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Max Kruse kam mit Werder gegen Nürnberg nicht über ein 1:1 hinaus.

Daten vom Institut für Spielanalyse

Kruse selbstkritisch und dennoch Werders MIP gegen Nürnberg

Bremen - Vor der Halbzeit nicht belohnt, kurz vor dem Abpfiff eiskalt bestraft – beim 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg hat Werder zwei Punkte verschenkt.

Denn nach einer phasenweise starken ersten Hälfte mussten sich die Grün-Weißen am Ende vorwerfen lassen, dass man nicht mehr Treffer als das Traumtor von Maximilian Eggestein bejubeln konnte. Viele Werder-Fans enttäuscht, im Fokus der Kritik stand häufig Max Kruse (DeichStube-Note 3,5). Der Kapitän selbst räumte ein, nicht seine beste Partie gemacht zu haben. „Wenn ich nach drei Spielen noch ohne Scorerpunkt dastehe, kann ich nicht zufrieden sein“, sagte der Angreifer. Um der Zielsetzung Europa gerecht zu werden, „muss einfach mehr kommen“.

Bayerns Thiago mit Spieltagshöchstwert

Doch ein Blick auf die Daten des Instituts für Spielanalyse verrät: So schlecht war Kruse gar nicht, der 30-Jährige war sogar der MIP (most involved Player) der Bremer. Kruse kam am Ende der Partie auf acht Beteiligungen an Torschüssen, drei davon gab er in der ersten Hälfte selbst ab. Manko: Die Belohnung blieb aus. Auf den gleichen Wert kamen auch Torschütze Maximilian Eggestein und Neuzugang Davy Klaassen.

Kruse war im Unterschied zu beiden jedoch an deutlich mehr Episoden (69) beteiligt, also Phasen in denen Werder Bremen den Ball kontrollierte. Eggestein war in 56 Ballkontrollphasen involviert, Klaassen in 48. Zum Vergleich: Thiago vom FC Bayern kam beim 3:1-Sieg der Münchner gegen Leverkusen auf 104 Episoden- (Spieltagshöchstwert) und sechs Torschussbeteiligungen.

Das unterstreicht Kruses Spielstil und Interpretation der Stürmerrolle. Stellt der Gegner, wie beispielsweise Nürnberg, den Strafraum zu, lässt sich Kruse ins Mittelfeld oder auf die Außenpositionen fallen. Von hier will er neue Impulse setzen, Chancen für sich und seine Mitspieler kreieren. In der zweiten Spielhälfte gingen dem Käpt'n aber die Ideen aus. Werder blieb in der Folge offensiv blass und wackelte in der Defensive.

Was ist eine Episode?

Wann immer der Ball von einem Team kontrolliert wird, nennen die Experten des Instituts für Spielanalyse diese Phase Episode. Und genau diese wird auf read-the-game.com in jeder Partie mitgezählt – voll automatisiert. Aneinander gereiht und ergänzt mit den Episoden des Gegners sowie den Chaos-Phasen, in denen keine Mannschaft den Ball unter Kontrolle hat, ergibt sich ein detailliertes Bild eines Spiels. Betrachtet und vergleicht man diese Episoden einer Partie mit denen einer ganzen Saison, erhält man ein Profil davon, wie Mannschaften Fußball spielen und zu Torerfolgen kommen. Es wird also die Leistung hinsichtlich der Beteiligung von Spielern normiert.

Weitere Bundesliga-Statistiken gibt es auf read-the-game.com.

(tst)

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