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Dirigent Kohfeldt im Spiel gegen Eintracht Frankfurt.

Unentschieden gegen Eintracht Frankfurt

Taktik-Analyse: Blöde Fehler zerstören taktische Dominanz

Zwischen den Strafräumen war Werders Auftritt gegen Eintracht Frankfurt nahezu perfekt - in den Strafräumen jedoch das genaue Gegenteil. Unser Taktik-Kolumnist Tobias Escher erklärt, wieso Florian Kohfeldts taktischer Plan aufging – und wie sich Werder selbst um den verdienten Lohn brachte.

Sébastien Haller, Luka Jović und Ante Rebic

Drei Namen, die Bundesligisten in Angst und Schrecken versetzen. Wie lässt sich dem Sturm-Trio beikommen? Diese Frage stellten die Reporter vor Werders Spiel gegen Eintracht Frankfurt auch Florian Kohfeldt. Seine Antwort: Die „drei Verrückten“ lassen sich nicht verteidigen, sie dürfen gar nicht erst den Ball erhalten. Eine Strategie, die seine Bremer beim 2:2 umsetzten. Jedoch vergaßen sie die Marschroute in den entscheidenden Momenten.

Dreierkette mit Bargfrede

Kohfeldt schickte seine Mannschaft im Vergleich zum 1:0-Sieg gegen Hannover in leicht veränderter Anordnung auf das Feld. Von der zuletzt praktizierten Raute sah Kohfeldt ab – zumindest im Spiel gegen den Ball. Hier ageirte Philipp Bargfrede als dritter Innenverteidiger in einer Fünferkette. Werder verteidigte in einer 5-4-1-Formation.

Der Clou: Anders als gegen Hannover 96 übten die Bremer kaum Druck in der gegnerischen Hälfte aus. Sie lauerten um die Mittellinie herum. Erst wenn die Frankfurter den eröffnenden Pass spielten, schlugen sie zu: Werders Mittelfeldspieler übten Druck aus, störten Frankfurts Mittelfeld-Zentrum.

Hier zeigt sich Bremens Wechselspiel zwischen Dreier- und Viererkette sowie Kruses Rolle als halber Stürmer.

Werders Defensivstrategie hatte zahlreiche positive Seiten. Frankfurt war dazu verdammt, viele Quer-, aber nur wenige Tiefenpässe zu spielen. Das kommt dem vertikalen Stil der Frankfurter nicht entgegen. Zudem stand Werder mit der Fünferkette in der letzten Linie stets äußerst stabil gegen Frankfurts Sturm-Trio. Pässe aus der Abwehr direkt in die Tiefe waren für Frankfurt kaum möglich.

Eintrachts Abwehrspieler waren genötigt, den Pass ins Mittelfeld zu spielen. Hier nutzte Werder die fehlende Ballsicherheit von Sebastian Rode und Jonathan de Guzman. Auch wenn das Verhalten im Spiel gegen den Ball gänzlich anders war als gegen Hannover: Abermals überzeugte Bremen mit einem guten Matchplan und einer guten Umsetzung, auch in taktischen Details.

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Raute bei Ballbesitz

Bei eigenem Ballbesitz war die zuletzt praktizierte Raute der Bremer hingegen zu erkennen. Bargfrede rückte in diesen Situationen auf die Sechser-Position, Max Kruse ließ sich aus dem Sturm-Zentrum etwas fallen. Werder schuf eine Überzahl im zentralen Mittelfeld gegen Frankfurts Doppelsechs.

Vor allem erlaubte das Wechselspiel von Bargfrede und Kruse den anderen Akteuren, tororientiert zu agieren. Martin Harnik und Johannes Eggestein suchten in vorderster Linie ständig den Weg hinter die gegnerische Abwehrkette. Auch Maximilian Eggestein testete mit Läufen aus der Tiefe die Sattelfestigkeit der Frankfurter Dreierkette.

