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Wissenswertes zum Werder-Spiel gegen den SC Freiburg: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett.

Klemm-Brett

Notizen vor Freiburg: Was tüftelt der „verrückte“ Coach Streich gegen Werder aus?

Von wegen Rente: Hans-Günter Klemm, langjähriger Kicker-Redakteur mit Werder-Expertise, hält für die DeichStube Augen und Ohren offen – fällt ihm 'was zum kommenden Gegner der Grün-Weißen auf, notiert er es auf seinem Klemm-Brett. Vor dem 29. Spieltag geht es um den SC Freiburg.

Spruch von Christian Streich

„Ich lass mir den Fußball net stehle. Dann kick i lieber drauße in Buchbach, e paar Leut krieg i zusamme. Die hen e wunderbare Raseplatz. Herrlich!“

Christian Streich über die Planungen der Fifa, internationale Spiele am Wochenende auszutragen.

Hinspiel SC Freiburg gegen Werder Bremen

Punktgewinn nach drei Niederlagen in Folge. Am Ende hatte Werder das berühmte Quäntchen Glück und punktete beim 1:1 durch ein Tor in der Nachspielzeit, übrigens das 1000. Gegentor für die Freiburger in der Bundesliga-Historie. Ein Punktgewinn ohne Philipp Bargfrede, der mit Problemen an der Achillessehne ausfiel. Für ihn spielte Johannes Eggestein, somit erstmals in der Liga in der Anfangself.

Werder hatte lange Zeit Oberwasser, ehe der Videobeweis zum Einsatz kam: Schuss von Waldschmidt, Moisanders Arm zu weit draußen, Schiedsrichter Dankert ließ zunächst weiterspielen, revidierte sich nach Ansicht der TV-Bilder. Waldschmidt verwandelte den Strafstoß. Dann avancierte Höler zur tragischen Figur. Zwei Chancen vertan, einmal an Pavlenka, danach am Pfosten gescheitert, zudem die unfreiwillige Vorlage für Augustinsson. So fiel der Ausgleich der zweiten Minuten der Nachspielzeit.

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Spieler des Spiels

„Unser Superman“, rühmte ihn der Schütze des Ausgleichs. Ludwig Augustinsson war voll des Lobes für Jiri Pavlenka. Mehrere erstklassige Paraden zeigte der Tscheche, der somit der Garant für den Punktgewinn im Breisgau war.

Statistik Werder Bremen gegen SC Freiburg

18 Mal hatte Werder Bremen bisher den SC Freiburg zu einem Bundesliga-Spiel zu Gast, feierte zehn Siege im Weserstadion, musste vier Niederlagen und vier Remis einstecken. Insgesamt weisen die Bremer eine mehr als positive Bilanz in den Vergleichen mit Freiburg auf. In 39 Aufeinandertreffen feierten sie 22 Erfolge bei zehn Niederlagen und sieben Unentschieden. Doch die letzten Besuche der Mannschaft aus dem Breisgau endeten für die Hausherren enttäuschend.

Drei Unentschieden und zwei Niederlagen gab es in den letzten fünf Werder-Heimspielen gegen Freiburg. Der letzte Erfolg liegt schon siebeneinhalb Jahre zurück: 5:3 am 20. August 2011. Damals standen noch Tim Wiese, Per Mertesacker, Sokratis oder Marko Marin in der Formation, die von Thomas Schaaf betreut wurde. Die Bremer Torschützen an jenem Tag: Clemens Fritz, Claudio Pizarro, Marko Arnautovic, Aaron Hunt und Wesley.

Fotostrecke: Jede Menge Autogrammjäger und Action beim Werder-Training am Mittwoch

Werder-Training am Mittwochnachmittag.
Werder-Training am Mittwochnachmittag. © gumzmedia
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Werder-Training am Mittwochnachmittag.
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Werder-Training am Mittwochnachmittag.
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Werder-Training am Mittwochnachmittag.
Werder-Training am Mittwochnachmittag. © gumzmedia
Werder-Training am Mittwochnachmittag.
Werder-Training am Mittwochnachmittag. © gumzmedia

