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Koen Casteels (l.) vom VfL Wolfsburg und Werders Jiri Pavlenka gehören zu den besten Torhütern in der Bundesliga.

Pavlenka gegen Casteels

„Wie ein weiterer Feldspieler“: Besonderes Torhüter-Duell in Wolfsburg

Bremen - Von Jan Könemann. Dass Jiri Pavlenka zu den besten Torhütern der Bundesliga gehört, hat sich längst auch über die Grenzen Bremens hinaus herumgesprochen. Wenn Werder am Sonntag allerdings beim VfL Wolfsburg antritt, steht auf der anderen Seite des Feldes ein Mann im Tor, der Pavlenka in dieser Saison vielleicht sogar ein wenig die Show stiehlt: Koen Casteels.

„Einen Spieler möchte hier noch hervorheben“, setzte Werder-Trainer Florian Kohfeldt bei der Pressekonferenz am Freitag an. Was wie ein Sonderlob für einen seiner eigenen Spieler klang, wurde schließlich eine kleine Eloge auf den gegnerischen Torhüter: „Koen Casteels spielt für mich eine überragende Saison“, sagte Kohfeldt, der den Belgier noch von früher kennt. Der Torwart hatte 2015 leihweise für ein halbes Jahr bei Werder gespielt, Kohfeldt war damals Co-Trainer. Dem Wolfsburger attestiert der Bremer Coach eine bisher fehlerfreie Saison und hofft mit einem Lächeln im Gesicht ein klein wenig auf einen Patzer: „Dieses Wochenende kann er ja vielleicht mal einen einstreuen...“

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Casteels schon acht Mal ohne Gegentor

Nicht nur gefühlt, sondern auch statistisch belegbar spielt Casteels eine richtig gute Saison. In 22 Spielen kassierte er nur 29 Gegentore. Acht Mal spielte der Belgier zu Null. Nur Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach) und Peter Gulacsi (RB Leipzig, je zehn Mal) gelang das bisher häufiger. Bei diesen Zahlen kann selbst Pavlenka nicht mithalten. Der Tscheche steht bei 34 Gegentoren in 23 Spielen und blieb dabei nur vier Mal ohne Gegentreffer. Doch auch der Bremer kann punkten: Pavlenka führt mit 20 abgewehrten Großchancen (Quelle: „Ligainsider“) sogar die Liste der Bundesliga-Torhüter in diesem Bereich an. Casteels rangiert in dieser Wertung mit elf vereitelten Großchancen nur im Mittelfeld.

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Doch das Torwart-Spiel hat sich weiterentwickelt, sagt Kohfeldt, es komme nicht nur auf gehaltene Bälle an. „Man redet ja inzwischen über einen Torhüter genau so wie über einen Feldspieler, in der Kategorie offensiv und defensiv.“ Und da gehören Casteels und Pavlenka beide zu den Besten. „Mit dem Ball am Fuß ist er wie ein weiterer Feldspieler“, lobte Kohfeldt Casteels.

Aber auch Pavlenka überzeugt den Werder-Coach im Spielaufbau: „Wir haben klare Ideen, wie wir uns verhalten, wenn Pavlas den Ball hat. Und das macht er sehr gut“, sagte Kohfeldt: „Wir sind extrem glücklich und sehr zufrieden mit Pavlas. Und er hat in jedem Spiel eine sehr hohe Bedeutung für uns, unabhängig davon, wie viel er hält. Aber auch das macht er ja sehr gut.“ Was als Eloge auf den Gegner begann, wurde am Ende dann doch noch zu einem Sonderlob für den eigenen Torhüter.

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