Fotostrecke: So lief der Fight gegen die Eintracht

Samstagabend, Weserstadion, Flutlicht: Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt 
Samstagabend, Weserstadion, Flutlicht: Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt  © gumzmedia
Samstagabend, Weserstadion, Flutlicht: Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt
Samstagabend, Weserstadion, Flutlicht: Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt © imago
Samstagabend, Weserstadion, Flutlicht: Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt 
Samstagabend, Weserstadion, Flutlicht: Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt  © gumzmedia
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Samstagabend, Weserstadion, Flutlicht: Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt  © dpa
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Samstagabend, Weserstadion, Flutlicht: Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt  © dpa
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Samstagabend, Weserstadion, Flutlicht: Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt  © dpa
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Samstagabend, Weserstadion, Flutlicht: Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt  © gumzmedia
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Samstagabend, Weserstadion, Flutlicht: Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt  © dpa
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Samstagabend, Weserstadion, Flutlicht: Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt  © dpa
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Samstagabend, Weserstadion, Flutlicht: Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt  © dpa

Gerade nach Ballgewinnen war Frankfurts Abwehrkette mit diesen Positionswechseln überfordert. Kruse erhielt häufig den Ball im freien Sechserraum vor Frankfurts Abwehrkette. Der Bremer Kapitän schickte sofort die Eggestein-Brüder und Harnik auf die Reisen. Frankfurts Verteidiger konnten in vielen Situationen das Tempo der Bremer Angreifer nicht mitgehen.

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Blöde Fehler zerstören taktische Dominanz

Bremen sammelte zwar weniger Ballbesitz als der Gegner. Sie waren aber dennoch das dominante Team. Sie verdammten Frankfurt über weite Strecken der Partie zu Querpässen in ungefährlichen Zonen, während sie selbst mit schnellen Kontern Nadelstiche setzten. Das Torschuss-Verhältnis am Ende der Partie: 18:8.

Doch in den entscheidenden Momenten beging Bremen Fehler. So vor dem 1:1, als sie den linken Halbraum beim Herausrücken komplett frei ließen. Rebić bedankte sich und traf per Fernschuss. Vor dem Elfmeter zum 2:2 verpasste Bremen es, auf dem Flügel Druck auszuüben – zwei Fehler mit großer Wirkung, denn ansonsten hatte Bremen die Partie im Mittelfeld im Griff.

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Bremen verschenkt zwei Punkte

Bremens Defensivfehler waren umso bitterer, als dass sie sich gerade in der Schlussphase Chance um Chance erspielten. Noch vor dem 2:2 hatte Eintracht-Coach Adi Hütter umgestellt: Nach der Einwechslung von Mijat Gaćinović hielt er zwar weiter am 3-4-1-2-System fest. Gaćinović interpretierte die Position im Mittelfeld jedoch wesentlich offensiver als De Guzmán zuvor. Teils agierte er gar auf einer Höhe mit Rebić.

Die Folge war jedoch nicht mehr offensive Durchschlagskraft der Frankfurter. Sie verhedderten sich noch immer am guten Mittelfeldpressing der Bremer. Das Gegenteil trat ein: Bremen hatte nun Konterchance um Konterchance. Der Raum vor Frankfurts Abwehr stand noch offener, Kruse konnte noch mehr gute Pässe hinter die Abwehr spielen. Doch trotz offensiver Wechsel von Kohfeldt und zahlreichen Torgelegenheiten blieb es beim 2:2.

Fotostrecke: Werder-Fans bereit für Eintracht Frankfurt

Werder-Fans gegen Eintracht Frankfurt.
Werder-Fans gegen Eintracht Frankfurt. © Gumz
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Auch die Frankfurter Anhänger haben sich im Bremer Viertel versammelt.
Auch die Frankfurter Anhänger haben sich im Bremer Viertel versammelt. © Gumz

Der Matchplan? Gut. Die Umsetzung? Nahezu perfekt. Das Ergebnis? Unbefriedigend. Nicht zum ersten Mal vermasselt sich Bremen eine taktisch starke Leistung durch Unzulänglichkeiten in den Strafräumen. Vom viel gerühmten Frankfurter Sturm-Trio war kaum etwas zu sehen – außer eben bei den beiden Gegentoren. Für taktische Dominanz gibt es im Fußball nun einmal keine Punkte.

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