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Niklas Moisander holte sich gegen Bayern München in der Nachspielzeit eine Gelb-Rote-Karte.

Platzverweis stellt Werder vor Abwehrproblem

Moisander: „Wäre ich mal besser weggeblieben“

Bremen - Über Niklas Moisander nach dem 1:2 gegen Bayern München ein sportliches Urteil zu fällen, war leicht.

Ja, er hatte beim ersten Gegentor das Abseits aufgehoben. Ja, er hatte auch beim zweiten Gegentor nicht gut ausgesehen. Ja, er hatte Robert Lewandowski (7.) und Thomas Müller (26.) zwei Top-Chancen ermöglicht. Ja, er hatte sich die erste Gelbe Karte durch Fehlpass und anschließendem Foul selbst eingebrockt. Und schließlich nochmal ja: Auch die Gelb-Rote Karte in der Nachspielzeit bewegte sich auf der Bewertungsskala irgendwo zwischen unnötig und dumm, war deshalb der größte Mangel auf der ungewöhnlich langen Fehlerliste des Finnen. Aber am Tag danach machte Moisander etwas, was nicht jeder in seiner Situation getan hätte: Er stellte sich zum Mediengespräch.

Platzverweis beschert Werder ein doppelt so großes Abwehrproblem

Dabei unternahm er erst gar nicht den Versuch, den rustikalen Rempler gegen Robert Lewandowski, mit dem sich der Bremer Abwehrchef den Platzverweis eingehandelt hatte, zu entschuldigen: „Ich komme im Zweikampf ein bisschen zu spät. Es sah dann zwar schlimmer aus, als es war, aber ich wusste sofort: Das ist Gelb.“ Und damit Gelb-Rot für den vorbelasteten Verteidiger, der Werder nun im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf fehlen wird. „Das ist enttäuschend für mich“, meinte Moisander: „Aber es ging alles so schnell. Heute denke ich: ,Wärst du mal besser weggeblieben.’“

Ja, hätte er es nur getan. Werder würde jetzt vor einem nur halb so mächtigen Abwehrproblem stehen. Denn Milos Veljkovic, der zweite Innenverteidiger, wird gegen Düsseldorf ebenfalls nicht zur Verfügung stehen. Die gegen Bayern erlittene Blessur hat sich als Muskelfaserriss im linken Hüftbeuger herausgestellt. „Es ist zum Glück keine schwerere Verletzung, dennoch wird Milos eine Weile nicht dabei sein können. Wir hoffen jedoch, dass er noch vor Weihnachten wieder auf dem Platz stehen wird“, sagt Werder-Chefcoach Florian Kohfeldt in einer Vereinsmitteilung.

Kommentar: Kohfeldt muss neuen Mut einimpfen

Selbstvertrauen schlägt Schuldbewusstsein

Ohne Moisander, ohne Veljkovic – gegen Düsseldorf werden wohl Sebastian Langkamp und Marco Friedl (Kohfeldt: „Ich habe volles Vertrauen in beide“) das riesige Loch in der Abwehrzentrale stopfen. Auch Moisander glaubt, dass die beiden das Kind schon schaukeln werden. Allerdings war speziell Friedls bis dato letzter Einsatz kein Mutmacher. Der Österreicher erlebte beim 2:6 gegen Bayer Leverkusen ein persönliches Debakel, wurde zur Halbzeit ausgewechselt. Kein Problem, meint jedoch Moisander: „Marco ist ein starker junger Mann. Dass er nicht jede Woche spielt, macht es für ihn jedoch schwerer. Er muss mit viel Selbstvertrauen spielen, und dieses Selbstvertrauen werde ich versuchen, ihm zu geben.“

Wobei aktuell die Frage nicht unberechtigt ist, wie es um Moisanders eigenes Selbstvertrauen bestellt ist. Schließlich reiht sich bei dem Abwehrstrategen derzeit Fehler an Fehler. Dennoch gilt bei dem 33-Jährigen: Selbstbewusstsein schlägt Schuldbewusstsein. „Meine allgemeine Leistung ist gut“, erklärte Moisander etwas überraschend.

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