Freiburg-Star Vincenzo Grifo

„Wir haben ihn gebraucht und er uns.“ So brachte es Christian Streich auf den Punkt. Der Coach kommentierte so die Ausleihe des Vincenzo Grifo, der im Winter nach seinen Stationen Mönchengladbach und Hoffenheim in den Breisgau zurückkehrte – auf Leihbasis für ein halbes Jahr. Normalerweise ist Streich kein Freund von Leihgeschäften, doch im Fall des 2017 gewechselten Italieners machte er eine Ausnahme. Wörtlich: „Bei Vince habe ich keinen Millimeter Zweifel gehabt.“

Das Geschäft hat sich rentiert. Seit der Rückkehr hat Grifo jede Partie für den SC Freiburg bestritten, bis auf das Match gegen seinen eigentlichen Arbeitgeber Hoffenheim, bedingt durch eine Sperrklausel. Seine bisherige Bilanz: drei Treffer und vier Vorlagen, dazu etliche vorletzte Pässe. „Vertrauen ist für mich sehr wichtig“, betont der Spieler, der Trainer Streich als eine Vaterfigur bezeichnet.

Der Lohn für den 25-Jährigen: Grifo zählt aktuell zum Kader der italienischen Nationalelf, für die er im November sein erstes Länderspiel bestreiten durfte. „Er hilft uns brutal“, würdigt Nils Petersen die Auftritte des Unterschiedsspielers mit dem Zauberfüßchen. Freiburg besitzt keine Kaufoption, will sich jedoch bemühen, den Starspieler zurückzuholen. Hoffenheim-Manager Alexander Rosen bekräftigte: „Er ist fest eingeplant für unseren Kader in der neuen Saison.“

Verlängerung mit Christian Streich

Ende Februar wurde es offiziell: Christian Streich bleibt dem SC Freiburg treu. Der Trainer verlängerte seinen Vertrag – wie auch sein komplettes Team mit den Co-Trainern Patrick Baier, Lars Voßler und Florian Bruns, dem Ex-Bremer, sowie Torwarttrainer Andreas Kronenberg. Über die Laufzeit des neuen Kontraktes machten die Freiburger wie immer keine Angaben. Doch übereinstimmende Berichte in den Medien gehen davon aus, dass der neue Vertrag bis Juni 2020 gilt.

„Diese Kontinuität ist Ergebnis der Qualität und des großen Engagements des gesamten Trainerteams“, kommentierte Sport-Vorstand Jochen Saier die Personalie. Streich, zuvor 16 Jahre lang in der Nachwuchsabteilung aktiv, ist seit Dezember 2011 Trainer der Profimannschaft und damit der dienstälteste aktuelle Coach in der Liga. Vor wenigen Wochen hatte der 53-Jährige mit einem möglichen Abschied kokettiert. Eine 16-jährige Amtszeit, wie sie einst Legende Volker Finke verbringen durfte, schloss Streich aus.

Aufstieg von Luca Waldschmidt

Fünf Millionen Euro mussten die Freiburger für ihn zahlen, somit ist er einer der teuersten Spieler in der Vereinsgeschichte. Doch Gian-Luca Waldschmidt ist dieses Geld wert. In seiner dritten Station als Profi hat er sich durchgesetzt. Bei der Frankfurter Eintracht klappte es nicht, auch beim Hamburger SV nicht ganz so gut. Nun in Südbaden glänzt der Stürmer, auch ein fester Bestandteil der deutschen U21-Nationalelf.

Wichtig sei, sagt der 22-Jährige, „dass ich hier regelmäßig zum Einsatz komme.“ Dies habe für ihn Ruhe und Sicherheit gebracht. Waldschmidt weiter: „Ich spüre eine Entwicklung bei mir.“ Alles richtig gemacht also: Im zweiten Anlauf schaffte er es zum SC Freiburg. Im Winter 2017 war der Wechsel vom HSV, den er ein halbes Jahr zuvor mit seinem Tor gegen Wolfsburg nur 110 Sekunden nach seiner Einwechslung vor der Relegation gerettet hatte, schon so gut wie perfekt, alles schon ausgehandelt. Schließlich legten die Hanseaten und der damalige Trainer Markus Gisdol doch noch ein Veto ein.

