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Ludwig Augustinsson (r., hier gegen Jerome Gondorf) rettete Werder Bremen mit einem späten Tor einen Punkt gegen den SC Freiburg.

Werder 1:1 gegen SC Freiburg

Augustinsson verhindert das Schlimmste

Freiburg - Ein spätes Tor von Ludwig Augustinsson hat Werder Bremen vor der vierten Pleite in Folge bewahrt. Lange lag das Team von Trainer Florian Kohfeldt beim SC Freiburg nach einem Elfmeter-Treffer von Luca Waldschmidt (42.) zurück, doch dann schlug der Schwede Augustinsson doch noch zu (90.+2) und verhinderte mit dem Treffer zum 1:1-Endstand das Schlimmste.

„Wenn wir unsere Ziele im Blick behalten wollen, dann müssen wir heute punkten“, hatte Werder-Coach Florian Kohfeldt kurz vor Anpfiff gesagt. Doch die Serie von drei Niederlagen am Stück steckte seinen Spielern noch fest in den Köpfen. Werder, das erstmals mit beiden Eggestein-Brüdern in der Startelf begann, spielte so verunsichert, wie man halt spielt, wenn es in den Partien zuvor Gegentore und Pleiten gehagelt hat.

Freiburg diktierte die Partie, und die Gäste krampften sich durch die Anfangsphase. Strukturierter Spielaufbau? Kombinationsfußball? Defensive Sicherheit? Werder verdiente sich ein dreifaches Nein. Luca Waldschmidt (10.) und Pascal Stenzel (17.) besaßen die besten Chancen für Freiburg. Werder hatte keine – bis SC-Keeper Alexander Schwolow einen beinahe folgenschweren Fehler beging. Bei der Ballannahme sprang ihm das Spielgerät zu weit vom Fuß, Martin Harnik sprintete heran, schaffte es aber nicht, Schwolow zu überwinden (21.).

Diese Szene war so etwas wie der zweite Anpfiff der Partie. Denn fortan spielte nicht nur der SC Freiburg, sondern Werder machte auch mit. Die Qualität des Spiels erreichte nun wenigstens das Mittelmaß. Ein Grund dafür: Werder hatte von einem System mit einer Doppelsechs auf Raute umgestellt – mit Davy Klaassen auf der „10“ und den Eggesteins auf den Halbpositionen.

Fotostrecke: Waldschmidts Elfmeter und Augustinssons Last-Minute-Tor

Werder Bremen gegen den SC Freiburg
Werder Bremen gegen den SC Freiburg © dpa
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Werder Bremen gegen den SC Freiburg © gumzmedia
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Werder Bremen gegen den SC Freiburg © imago
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Werder Bremen gegen den SC Freiburg © gumzmedia
Werder Bremen gegen den SC Freiburg
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Waldschmidt verwandelt Elfmeter zur Führung für Freiburg

Freiburg, das bis dahin immer wieder die rechte Bremer Abwehrseite bespielt hatte, geriet in Bedrängnis. Ein Distanzschuss von Davy Klaassen wurde gefährlich, weil Schwolow nur in die Mitte abwehren konnte. Harnik setzte nach, verzog jedoch (31.). Zwei Minuten später hätte Werder einen Riesenschritt rausmachen können aus Ergebniskrise und Verunsicherung. Doch nach einer Maßflanke von Johannes Eggestein köpfte Klaassen freistehend und aus kurzer Distanz Schwolow an.

Das musste die Bremer Führung sein, aber das war sie nicht. Und dann schlug der Videobeweis gnadenlos zu. Niklas Moisander hatte einen Waldschmidt-Schuss mit der linken Hand abgewehrt, Schiedsrichter Bastian Dankert aber nicht auf Elfmeter entschieden. Erst nach Ansicht der Videobilder entschied er sich um – völlig zurecht. Waldschmidt trat zum Strafstoß an und jagte den Ball in den Giebel, keine Chance für Jiri Pavlenka im Bremer Tor (42.). Ausgangspunkt der ganzen Szene war ein Einwurf gewesen, bei dem Maximilian Eggestein seinen Gegenspieler nicht zugestellt hatte – es war eine dieser von Kohfeldt angesprochenen Kleinigkeiten, die wieder nicht funktioniert hatte.

