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Weil sich Milos Veljkovic (l.) gegen Schalke 04 eine Gelbsperre abholte, muss Marco Friedl gegen Bayer Leverkusen ran. Ausgerechnet gegen Leverkusen.

Einsatzgarantie für Innenverteidiger

Friedl: Schon wieder gegen Leverkusen...

Bremen - Der Fußball kann ein mieser Geselle sein. Zum Beispiel dann, wenn er einem ein Spiel unterjubelt wie jenes am 28. Oktober 2018.

Es war der Tag, an dem Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen im eigenen Stadion mit 2:6 unterging und Marco Friedl einen der schlimmsten Tage in seiner noch jungen Karriere erlebte. Als Ersatzmann war er in die Bremer Verteidigung gerückt, die sich als Dreierkette den Leverkusenern entgegenstellen sollte. Aber alles ging schief, Friedl musste als Schlechtester unter Schlechten nach 45 Minuten vom Platz. Seither hat er nur ein weiteres Spiel bestritten, saß aber 15 Partien auf der Bank ab. Wie gesagt: Der Fußball ist nicht immer nett.

Die Frage ist, ob er nicht sogar ein ganz übles Spiel betreibt, wenn er jenen Marco Friedl ausgerechnet gegen jenes Bayer Leverkusen wieder zurückspült ins grün-weiße Team. So wird es kommen in einer Woche in der BayArena. Weil dann nach Innenverteidiger Sebastian Langkamp (Schulterverletzung) auch dessen Vertreter Milos Veljkovic mit einer Gelbsperre fehlt, ist Friedl wieder an der Reihe. Gegen den Gegner, an den er so schlechte Erinnerungen hat. Ausgerechnet.

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Friedl spielt gegen Leverkusen - trotz Vorgeschichte

Werder-Trainer Florian Kohfeldt hat dem jungen Österreicher trotz der Vorgeschichte (oder gerade deswegen?) bereits eine Einsatzgarantie gegeben für Sonntag, 13.30 Uhr. „Ich plane mit Marco“, bestätigte der 36-Jährige und gab sich betont gelassen, was dessen Einsatz betrifft: „Ich bin insofern ruhig, weil ich weiß, was Marco kann. Er ist für mich ein sehr guter Innenverteidiger, der auf dem Weg sein könnte, ein Top-Spieler zu werden. Da gehört zwar noch viel dazu, aber die reinen Fähigkeiten hat er.“

Nun könnte man im Kontext der Aktualität vermuten, dass Kohfeldt den Ersatzmann nur starkreden will, weil er ihn braucht. Aber das wäre falsch. Bei Werder stehen sie tatsächlich auf Friedl und dessen Können, gerade noch hat Sportchef Frank Baumann betont, den derzeit nur bis Saisonende von Bayern München ausgeliehenen 20-Jährigen über den Sommer hinaus und langfristig weiterverpflichten zu wollen. Ob es gelingt? Unsicher.

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Friedl kann gegen Leverkusen jedenfalls Argumente sammeln – wenn er es schaffen sollte, den mittlerweile schon etwas verblassten schlechten Eindruck aus dem Hinspiel endgültig zu revidieren. So, wie beim 3:1 gegen Fortuna Düsseldorf, als er bei dem einzigen bis dato folgenden Einsatz seinen Ruf etwas aufmöbelte. Dennoch hat er in den elf folgenden Spielen nur zugeguckt. „Da freut es mich fast schon, dass er jetzt wieder Spielpraxis sammeln kann“, meint Kohfeldt.

Werder-Verteidiger Veljkovic als Langkamp-Vertreter wieder raus

Milos Veljkovic ist dagegen nach nur einem Spiel als Langkamp-Vertreter wieder raus. „Für ihn ist es bitter. Er hat ein gutes Spiel gemacht und ist jetzt gesperrt“, seufzt Kohfeldt, der natürlich auch um die Perspektive des serbischen Nationalspielers weiß. Nach Leverkusen folgt die Länderspielpause, und nach der Länderspielpause folgt die Rückkehr von Sebastian Langkamp ins Team. So ist der Plan. Aber vorher muss Friedl seinen Job machen. Spezielle Anforderung: In ihm und Niklas Moisander stehen nun zwei Linksfüßer für die Innenverteidigung parat. Mal schauen, wer da den Seitensprung wagen muss.

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