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Werder Bremen feiert einen 1:0-Sieg gegen Hannover 96 - auch das Produkt einer guten Balance zwischen Angriff und Abwehr.

Nach 1:0-Sieg von Werder gegen Hannover

Kommentar: Die richtige Balance für Europa

Ein Kommentar von Björn Knips. Das Tor nach Europa ist offen, es muss nur öfter reingeschossen werden. Den Weg dahin kennt Werder. 23 Torschüsse in einem Spiel wie gegen Hannover erinnern an die glorreichen Zeiten unter Thomas Schaaf, als die Bremer regelmäßig ein Offensiv-Feuerwerk entfacht haben.

Und da wird auch ein Unterschied deutlich, ein qualitativer: Aktuell gibt es keinen Ailton, keinen Klasnic, keinen Klose und keinen Pizarro in den besten Jahren. Der Werder-Mannschaft von 2019 fehlt ein echter Torjäger. Nicht auszudenken, was mit so einem Knipser schon alles möglich wäre. Denn Florian Kohfeldt hat der Mannschaft gut eingeimpft, wie sie in den Strafraum kommt. Dort entscheidet dann oftmals die individuelle Klasse, über drin oder eben nicht drin. Milot Rashica ist da ein gutes Beispiel und zugleich ein Hoffnungsträger. Die guten Chancen ließ er mal wieder liegen, als Abstauber war er dann aber erfolgreich.

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Bei allem Offensivgeist kein Harakiri-Fußball

Das sind die Momente, die gerade einen jungen Spieler nach vorne bringen können. Rashica ist erst 22 Jahre alt und erst seit zwölf Monaten in der Bundesliga. Ailton hat auch nicht vom ersten Tag an alles weggeballert. Alles braucht seine Zeit. Auch Werder muss erst noch vom Kellerkind zum Euro-Beitrittskandidaten reifen. Die Hausaufgaben haben Kohfeldt und Co. mit viel Fleiß erledigt, die Mannschaft besitzt einen klaren Plan. Der sieht bei allem Offensivgeist keinen Harakiri-Fußball vor, sondern stützt sich auf eine gute Balance zwischen Angriff und Abwehr. Und das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis des 1:0-Sieges in Hannover.

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Wer eine Partie so dominiert wie Werder, wird hinten gerne mal fahrlässig. Das ist selbst den großen Bayern schon mal zum Verhängnis geworden – siehe das 3:3 gegen Fortuna Düsseldorf. Werder hat bei allem Zittern in Hannover nur eine echte Großchance des Gegners zugelassen. Das ist bemerkenswert und extrem wichtig. Denn Werder kann sich auch nur nach Europa schießen, wenn das eigene Tor so gut verteidigt wird wie im kleinen Nordderby.

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