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Raphael Wolf absolvierte in der laufenden Saison 2018/19 erst ein Pflichtspiel für die Fortuna.

Düsseldorfer Torwart verpasst Spiel gegen Ex-Club

Raphael Wolf: Nackenverletzung als Nackenschlag

Nix wie weg! Als sein Vertrag bei Werder Bremen ausgelaufen war, zog Raphael Wolf unter dieses Kapitel seiner Karriere einen Schlussstrich, der mehrere XXL-Eddings dick war. „Ich will keine Gedanken mehr an Bremen verschwenden und Werder hinter mir lassen“, erklärte der Torhüter im Sommer 2017.

Und der Abschied ohne Tränen hatte seine Gründe. Bei Werder war Wolf durch schlechte Leistungen und einige Verletzungen tief ins Abseits geraten. Am Ende seines Vertrags, den er zuletzt nur noch ausgesessen hatte, stand er vor dem Nichts. Dachte man. Doch das Nichts bekam schnell einen Namen. Wolf erhielt bei Fortuna Düsseldorf eine neue Chance. 

Wenn der Aufsteiger am Freitagabend im Weserstadion antritt, ist der 30-Jährige allerdings nicht dabei. Denn dem sportlichen Aufschwung mit Stammplatz und Aufstieg folgte für Wolf der persönliche Abschwung. Und eine Verletzung. Mal wieder. 

Wolfs Wechselbad der Gefühle

Dabei hatte Raphael Wolfs Geschichte zwischendurch fast schon märchenhafte Züge angenommen. Nachdem er in den letzten beiden Vertragsjahren bei Werder nur noch verletzt war oder aber indiviuell trainieren musste, weil der Club für ihn keine Verwendung mehr hatte, fand er in Düsseldorf sein Glück. 

Zunächst war er zwar auch bei dem damaligen Zweitligisten nur als Ersatz eingeplant, weil sich aber Michael Rensing früh eine Rippenverletzung zuzog, schlüpfte Wolf in die Rolle der Nummer eins. Und gab die Position nicht mehr her. Trainer Friedhelm Funkel attestierte dem ehemaligen Bremer Stammkeeper (50 Pflichtspiele zwischen November 2013 und April 2015), „ein starker Rückhalt“ zu sein. 

Raphael Wolf entwickelte sich im Tor der Fortuna zu einem Aufstiegsgaranten.

Umso seltsamer erschien es, dass nach dem Aufstieg wieder Michael Rensing ins Tor rückte. Gründe? Funkel nannte es „eine Bauchentscheidung“ zwischen zwei Torhütern „auf Augenhöhe“. Auch Wolf pochte darauf, dass es „keine sportlichen Gründe“ für seine Herabstufung gab. Draußen saß er zu Saisonbeginn trotzdem. Bundesliga-Comeback? Nicht für ihn.

Vielleicht war es auch nicht allein Funkels Bauch, der in der Torwart-Frage entschied. Vielleicht hatte es auch etwas mit Wolfs HSV-Flirt in der Endphase der Aufstiegssaison zu tun. Der gebürtige Münchner zögerte lange mit einer Vertragsverlängerung bei der Fortuna, weil ihm ein Angebot des Hamburger SV vorlag. 

Dort hatte er bereits von 2007 bis 2009 gespielt, eine Rückkehr schien charmant zu sein für Wolf. Dann entschied er sich aber „aufgrund der besonderen Bemühungen der Fortuna“ doch für den Aufsteiger und gegen Absteiger HSV – bis 2021 ist er nun an die Fortuna gebunden.

Aufbautraining nach Schwindelanfällen

Ob es eine gute Zeit für Wolf bleibt? In den ersten drei Punktspielen der aktuellen Saison nahm er noch als Ersatzmann auf der Bank Platz, dann meldete sich der Nacken. Ein Virus hatte einen Nerv angegriffen, der Keeper litt unter seltsamen Schwindelanfällen, konnte nicht trainieren. Wochenlang ging das so. Immerhin macht Wolf mittlerweile kleine Fortschritte. Seit kurzem schnappt er wieder nach Bällen – auf der Fortuna-Homepage heißt es, er absolviere ein „torwartspezifisches Aufbautraining“. 

In Bremen sitzt er also maximal auf der Tribüne – wenn er denn überhaupt den Weg in die alte Heimat antreten möchte. Werder wollte er ja eigentlich hinter sich lassen. 

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