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„Air Theo“ jubelt: Gebre Selassie feiert sein Kopfballtor zum 2:0 beim 2:1-Heimsieg von Werder Bremen gegen den SC Freiburg.

Kohfeldts Team demonstriert neue Stärken

Reagiert auch Bayern auf Werder?

Bremen – Gladbach hat’s gemacht, Freiburg nun auch – die Gegner stellen sich immer intensiver auf den in diesem Jahr noch unbesiegten SV Werder ein und werfen dabei sogar eigene Grundsätze über Bord.

Coach Florian Kohfeldt sah darin nach dem 2:1-Heimsieg gegen ultradefensive Freiburger schon eine gewisse Wertschätzung der eigenen Arbeit, denkt dabei aber auch an seinen Chefanalysten Mario Baric: „Der ist immer völlig fertig, wenn die Aufstellung rauskommt.“ So auch gegen Freiburg, als Christian Streich eine ungewöhnliche Startelf geformt hatte. „Das kann nicht wahr sein, die beiden Schlotterbecks!? Was macht der da?“, habe Baric geflucht – und Kohfeldt ihm süffisant geantwortet: „Tja, Mario, so ist das Leben.“ Gegen die Bayern müsste das am Samstag in der Liga und am Mittwoch darauf im DFB-Pokal-Halbfinale eigentlich wieder anders sein, oder vielleicht doch nicht?

Werder wird definitiv nicht mehr unterschätzt. Sechs Siege, sechs Unentschieden, keine Niederlage lautet die Bilanz in der Rückrunde, dazu die beiden Siege im Pokal in Dortmund und auf Schalke. Zu Beginn der Hinrunde war es ähnlich gut gelaufen, dann folgte der Einbruch. Die Bremer DNA schien entschlüsselt worden zu sein. „Da hatten wir nicht direkt Lösungen“, erinnerte sich Kohfeldt: „Jetzt gehen wir da viel besser mit um, wir spielen flexibler.“

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Bremer Euro- und Lederhosen-Party

Zudem haben sich fast alle Profis individuell verbessert. Milot Rashica bereitete das 1:0 gegen Freiburg glänzend vor, war von den Gästen einfach nicht zu fassen. Davy Klaassen vollstreckte dann eiskalt (76.): Der Niederländer wird immer wertvoller, weil er nun auch als Torschütze und Vorbereiter glänzt. Und natürlich ist es schon ein kleiner Luxus, wenn Werder einen Star wie Claudio Pizarro einwechseln kann. Der 40-Jährige veränderte mal eben das komplette Offensivspiel, brachte die Freiburger Abwehrwand gehörig ins Wanken. Kopfball-Ungeheuer Theodor Gebre Selassie (84.) machte dann alles klar, der Anschlusstreffer von Luca Waldschmidt in der Nachspielzeit konnte die Bremer Euro- und Lederhosen-Party nicht mehr stoppen.

Im Wechsel dröhnten die Songs „Europapokal, Europapokal“ und „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“ durch die Arena. Die Fans waren nach den so wichtigen Vertragsverlängerungen der Eggestein-Brüder unter der Woche schon euphorisiert ins Weserstadion gekommen, nach dem Spiel konnten sie ihr Werder-Glück kaum noch fassen. Europa ist möglich, sogar vom ersten Sieg gegen die Bayern nach 16 Niederlagen in Serie darf ernsthaft gesprochen werden.

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Kohfeldt rät: Werder-Frühling genießen

„Wir fahren dahin, um zu gewinnen“, sagte Klaassen wie selbstverständlich. Natürlich wies der 26-Jährige wie auch seine Kollegen und Kohfeldt auf die besondere Stärke des Gegners hin, aber da erstarrt niemand mehr in Ehrfurcht. Die Bremer trauen sich immer mehr zu. Fünf Bundesliga-Spiele sind es noch bis zur Sommerpause. Dem Doppelpack gegen die Bayern folgt das Gastspiel in Düsseldorf. Dann kommt Dortmund – und Kohfeldt ist sich „absolut sicher, dass wir danach nach Hoffenheim fahren und noch um alles kämpfen werden“. Zum Abschluss gegen Leipzig soll dann im Weserstadion Europa endgültig klar gemacht werden. Und dann wäre da ja vielleicht auch noch das Pokalfinale... 

Der Werder-Frühling könnte kaum schöner sein. Dabei gab Kohfeldt allen Beteiligten nach vielen Jahren im Abstiegskampf einen guten Rat, ohne damit seine Ambitionen mindern zu wollen: „Ein Stück weit sollten wir es auch genießen.“

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