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Freiburger Ausrufezeichen gegen die Bayern

1:1 gegen die Bayern, die im Fernduell mit der Dortmunder Borussia am 27. Spieltag wieder zurückfielen durch die Punktverluste in Freiburg. Die Streich-Truppe machte die Meisterschaft so wieder spannend. „Wir sind absolute Kante gegangen“, meinte Christian Streich nach dem Remis, „ans Maximale, was möglich ist“. Lucas Höler erzielte früh den Treffer für die Gastgeber, Robert Lewandowski glich mit seinem 199. Bundesligator aus. Der Jubiläumstreffer glückte dem Polen nicht, der in der Schlussphase für die drückend überlegenden Bayern hochkarätige Chancen verpasste.

0:5-Schock gegen Mainz 05

Es war ein Schock: Freiburg hatte nicht schlecht agiert, doch geriet in Mainz unter die Räder. 0:5 verloren, eine Lehrstunde in Sachen Effizienz von den Rheinhessen bekommen. Ein Rückschlag, zumal nun drei dicke Brocken folgen. Nach der Auswärtsaufgabe in Bremen folgen zwei Widersacher aus dem Topbereich der Liga: Heimspiel gegen Dortmund, Auswärtspartie in Leipzig.

Bei elf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz sieht Trainer Streich die Lage dennoch noch entspannt. Ihm steht lediglich ein 20-köpfiger Kader zur Verfügung. Obwohl also die personellen Alternativen eingeschränkt sind, wird der Coach einige Änderungen vornehmen – sowohl personeller als auch taktischer Art.

Freiburgs Lazarett: Petersen und Co. verletzt

Die Personaldecke ist recht dünn. Gleich acht Profis befinden sich im Lazarett, die meisten davon können von Trainer Streich in der Endphase der Saison nicht mehr eingeplant werden. Am ehesten könnte Torjäger Nils Petersen noch einige Partien absolvieren, doch der frühere Bremer und Kolumnist der DeichStube, der an den Folgen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel laboriert, wird auf keinen Fall im Weserstadion auflaufen können.

Zwei Innenverteidiger, die schon wieder einsatzfähig waren, haben einen Rückschlag erlitten: Manuel Gulde und Philipp Lienhart stiegen wegen ihrer Muskelbeschwerden wieder ins Rehabilitationstraining ein. Weiter auf der Ausfallliste: Roland Sallai, Florian Kath (nach Operation an der Leiste), Lukas Kübler (Reha nach einem Eingriff am Sprunggelenk), Tim Kleinschmidt (Reha nach Meniskusoperation) sowie Mark Flekken (Adduktorenschmerzen).

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Ex-Bremer und -Freiburger Rodolfo Esteban Cardoso

Rodolfo Esteban Cardoso (50) ist ein früherer Nationalspieler Argentiniens, der von 1989 bis 2004 in der Bundesliga gespielt hat – etwa für Werder Bremen und den Hamburger SV. Von 1993 bis 1995 hat der zunächst beim FC Homburg engagierte Techniker 65 Partien für den SC Freiburg absolviert. Seit 2008 ist der Mittelfeldspieler als Trainer beim HSV angestellt, aktuell ohne Aufgabenbereich.

„Die Freiburger spielen eine mehr als ordentliche Saison. Obwohl sie zumeist die besten Spieler abgeben müssen, schaffen sie es immer wieder, die Klasse zu erhalten. Dies wird ihnen auch in dieser Spielzeit gelingen. Ihnen gelingt es auch stets, unbekannte Spieler zu fördern und einzubauen. Es ist speziell ein Verdienst des Trainers. Ich schätze Christian Streich, mit dem ich damals in Homburg in meinem ersten Jahr in der Bundesliga zusammengespielt habe. Als Spieler war Christian so wie heute als Trainer: sehr temperamentvoll, sehr engagiert, alles in allem ein bisschen verrückt.

Mir hat er damals geholfen, weil er ein wenig Spanisch sprach und somit dolmetschen konnte. Es war jedenfalls ein lustige Zeit mit ihm. Für Freiburg ist er der richtige Mann. Ob er, was immer wieder im deutschen Fußball thematisiert wird, zum Beispiel auch eine Spitzenmannschaft wie die Bayern betreuen könnte, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich schätze aber, dass der Charaktermensch Streich auch intelligent genug ist zu entscheiden, welche Mannschaft zu ihm passt, und durchaus imstande ist, die richtige Wahl zu treffen, sollte er mal den Breisgau verlassen.“

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