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Jiri Pavlenka, Florian Kohfeldt und Co. sind nach einer Woche der Extreme nun wieder im grauen Liga-Alltag gefordert.

Werder will den Schwung mitnehmen

Jubiläum, Jubel und jetzt?

Bremen - Geburtstagsparty mit Pokalrausch – was jetzt noch fehlt zum ganz großen Glück, ist für Werder Bremen ein Heimsieg über den FC Augsburg. Wenn der Tabellenzehnte am Sonntag (15.30 Uhr) den Liga-15. im Weserstadion empfängt, dann ist die Partie nicht nur der Abschluss der Feiern zum 120. Club-Geburtstag, sondern auch Spiel eins nach dem beinahe schon sensationellen Pokal-Coup bei Borussia Dortmund am Dienstagabend.

Ob dieses Erfolgserlebnis die Bremer zu weiteren Großtaten antreibt oder ob auf die schöne nun wieder eine böse Überraschung folgt, ist die Frage, die sich das Umfeld stellt. „Jeder rechnet jetzt damit, dass wir nach dem Highlight in Dortmund nicht so funktionieren, wie wir funktionieren wollen“, weiß auch Trainer Florian Kohfeldt, beschwichtigt aber alle Zweifler: „Ich bin sicher, dass wir voll da sein werden.“

Gegen Augsburg die Nürnberg-Scharte auswetzen

Darauf hatte der 36-Jährige freilich auch schon vor dem 1:1 beim 1. FC Nürnberg gesetzt. Leistung und Ergebnis erfüllten dann aber nicht die Erwartungen. Oder anders gesagt: Das Spiel ging in die Hose. Der Pokalfight in Dortmund lieferte drei Tage später das Kontrastprogramm – und weitere fünf Tage später ist Werder gefordert, das Heimspiel zum „120.“ bloß nicht in den Sand zu setzen. 

Und zwar nicht nur, um im Stadion mit den Fans schön Geburtstag feiern zu können, sondern vor allem um die Nürnberg-Scharte auszuwetzen. Kohfeldt: „Das Spiel ist superwichtig. Wenn wir punkten, sind wir sofort wieder in einer Top-Situation, weil in absoluter Schlagdistanz zu den Plätzen, die wir anstreben.“ Soll heißen: zu den Europacup-Rängen.

Die Werder-Profis wollen den Schwung und die Euphorie aus dem Dortmund-Spiel mit in die Liga nehmen.

Im DFB-Pokal sind die Bremer dem internationalen Geschäft durch den unerwarteten Einzug ins Viertelfinale ein großes Stück nähergekommen, nur noch drei Siege fehlen bis Europa. Sich darauf zu verlassen, wäre aber ungefähr so sinnvoll, wie bei der Ziehung der Lottozahlen nach drei Richtigen bei den ersten drei Kugeln dem Chef die Kündigung zu faxen. Das macht man besser nicht. Für Werder ist der Pokal zwar der schnellste Weg zum Jackpot. Aber: Ist Kugel vier kein Treffer, war's das auch schon mit der großen Hoffnung.

Also: Besser auch in der Liga dranbleiben. Mittelfeldmann Philipp Bargfrede, der in Nürnberg noch eine Gelbsperre absitzen musste, sagt es so: „Wir sind gegen Augsburg in der Pflicht zu punkten. Wir wollen gewinnen, und ich glaube, das werden wir auch machen. Überheblich oder nachlässig werden wir auf keinen Fall sein.“

Aber vielleicht platt? Oder mental müde? Es wäre nicht ungewöhnlich nach dem „Super-Erlebnis“ (Bargfrede) in Dortmund. Doch Kohfeldt lässt diese Ausrede nicht zu – zumal auch der FC Augsburg im DFB-Pokal (1:0 bei Holstein Kiel) ran musste. „Wir hatten vier Tage zur Erholung, hatten am Donnerstag alle einen freien Tag. Das hat gut getan. Und das reicht auch, um fit zu sein“, meint Kohfeldt. 

Dass die Konzentration auf Augsburg schwer fallen könnte, nur weil der Dienstag so schön war (Kohfeldt: „Wer da im Bus nicht gelacht hat, dem ist nicht zu helfen“), sei zwar möglich, aber nicht wahrscheinlich: „Wir sind Profis, das müssen wir hinbekommen.“

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