Der SC Freiburg bejubelt das 1:0 durch Luca Waldschmidt.

Für Werder war das Tor zudem der nächste Beweis auf eine unheilvolle Schwäche. In den Viertelstunden vor und nach der Pause kassierte das Team allein in den vorangegangenen drei Partien sechs Gegentore. Durch Waldschmidt folgte Nummer sieben – und fast auch Nummer acht. Pavlenka rettete aber per Fußabwehr gegen den U21-Nationalstürmer (50.). Und als der Ex-Bremer Jerome Gondorf kurz vor Ablauf der Viertelstunde volley abzog, zuckte Pavlenkas rechter Arm heraus und verhinderte erneut das 0:2 (59.).

Zweierlei zeigten diese Szenen. Erstens: Werder (elf Gegentreffer in den drei Spielen zuvor) ist in der Defensive weiterhin extrem anfällig. Zweitens: Die gute, druckvolle Phase zwischen Minute 30 und 40 war nur ein Strohfeuer. Als Florian Kohfeldt nach etwas mehr als einer Stunde Nuri Sahin gegen Offensivspieler Yuya Osako tauschte und Milot Rashica für Harnik brachte, hätten die Wechsel auch anders aussehen können. Max Kruse spielte im Angriff schwach, Maximilian Eggestein im Mittelfeld ebenfalls. Schließlich kam auch noch Claudio Pizarro für Johannes Eggestein (76.).

Einzelkritik: Ohne Pavlenka wäre Werder untergegangen

Augustinssons Treffer stoppt Negativtrend

Aber auch mit dem neuen Personal entwickelte Werder nicht die nötige Durchschlagskraft gegen gut organisierte und bissige Freiburger. Die Mannschaft kam bis zum gegnerischen Strafraum, aber meistens auch nicht weiter. Einzig ein Osako-Kopfball brachte Gefahr (83.). Auf der anderen Seite verpasste der in Achim nahe Bremen geborene Lucas Höler zweimal die Chance, für Freiburg alles klar zu machen.

So verrann die Zeit für Werder, die vierte Niederlage in Folge rückte immer näher. Und damit auch der Abschied vom Saisonziel Europa. Theo Gebre Selassie hatte kurz vor Ablauf der 90 Minuten den Ausgleich auf dem Fuß, vergab jedoch. Besser machte es Augustinsson, der nach einem Eckball aus kurzer Distanz zum Abschluss kam (90.+2). Werder hat den Negativtrend damit gestoppt. Doch die Form ist nicht die beste, weshalb das Restprogramm bis Weihnachten mit Spielen unter anderem gegen Bayern München (kommenden Samstag), Borussia Dortmund, 1899 Hoffenheim und RB Leipzig nicht viel Gutes erahnen lässt.

Macht euch gefasst, SC Freiburg: Werder-Fans are coming! 

Werder-Fans vor dem Spiel gegen den SC Freiburg.
Werder-Fans vor dem Spiel gegen den SC Freiburg. © Gumz
Werder-Fans vor dem Spiel gegen den SC Freiburg.
Werder-Fans vor dem Spiel gegen den SC Freiburg. © Gumz
Werder-Fans vor dem Spiel gegen den SC Freiburg.
Werder-Fans vor dem Spiel gegen den SC Freiburg. © Gumz
Werder-Fans vor dem Spiel gegen den SC Freiburg.
Werder-Fans vor dem Spiel gegen den SC Freiburg. © Gumz
Werder-Fans vor dem Spiel gegen den SC Freiburg.
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Werder-Fans vor dem Spiel gegen den SC Freiburg.
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Werder-Fans vor dem Spiel gegen den SC Freiburg.
Werder-Fans vor dem Spiel gegen den SC Freiburg. © Gumz
Werder-Fans vor dem Spiel gegen den SC Freiburg.
Werder-Fans vor dem Spiel gegen den SC Freiburg. © Gumz
Werder-Fans vor dem Spiel gegen den SC Freiburg.
Werder-Fans vor dem Spiel gegen den SC Freiburg. © Gumz

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