sieben Remis. Die Gesamtbilanz: 44 Spiele, 19 Erfolge, 12 Remis, 13 Niederlagen. Die letzte Begegnung im Weserstadion endete 2:1 am 18. November 2012. Petersen und de Bruyne erzielten die Tore für Bremen.

Form

Am elften Spieltag hat die Fortuna aufhorchen lassen und wieder Anschluss gefunden: 4:1-Paukenschlag gegen Hertha BSC Berlin. Damit erzielten die Düsseldorfer in einer Partie so viele Treffer wie an den acht Spieltagen zuvor zusammen. Zweimal Raman und je einmal Usami und Hennings erzielten die Tore für den Tabellenletzten. Es war ein wichtiger Dreier nach sechs Niederlagen am Stück, ein Achtungserfolg, der neuen Mut machte.

Er stärkte auch das Selbstvertrauen, wie sich in München zeigte. Fortuna verblüffte und entführte einen Punkt bei den kriselnden Bayern beim 3:3 dank dreier Tore von Dodi Lukebakio. Zuletzt gab es einen leichten Rückschlag. Obwohl mehr möglich gewesen wäre, stand vor einer Woche eine 0:1-Heimniederlage gegen Mainz 05 zu Buche.

Pavlenka, Pässe, Preise - was noch gut ist bei Werder

Rutemöllers legendärer Spruch

Mit seiner Familie wohnt er in Köln-Lindenthal. Sein Ehrenamt bekleidet der Wahl-Kölner nun ausgerechnet in der „feindlichen Stadt“. Erich Rutemöller macht es! Der langjährige Trainer und Angestellte des Deutschen Fußball-Bunds übt ein Ehrenamt bei der Fortuna aus. Vorstandsmitglied, zuständig für den Sport.

„Mach et, Otze“ – mit diesem Satz animierte der 73-Jährige einst in Köln den Ex-Bremer Frank Ordenewitz, einen Platzverweis zu provozieren, um für das Pokal-Finale spielberechtigt zu sein. Dieser Spruch wird immer mit Rutemöller verbunden bleiben, der nun für Struktur und Konzeption des sportlichen Bereichs der Fortuna verantwortlich ist. Kommentar des ausgewiesenen Fachmanns: „Eine spannende Aufgabe.“

Neuzugänge bei Fortuna Düsseldorf

Es ist keineswegs despektierlich, die Fortuna als das Aschenputtel im Oberhaus zu bezeichnen. Der Meister von 1933 tritt mit dem kleinsten Etat aller Erstligisten an, nur ein bisschen mehr, als West-Rivale Dortmund für einen Spieler wie Abdou Diallo in diesem Sommer ausgegeben hat. Dieser Vergleich besagt alles: Fortuna hat den Lizenzspieleretat von elf auf 30 Millionen Euro gesteigert, um das Abenteuer Erste Liga anzugehen. Große Sprünge lassen sich da nicht unternehmen.

„Wir sind noch nicht so weit, dass wir andere Klubs überbieten können, wenn wir einen Spieler verpflichten wollen“, bekräftigt Robert Schäfer, der Vorsitzende. Also bedienten sich die Düsseldorfer im unteren Regal auf dem Transfermarkt oder präferierten aus Kostengründen sinnvolle Leihgeschäfte. Teuerster Einkauf somit: Marvin Duksch, der von St. Pauli erworben wurde, zuletzt an Holstein Kiel ausgeliehen war. Kostenpunkt 2,1 Millionen Euro.

Ablösefrei kamen Diego Contento (früher mal Bayern) aus Bordeaux, Alfredo Morales aus Ingolstadt, Kenan Karaman aus Hannover, Kevin Stöger aus Bochum sowie Matthias Zimmermann und Marcin Kaminski, beide aus Stuttgart. Überschaubare Summen wurden zudem investiert: 800.000 Euro Leihgebühr für Aymen Barkok aus Frankfurt, 750.000 Euro für die nun fest verpflichtete Leihgabe Davor Lovren von Dinamo Zareb, 200.000 Euro Leihgebühr für Dodi Lukebakio vom FC Watford, 1,5 Millionen Euro für nun gekaufte Leihgabe Benito Raman von Standard Lüttich, 250.000 Euro für die Verlängerung der Leihe von Takashi Usami aus Augsburg, 600.000 Euro für das Holen des bereits ausgeliehenen Stuttgarters Jan Zimmer.

Insgesamt haben diese Personalien etwa 6,2 Millionen Euro gekostet. Gegengerechnet stehen nur gut 400.000 Euro an Einnahmen aus dem Transfergeschäft. Die Besten, die abgegeben wurden, brachten keinen Cent, weil sie nur ausgeliehen waren: Genki Haraguchi, Eigentum der Berliner Hertha, wechselte zu Hannover 96, Florian Neuhaus kehrte zu seinem Stammverein Borussia Mönchengladbach zurück. Zwei erhebliche Verluste wie auch das Fehlen der Ikone Alex Bellinghausen, der seine Karriere beendete.

Fotostrecke: So lief das Werder-Training am Dienstag

Die Werder-Profis bei der Trainingseinheit am Dienstag.
Die Werder-Profis bei der Trainingseinheit am Dienstag. © gumzmedia
Die Werder-Profis bei der Trainingseinheit am Dienstag.
Die Werder-Profis bei der Trainingseinheit am Dienstag. © gumzmedia
Die Werder-Profis bei der Trainingseinheit am Dienstag.
Die Werder-Profis bei der Trainingseinheit am Dienstag. © gumzmedia
Die Werder-Profis bei der Trainingseinheit am Dienstag.
Die Werder-Profis bei der Trainingseinheit am Dienstag. © gumzmedia
Die Werder-Profis bei der Trainingseinheit am Dienstag.
Die Werder-Profis bei der Trainingseinheit am Dienstag. © gum zmedia
Die Werder-Profis bei der Trainingseinheit am Dienstag.
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Die Werder-Profis bei der Trainingseinheit am Dienstag.
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Die Werder-Profis bei der Trainingseinheit am Dienstag.
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Die Werder-Profis bei der Trainingseinheit am Dienstag.
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Die Werder-Profis bei der Trainingseinheit am Dienstag.
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Die Werder-Profis bei der Trainingseinheit am Dienstag.
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Die Werder-Profis bei der Trainingseinheit am Dienstag.
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Die Werder-Profis bei der Trainingseinheit am Dienstag.
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